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Dr. Michael Rettinger wurde nur 62 Jahre alt. 

Laut den Kindern war er der coolste Rektor der Welt

Nachruf zum Tod des Dietramszeller Schulleiters Dr. Michael Rettinger: Der Geist des Vertrauens lebt weiter

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Er kannte alle seine Schülern mit Namen, galt als coolster Schulleiter der Welt und hat die Montessori-Schule während seiner langjährigen Amtszeit geprägt. Nun ist Dr. Michael Rettinger im Alter von nur 62 Jahren verstorben. 

Dietramszell – Er war der coolste Schulrektor der Welt, kannte alle Kinder mit Namen und hatte immer einen Witz parat. So beschreiben die Schülerinnen und Schüler der Dietramszeller Montessori-Schule im Kondolenzbuch ihren verstorbenen Schulleiter Dr. Michael Rettinger. Das dicke, schwarz gebundene DIN-A-4-Buch, das vor dem Sekretariat auslag, erwies sich schon wenige Tage nach seinem Tod als nicht ausreichend – so vielen Kindern, Eltern und Kollegen war es ein Bedürfnis, ihrer Trauer schriftlich Ausdruck zu verleihen. Immer wieder ist dort das Wort Vertrauen zu lesen – ein Begriff, den viele seiner Weggefährten mit Michael Rettinger verbinden. „Als Chef hat Michael unheimlich viel Vertrauen in uns gesetzt und ist immer hinter uns gestanden“, erklärt Montessori-Lehrerin Petra Jacobs, die 22 Jahre lang an der Schule mit ihm zusammengearbeitet hat. Rudolf Müller aus dem Vorstand des Trägervereins sagt: „Schülerinnen und Schülern wie auch den Mitarbeitenden hat er Vertrauen in ihren eigenen Wert, in ihre Stärken, Talente und Möglichkeiten vermittelt.“

Nach außen schuf Rettinger Vertrauen in die Integrität und Leistungsfähigkeit der Schule. Auch, dass die Schule heute sowohl von Bürgermeisterin Leni Gröbmaier als auch von den Ordensschwestern im Kloster als wertvoller Teil der Gemeinschaft geschätzt wird, ist nicht zuletzt ihrem langjährigen Rektor zu verdanken.

1994 kam Rettinger als Lehrer an die Dietramszeller Montessori-Schule, 1996 wurde er stellvertretender Schulleiter. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit als Konrektor musste er die Schule gegen den Verdacht verteidigen, von Anhängern der Scientology-Sekte unterwandert zu sein. „Es waren Zeiten eines kompletten Neuanfangs, des Aufbaus und des Ausbaus der Schule“, erinnert sich die damalige Rektorin Christa Kaminski. 2006 übernahm Rettinger die Schulleitung und hat seither „den weiteren Aufbau der Schule betrieben, sie weiterentwickelt und zu weiterer Blüte geführt“.

Ein besonderes pädagogisches Anliegen war ihm die Förderung des Erdkinderplans, der 2017 mit der Eröffnung des außerschulischen Lernorts in Hainbach bei Aschau im Chiemgau seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Auch die Jahrgangsmischung mit einem klassenübergreifenden Unterrichtskonzept brachte er mit auf den Weg.

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Bei der Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen der Schule und zum ersten Jahrestag des Erdkinderhauses Ende Juni dieses Jahres schien sich Rettinger noch guter Gesundheit zu erfreuen. Wenige Wochen später erfuhr er von seiner schweren Erkrankung, die den 62-Jährigen binnen kürzester Zeit aus dem Leben riss.

„Er verkörperte den Geist von Liebe, Vertrauen, Wertschätzung, Lernen und Entwicklung“, betont Müller. Dieser Geist sei das vielleicht wichtigste und wertvollste Vermögen der Schule. „Wir werden uns nach Kräften bemühen, ihn weiter leben und wachsen zu lassen – auch wenn Michael in vielfacher Hinsicht unersetzlich ist.“ 

cw

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