„Er hat bei uns Drogen an Freunde verkauft“

Geretsried/München - Ein junger Geretsrieder muss sich derzeit  unter anderem wegen Diebstahl, Sachbeschädigung und Körperverletzung vor dem Landesgericht München verantworten (wir berichteten). Nun belastet eine Zeugenaussage den Angeklagten.

Der zweite Prozesstag lief nicht besonders gut für den 24-jährigen Mann aus Geretsried, der sich derzeit vor dem Landgericht München II verantworten muss: Ihm werden mehrere Diebstähle, Sachbeschädigungen, gefährliche Körperverletzung und verschiedene Betäubungsmitteldelikte vorgeworfen (wir berichteten). Die meisten Taten räumt der Angeklagte auch ein. Er bestreitet aber vehement, mit Drogen gehandelt zu haben. Er habe zwar Betäubungsmittel an seine Kumpels weitergegeben, dies sei aber ein reiner Freundschaftsdienst gewesen: „Ich bin kein Dealer“, sagte der Angeklagte am ersten Prozesstag.

Für den zweiten Verhandlungstag waren nun einige Zeugen aus dem damaligen Dunstkreis des Angeklagten geladen. Deren Aussagen belasteten ihn zum Teil sehr: Besonders schwer dürfte die ausführliche Aussage des ehemaligen Freundes wiegen. Mit ihm hatte der 24-Jährige die große Einbruchstour in der Nacht zum 15. April 2013 unternommen, bei ihm hatte der Angeklagte damals gewohnt. Nach seiner Beschreibung hat der Geretsrieder mit Drogen gedealt – regelmäßig und professionell. Damit begonnen habe dieser, als sie bei den Einbrüchen Bargeld erbeutet hatten. „Das Geld war sein Startkapital, um richtig durchzustarten“, sagte der Zeuge. Jeden Tag seien fünf bis zehn Leute gekommen, die im Zimmer seines damaligen Mitbewohners Drogen konsumiert, Alkohol getrunken und Party gemacht hätten. „Er hat bei uns Drogen an unsere Freunde verkauft“, sagte der Zeuge. „Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.“

 Er habe beobachtet, wie der 24-Jährige MDMA (Amphetamine in Kristallform) in kleinen Packerln verkauft habe. Zudem habe er eine Platte Haschisch und eine 100-Gramm-Tüte Cannabis bei seinem ehemaligen Mitbewohner gesehen. Auch er habe Drogen bei dem Angeklagten gekauft. Obwohl der 24-Jährige bei ihm gewohnt und keine Miete kassiert habe, musste er für die Betäubungsmittel in der Regel bezahlen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er jemandem etwas schenkt“, so der ehemalige Freund des Angeklagten. Der Prozess am Landgericht wird fortgesetzt.

von Kathrin Hauser

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