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Nichts geht mehr: Der 14 Tonnen schwere MAN steckt auf einem unbefestigten Waldweg zwischen Ascholding und Egling fest. Bislang scheiterten alle Bergungsversuche. Foto: hermsdorf-hiss

Offroader auf Abwegen

14-Tonner steckt auf unbefestigtem Waldweg fest

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Das Offroad-Vergnügen, das ein Grünwalder mit seinem zum Reisemobil umgebauten Bundeswehr-Lkw offensichtlich gesucht hat, endete auf einer unbefestigten Waldstraße zwischen Ascholding und Egling. Nichts geht mehr: Seit Mittwoch steckt der 14-Tonner fest, bisher scheiterten alle Bergungsversuche. „Nun muss Plan B her“, sagt Erich Zengerle, Kommandant der Eglinger Feuerwehr.

Egling– Warum der 43-Jährige seinen tarnfarbenen MAN-Truck auf den schmalen Waldweg lenkte, ist noch ungeklärt. So viel dagegen schon: Bereits am Mittwoch geriet der Lkw mit der rechten Fahrzeugseite von der Strecke ab und drohte abzurutschen. Das Fatale: Unterhalb des Unglücksortes befindet sich eine Fischzucht. Ein erster Bergungsversuch durch eine von dem Unfallfahrer verständigte Abschleppfirma misslang. Auch die Feuerwehr war gegen 20 Uhr mit ihrem Latein am Ende.

Am Donnerstagabend unternahm der Grünwalder laut Polizei selbstständig einen zweiten Versuch, das Gefährt im buchstäblichen Sinne aus dem Dreck zu ziehen. Dabei platzte eine Hydraulikleitung an der Seilwinde des Lkw, rund zehn Liter Öl flossen in den Wald. Alarmierte Kräfte der Eglinger und Geretsrieder Feuerwehr gruben das Erdreich ab und sicherten den Lkw. Der nächtliche Einsatz entpuppte sich als äußerst kompliziert: „Der Weg ist zu schmal, um mit großen Einsatzfahrzeugen zum Lkw zu gelangen“, berichtet Zengerle. Alle Arbeitsgeräte mussten mit einem Radlader transportiert werden.

Vorsorglich pumpte die Wehr gut 400 Liter Diesel aus dem Lkw-Tank ab. Erst gegen 3.45 Uhr rückten die Feuerwehren am Freitagmorgen wieder ab. Zurück blieb der MAN. „Nun braucht die Bergungsfirma einen Plan B“, sagt Zengerle. Die Feuerwehr könne nicht viel mehr tun, als die Oberfläche des Weges „abzubaggern und zu befestigen“, damit schweres Gerät gefahrlos auf ihm rollen kann. Das alles geschieht im Einverständnis und unter den Augen von Vertretern des Landratsamtes. Eglings Feuerwehrkommandant rechnet damit, dass der Offroader frühestens Montag aus seiner Notlage befreit werden kann. „Das wird spannend“, vermutet Zengerle aufgrund der widrigen Begleitumstände.

Polizei ermittelt gegen Fahrzeughalter

Den Waldweg hat die Gemeinde Egling am Freitag gesperrt. Eine Tonnagebeschränkung für die Strecke „gibt es nicht“, sagt Zengerle, „noch nicht“. Die Durchfahrt sei nicht verboten gewesen. Die Wolfratshauser Polizei ermittelt laut Hauptkommissar Michael Bayerlein wegen Bodenverunreinigung gegen den Fahrzeughalter. Mindestens die Bergung seines exotischen Reisemobils muss der Grünwalder aus der eigenen Tasche bezahlen. Und im Zuge der Ermittlungen werde die Frage zu beantworten sein, ob dem Offroader „ein Fehlverhalten“ vorgeworfen werden muss, so Bayerlein.

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