Durchhalteparolen und betretenes Schweigen

- Thema Feuerwehrhaus dominiert die Jahresversammlung

Königsdorf - Eindringliche Worte fand Bernhard Pföderl in der Feuerwehr-Versammlung vor etwa 50 Zuhörern im Postsaal zum Thema Feuerwehrhaus: "Ich bin seit gut 30 Jahren bei der Feuerwehr, und seit 20 Jahren höre ich schon vom neuen Feuerwehrhaus", sagte der Feuerwehr-Vorstand. "Jetzt sind wir soweit, dass die da oben kein Geld mehr haben."

Selbst die Aussage von Bürgermeister Alfred Stangler, dass Königsdorf auf der Prioritätenliste der Regierung von Oberbayern an zwölfter Stelle von 42 Bewerbern ist, nahm ihm seine Skepsis nicht. "Heuer wird`s garantiert nichts mehr, nächstes Jahr vielleicht. Förderlich ist so was für die Eigenleistung nicht."

Als Pföderl zur Diskussion einlud, blieb es still im Saal. Er hoffe, dass trotz der schwierigen Bedingungen im baufälligen alten Haus alle bei der Stange bleiben, sagte Pföderl. "Wenn man immer hingehalten wird, verlässt einen der Mut." Sechs Feuerwehrmänner musste Kommandant Johann Vogl heuer schon aus der aktiven Liste streichen, weil sie nicht mehr an den Übungen teilnahmen. "Ich kann es nicht verantworten, wenn einer zu keiner Übung kommt, aber dann einmal im Jahr bei einem Einsatz dabei ist", erklärte Vogl.

Der Bürgermeister berichtete, man warte immer noch auf die Erlaubnis zum vorzeitigen Baubeginn. Zurzeit lägen alle Anträge auf Eis, bis neue Zuschussrichtlinien erarbeitet sind. "Eine Aussage ist nicht vor Jahresmitte zu erwarten." Sofort anfangen könnte man nur, wenn auf den in Aussicht gestellten Zuschuss von 215 000 Euro verzichtet würde. Doch den brauche man "mit Sicherheit". Stangler dankte den Männern für ihre Bereitschaft zur Eigenleistung und bat sie, nicht in "totale Hektik" zu verfallen. "Druck machen", das gab der Feuerwehr-Vorstand Kreisbrandrat Karl Murböck und Kreisbrandmeister Paul Wenus als Hausaufgabe mit.

Wenus wünschte den Königsdorfern, dass sie bald wieder "richtig arbeiten" können, mit dem "richtigen Handwerkszeug". Pföderl zitierte anschließend aus Aufzeichnungen von 1874 bis 1910. Damals hätte die Wehr "das gleiche Problem gehabt, wie wir heute".

Fünf Feuerwehrmänner wurden für langjährige Treue geehrt: Rudi Ring für 30 Jahre, Michael Schwaighofer und Konrad Woisetschläger für 20 Jahre. Das silberne Ehrenzeichen des Freistaats für 25-jährigen Dienst erhielten Johann Hartl und Michael Demmel.ver

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