Drexl bleibt Chef der CSU

- Versammlung bringt Veränderung im Vorstand

GTEXT=VON SANDRA SEDLMAIER Wolfratshausen - Armin Drexl bleibt CSU-Chef in Wolfratshausen. Die Ortsversammlung wählte ihn am Donnerstagabend im Gasthof zur Post mit 39 von 47 Stimmen für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden. Im Vorstand ergaben sich einige Veränderungen. Unter anderem legte Zweiter Bürgermeister Paul Brauner sein Amt als Beisitzer nieder.

Die neuen Stellvertreter Drexls sind Stadtrat Markus Finsterwalder und die Europa-Abgeordnete Dr. Gabriele Stauner. Weiterer Stellvertreter bleibt Peter Plößl, Günther Eibl behält das Amt des Kassiers, Klaus Anders das des Schriftführers. Beisitzer bleiben Albert Brunnhuber, Kurt Greiner, Georg Meier und Dr. Jochen Schulz. Neu gewählt wurden Monika Finsterwalder, Ulrich Lang, Dr. Manfred Fleischer, Sabine Müller und Angelika Sesto.

Parteichef Armin Drexl verabschiedete seine scheidenden Stellvertreter Iris Souradny und Richard Regiert mit herzlichen Worten und Präsenten. Den Zweiten Bürgermeister Brauner begrüßte Drexl dagegen nicht einmal namentlich - im Gegensatz zu Dr. Gabriele Stauner und Karin Stoiber, die Gattin von Ministerpräsident Edmund Stoiber. Brauner wollte dies nicht kommentieren. "Ich stelle nur bedauernd fest, dass die Parteibasis die verlorene Bürgermeisterwahl, den verlorenen Stadtratssitz und die Tatsache, dass seit der Kommunalwahl Anfang März 2003 keine Ortshauptversammlung mehr war, kommentar- und widerspruchslos hingenommen hat", teilte er gestern mit.

Drexl hatte in seinem Rückblick vor allem die im Hinblick auf Stoibers Kanzlerkandidatur umfangreiche, bundesweite Medienberichterstattung für das Scheitern des CSU-Bürgermeisterkandidaten Dr. Manfred Fleischer im März 2002 gemacht. "Ich bin heute noch mehr denn je überzeugt, dass Dr. Fleischer der richtige Kandidat war, er ist inzwischen ein hervorragender Fraktionschef, der sehr gut mit dem Bürgermeister die Klingen kreuzen kann." Für die politischen Gegner über Wolfratshausen hinaus sei es von großem Interesse gewesen, dass der Bürgermeistersessel nicht an die CSU falle - was sich in für die CSU negativen Presseberichten niedergeschlagen habe. "Es wäre mehr innere Überzeugung in den eigenen Reihen nötig gewesen", sagte Drexl. Schade sei, dass man einen Sitz weniger im Stadtrat habe. Im Kreistag jedoch sei die Wolfratshauser CSU mit fünf Sitzen vertreten. Die Kosten für den Wahlkampf bezifferte Drexl nach mehrmaliger Nachfrage von Heinz Bröker auf 25 000 Euro.

Drexl erinnerte die Versammlung auch an die Auseinandersetzung mit SPD-Stadträtin Christine Noisser, die ihn wegen Verleumdung angezeigt hatte. "Der Staatsanwalt sagte mir, ich bin unschuldig", berichtete Drexl. Die Tatsache, dass Noisser im Stadtrat mitstimme, wenn es um Aufträge für ihren Chef, das Architekturbüro Adldinger und Scharf, gehe, hinterlasse "einen faden Beigeschmack". Es sei verwerflich, wenn man an sich selbst weniger moralische Ansprüche stelle wie an den politischen Gegner.

Wiederbelebung der Basisarbeit

Für die Zukunft kündigte Drexl die Wiederbelebung der politischen Stammtische an. "Je nach Finanzlage und Notwendigkeit" werde es wieder ein CSU-Telegramm für die Mitglieder geben. Zudem soll der kommunalpolitische Arbeitskreis der Partei ein Forum für interessierte Bürger und Mitglieder sein.

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