DyStar kauft Boehme-Chemie

- Geretsried – Dass der Chemie-Riese auf Brautschau ist, war lange bekannt. Immer wieder hat es in den vergangenen Monaten Hinweise gegeben, das Geretsrieder Traditionsunternehmen komme unter die Haube. Seit Mittwochmittag ist es offiziell: Die Firma Boehme wird an DyStar mit Hauptsitz in Frankfurt/Main verkauft. Dies teilt Geschäftsführer Peter Huber in einer Presseerklärung mit. Von dem Deal sind weltweit 700 Mitarbeiter betroffen. Über Personalabbau ist bislang nichts bekannt.

Von Hans Moritz <P>Peter Huber geht davon aus, dass der Verkauf &#8222;in sechs bis acht Wochen&#8220; abgewickelt sei. Bis dahin seien die &#8222;letzten vertragsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen&#8220;. Auch warte man noch auf grünes Licht durch die Kartellbehörden. Weitere Einzelheiten will Huber nicht nennen. Die Einigung kommentiert der Boehme-Geschäftsführer mit den Worten: &#8222;Wir sind uns unserer Verantwortung für die Zukunftssicherung des Unternehmens und unserer Mitarbeiter bewusst und haben schon seit geraumer Zeit Ausschau nach einem Partner gehalten.&#8220; Dabei sei wichtig gewesen, &#8222;dass wir möglichst wenig Überschneidungen in der Verkaufspalette haben, damit wir das größtmögliche Entwicklungspotenzial für unser Geschäft sicherstellen können&#8220;. Für das Haus DyStar äußerte sich dessen Vorsitzender der Geschäftsführung, Dr. Clemens Willée: &#8222;Mit Boehme bauen wir unser Angebot für die Textilindustrie weiter aus und verstärken unsere Position im Ledergeschäft.&#8220; <P>Das Traditionsunternehmen Boehme ist am Isardamm beheimatet. Es ist ein wichtiger chemischer Lieferant für die Textil- und Lederindustrie. Boehme liefert dem textilherstellenden Gewerbe Hilfsmittel für Vorbehandlung, Färberei, Wäscherei, Ausrüstung und Beschichtung. Weiterhin produziert Boehme Zusatzstoffe für die Kunststoff-, Papier-, Gummi- und Klebstoffindustrie. <P>Von dem Kauf an DyStar betroffen sind weltweit 700 Mitarbeiter &#8211; nicht nur am Hauptsitz in Geretsried, sondern auch in den 16 Tochtergesellschaften und elf Produktionsstandorten in Argentinien, Australien, Brasilien, China, Ecuador, Israel, Kanada, Mexiko, Österreich, Thailand, Südafrika und USA. <P>DyStar stellt ebenfalls Textilfarben her. Der Hauptsitz ist Frankfurt; Filialen gibt es in Singapur und Charlotte/USA. &#8222;DyStar&#8220; stellt Farbstoffe und Pigmentpräparate her, die sich unter anderem in den Trikots vieler Teilnehmerländer an der Fußball-WM befinden. <P>

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