Susanne Arndt Vorsitzende der Landes- Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern

G 8: Direktor hält Durchfallerquote für "absolut normal"

Geretsried/Icking - Die Kritik am achtjährigen Gymnasium (G8) reißt nicht ab. Die Durchfallerquote bewegt sich nach Worten von Hermann Deger, Direktor des Geretsrieder Gymnasiums, in einem "absolut normalen" Rahmen.

Auch sechs Jahre nach der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G 8) wird unter der Last des neuen Systems geächzt. Zu viel Stress, zu wenig Freizeit, heißt es. Viele Eltern beklagen, dass immer mehr Schüler wegen des G 8 auf der Strecke bleiben würden. Doch eindeutige Beweise dafür gibt es bislang keine. Im Gegenteil.

„Seit dem G 8 ist der Schwund an den Gymnasien deutlich kleiner“, sagt Susanne Arndt, Vorsitzende der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern und stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking. Die sinkende Fluktuation vom Gymnasium weg sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Schüler mit Intensivstunden viel besser auf den Lernstoff vorbereitet werden würden. Nicht schwerer ist dass G 8 nach Meinung Arndts geworden, sondern „anders“ - „und Beschwerden gab’s vorher auch schon“.

Am Gymnasium in Icking hatten in der 5. Klasse insgesamt 57 Schüler mit dem G 8 begonnen, im G 9 waren es 111. Ihr Abiturzeugnis halten nun 41 Absolventen des G 8 in der Hand, im G 9 sind es 68. Dass die Abwanderung von Schülern viele Gründe haben können, betont Direktor Hans Härtl mit Blick auf die rein statistischen Zahlen. Klar auf der Hand liegt für ihn, dass die Realschule seit der Einführung des G 8 für viele Schüler an Attraktivität gewonnen habe. „An der Realschule habe ich den Nachmittag wieder frei, kann von dort aus aber ebenfalls die allgemeine Hochschulreife erwerben.“

Sein Geretsrieder Kollege Hermann Deger blickt gelassen auf angeblich erschreckende Zahlen. In Geretsried starteten in der 5. Klasse 175 Kinder ins G 8 eingetreten, im G 9 waren es 192. Übrig geblieben sind: im G 8 insgesamt 90 Abiturienten, im G 9 sind es 117. „Viele ziehen weg, bei anderen ist der Notendurchschnitt für eine gymnasiale Schullaufbahn von Anfang an grenzwertig“, erklärt Deger. Solche Schüler würden entweder zeitnah scheitern oder sie würden es „irgendwie“ bis zur 9./10. Klasse schaffen, dann aber ins Schleudern geraten.

Für Deger bewegt sich die Durchfallerquote in einem „absolut normalen“ Rahmen. Dass das G 8 „als Begründung für alles mögliche“ herangezogen wird, ärgert ihn. Von den Eltern würde er sich wünschen, dass sie „die Lautstärke aus dem Thema G 8 rausnehmen und zu leisen Tönen finden“. (njd)

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