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So voll ist der Sitzungssaal selten: Aufgrund der großen Nachfrag e wurde der Film „Neues Leben in alten Bunkern“ gleich zweimal gezeigt.

Dokumentation von Dr. Sybille Krafft

Filmvortrag: „Neues Leben in alten Bunkern“

Ungewohnt dichtes Gedränge herrschte am Montagabend im großen Sitzungssaal des Rathauses. Der Einladung zur Filmpreview der Dokumentation „Neues Leben in alten Bunkern“ der Ickinger Historikerin Dr. Sybille Krafft waren so viele Bürger gefolgt, dass Anita Zwicknagl vom Kulturamt gleich zwei Vorführungen ansetzen musste.

Geretsried – Wenn es um Bunker geht, spielt natürlich auch Geretsried eine Rolle, sagte Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl nach der Begrüßung durch Sybille Krafft. Schließlich stehen gerade hier noch viele dieser „Relikte einer unseligen Zeit“. Auch Meinls Familie fand nach der Vertreibung aus dem Sudetenland in einem alten Bunker eine neue Heimat. Dort bauten sie ihren Betrieb wieder auf, in dem seit 1810 bis heute in inzwischen siebter Generation weltweit bekannte Blechblasinstrumente hergestellt werden.

Kolosse dürfen erst seit 2007 abgerissen oder gekauft werden

Die Geschichte der Meinls bildet den Abschluss des 45-minütigen Films, in dem verschiedene bayerische Hochbunker und deren heutige Nutzung anschaulich dargestellt werden. Erst 2007 wurde die sogenannte Zivilschutzbindung für die Bunker, die unter den Nationalsozialisten in 60 kriegsrelevanten Städten standen, endgültig aufgehoben. Seither können die steinernen Kolosse sowohl abgerissen als auch gekauft werden. Deren heutige Verwendung ist so erstaunlich wie verschieden. Im fränkischen Ebelsbach wird der Bunker der Familie Fischer als Sektkellerei genutzt. Der sechsstöckige Schweinfurter Hochbunker im Eigentum des Ehepaars Brennecke dient einerseits als „Deutsches Bunkermuseum“ und andererseits als privater Wohnsitz mit einem Penthouse auf dem Dach. In Nürnberg haben sich vor Jahren mehrere rüstige Endvierziger zusammengetan und einen bestehenden Bunker durch aufwändige Renovierung in eine traumhafte Alters-WG umgewandelt.

Sehr gut wohnen im „Bunkerhotel“ in Allach

Dass man in einem alten Bunker sehr gut wohnen kann, beweist auch das „Bunkerhotel“ in Allach bei München. Dort wurden zur Schaffung großzügiger, heller Gästezimmer unter anderem die über zwei Meter dicken Außenwände auf einen Meter abgefräst. In Nürnberg haben zwei junge, findige und stark sehbehinderte Menschen in einem Bunker ein sogenanntes „Dunkelcafé“ eröffnet. Hier kann man erleben, welche Herausforderung das ganz normale Essen und Trinken für einen blinden Menschen darstellt.

Von Assunta Tamelleo

Ausstrahlung

Der Film „Neues Leben in alten Bunkern“ wird am Sonntag, 12. März, um 19.15 Uhr in der Reihe „Unter unserem Himmel“ im Bayerischen Fernsehen gezeigt.

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