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Von der Filmrolle zur Datei: Der Medienunternehmer Stefan Eckardt aus Wolfratshausen hat den Film „Lammbock“ für das Jahr 2017 kinotauglich gemacht. Zusammen mit dem neuen Teil „Lommbock“ läuft er an diesem Donnerstag in den Kinos an. 

Digitalisierte Joints

Wolfratshauser Unternehmen digitalisiert Kiffer-Komödie „Lammbock“

Vor gut 16 Jahren feierte sie bahnbrechende Erfolge: die deutsche Komödie „Lammbock – Alles in Handarbeit“. Jetzt läuft sie zusammen mit „Lommbock“, dem neuen Teil, in den deutschen Kinos. Dass das technisch überhaupt möglich ist, dafür ist das Wolfratshauser Unternehmen Extrafilme.de verantwortlich. 

Wolfratshausen – Vor gut 16 Jahren feierte sie bahnbrechende Erfolge: die deutsche Komödie „Lammbock – Alles in Handarbeit“. In der „Top Ten der besten Kifferfilme“ des Online-Filmportals Moviepilot belegt er hinter der US-amerikanischen Komödie „Half Baked“ den zweiten Platz. Jetzt gibt es einen zweiten Teil: „Lommbock“. Zusammen mit dem ersten kam er am Donnerstag in die Kinos. Damit das funktionierte, musste Teil eins digital aufbereitet werden. Den Zuschlag des Münchner Filmverleihs „Wild Bunch Germany“ hat das Wolfratshauser Unternehmen Extrafilme.de bekommen.

Das Endprodukt ist eine „monstergroße Datei“

„Heute sind die deutschen Kinos absolut durchdigitalisiert“, sagt Chef Stefan Eckardt. „Im Laufe der vergangenen 15 Jahre hat sich die Technik wahnsinnig verändert.“ Sein Betrieb kümmert sich um die Postproduktion von Video- und Audiodateien. Weil Beamer die ehemaligen Filmprojektoren mittlerweile ersetzt haben, ist die digitale Bearbeitung notwendig, um „Lammbock“ heute wieder auf der Kinoleinwand zeigen zu können. „Digital remastered“ heißt das im Fachjargon. „Das ist technisch sehr aufwendig, da die Daten verschlüsselt sind“, so der Medienunternehmer, der seit 30 Jahren in der Branche arbeitet. Die Arbeit findet ausschließlich am Computer statt. Das Endprodukt ist eine „monstergroße Datei“.

133.920 Einzelbilder müssen überprüft werden

Bis dahin ist es ein langer Weg. „Zuerst müssen wir die Filmrollen scannen“, erklärt der 50-Jährige. „Lammbock“ existiert bisher auf fünf Rollen aus 35-Millimeter-Zelluloid. Eine Sekunde Film besteht aus 24 Einzelbildern. „Der Film dauert 93 Minuten. Das sind 133.920 Einzelbilder“, rechnet Eckardt aus. Sie werden elektronisch zu einem fortlaufenden Film zusammengesetzt. Im Anschluss erfolgt das „Grading“. Dabei werden die Farben und Helligkeitsstufen angepasst.

Der Film muss entstaubt werden

Nach dem Scannen zeigt sich oft ein Problem: Jedes Staubkörnchen und jeder noch so kleine Kratzer auf den Rollen sind im gescannten Bild zu sehen. „Es geht zwar nur um den Bruchteil einer Sekunde, aber der Zuschauer empfindet das als störend“, erklärt der Wolfratshauser. Deshalb wird der Film im zweiten Schritt entstaubt. Trotz elektronischer Filterprogramme muss ein Teil der Retusche von Hand am Computer gemacht werden. Eckardt schaut den Film, und sobald er ein weißes Pünktchen erkennt, das dort nicht hingehört, stoppt er und retuschiert die Stelle per Mausklick. Zum Schluss muss der Ton nachbearbeitet werden.

„Lammbock“ als erstes großes Projekt für das Unternehmen

Gut vier Wochen haben Eckardt, seine Frau Monika und Mitarbeiterin Michaela Eidloth gebraucht, um den Film für das Jahr 2017 kinotauglich zu machen. „Das ging verhältnismäßig schnell“, meint der Medienunternehmer. Im Bereich der digitalen Bearbeitung ist „Lammbock“ das erste große Projekt des Wolfratshausers. „Den Fuß haben wir in der Tür“, so Eckardt. „Die öffnet sich jetzt hoffentlich noch weiter.“

Von Magdalena Höcherl

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