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Geschafft: Die Absolventen der Landwirtschaftschule feierten beim Jägerwirt in Aufhofen ihren Abschluss. 

„Lasst’s die Jungen ran“

19 neue Wirtschafter für Landbau: Sie sind fit für aktuelle Anforderungen

Die Landwirtschaftsschule hat 19 staatlich geprüfte Wirtschafter für Landbau verabschiedet. Die Absolventen sind auf die neuesten Themen in den Betrieben vorbereitet - es kommt aber auch auf das gegenseitige Verständnis der Generationen an, sagt Miesbachs Kreisobmann.

Bad Tölz-Wolfratshausen –Der Lernstoff war schwierig und sehr umfangreich, doch nun haben sie es geschafft: Die Absolventen der Landwirtschaftsschule Holzkirchen, Abteilung Landwirtschaft, feierten jetzt mit einem Gottesdienst und der Zeugnisübergabe im Aufhofener Jägerwirt ihren Abschluss zum „Staatlich geprüften Wirtschafter für Landbau“,

Genau genommen waren es 19 junge Männer und eine junge Frau, die eine wichtige Etappe auf dem Weg in ihr Berufsleben hinter sich gelassen haben. Kernziel sei es gewesen, die Studierenden auf ihre späteren Aufgaben als landwirtschaftliche Unternehmer und als Betriebsleiter vorzubereiten sowie Handlungs- und Entscheidungskompetenzen zu vermitteln, unterstrich Rolf Oehler, Leiter des Grünen Zentrums Holzkirchen. Unter diesem Dach ist die Schule nach Auflösung der Standorte Wolfratshausen und Miesbach seit 2015 angesiedelt.

Die Anforderungen der modernen Zeit würden sich in den Lerninhalten widerspiegeln: So werden etwa das Wissen in der tier- und umweltgerechten Produktionstechnik vertieft und Grundlagen im Fach Berufsbildung und Mitarbeiterführung erarbeitet. Themen wie Schutz von Boden, Wasser und Luft gehören ebenso zum Unterricht wie die Wirtschaftlichkeit von Produktionsverfahren und technischer Ausrüstung, die Bedeutung der Bienen- und Vogelwelt, Ökolandbau, Einkommensalternativen und die Wirtschaftlichkeitsberechnung des eigenen Betriebs.

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Großer Wert gelegt wird aber auch auf die Persönlichkeitsbildung, betonte Absolvent Stephan Weinbuchner in seiner Beschreibung der dreisemestrigen Schulzeit mit Theorie und Praxis. „Es sind viele Freundschaften entstanden.“ Semestersprecher Matthias Neumair schloss sich an: „Das Religionsseminar hat uns zu einer Gemeinschaft geformt und ein sehr konstruktives Klima geschaffen.“ Das habe sich natürlich auch auf den Unterricht ausgewirkt. Trotz der unterschiedlichen Persönlichkeiten und deren Herkunft aus ebenso unterschiedlichen Betriebsformen sei in der Klasse Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung gelebt worden, bestätigte Semesterlehrer Stefan Wank anerkennend.

Nachdem die Landwirtschaftsschule, die auf die landwirtschaftliche Gehilfenprüfung aufbaut, teils auch Lerninhalte der Meisterschule vermittelt, hätten sich fast alle Schüler entschlossen, nun auch diese Hürde in Angriff zu nehmen, stellte Oehler nicht ohne Stolz fest. Der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak appellierte an die künftigen Bauern, anstatt des für kleine Höfe schwer umsetzbaren „Immer größer, immer mehr“ passende Strategien und Qualität aufzubieten. Dass der neue Ministerpräsident Markus Söder den bisherigen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner aus seinem Amt abberufen hat, bedauerte Rzehak. „Denn das war der erste Minister, der es ernst gemeint hat mit den familiengeführten Betrieben.“ Er hoffe, dass Brunners Linie beibehalten werde. Miesbachs Kreisobmann Hans Hacklinger forderte ein gewisses Umdenken in der Gesellschaft: „Auch die Landwirtschaft muss sich weiterentwickeln dürfen, nicht nur die Industrie.“ Eine funktionierende Betriebsführung beruhe aber auch auf dem gegenseitigen Verständnis der Generationen. „Lasst’s die Jungen ran“, wandte sich Hacklinger deshalb an die Eltern. Und an die aufstrebenden Abkömmlinge gerichtet: „Eure Eltern haben vielleicht nicht alles richtig gemacht, aber auch nicht alles falsch.“

Rosi Bauer

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