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Umstrittenes Projekt: Was auf dem Gelände des Autohauses Walch entstehen soll, beschäftigt den Eglinger Gemeinderat schon eine Weile. Mit knapper Mehrheit entschied man sich jetzt, zwei Zwei- und zwei Dreispänner zu genehmigen – auf sanften Druck des Landratsamts. 

Am ehemaligen Autohaus Walch

Gemeinderat billigt Baupläne für Deining – aber nicht ganz freiwillig

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Jetzt doch: Der Eglinger Gemeinderat hat die zwei Doppelhäuser und Dreispänner genehmigt, die an der Tölzer Straße in Deining entstehen sollen. Doch der Sinneswandel war nicht ganz freiwillig. 

Egling – Der Gemeinderat hat am Dienstagabend eine Rolle rückwärts gemacht. Mit 9:7 Stimmen hat das Gremium nun doch die zwei Doppelhäuser und zwei Dreispänner samt Garagen genehmigt, die auf dem Grundstück des ehemaligen Autohauses Walch an der Tölzer Straße in Deining entstehen sollen. Ganz freiwillig war der Sinneswandel nicht: Das Landratsamt hatte mitgeteilt, dass die Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens vom Januar gesetzeswidrig ist. Die Behörde kündigte an, dass sie das Einvernehmen notfalls ersetzt hätte, sprich: sich über das Votum des Gemeinderats hinweggesetzt hätte.

Bürgermeister Hubert Oberhauser erläuterte dem Gremium die Haltung des Kreisbauamts. Demnach fügen sich die zwei Dreispänner und zwei Doppelhäuser durchaus in die Umgebung ein. Die „Riegelbildung“, die der Rat beanstandet hatte, sei nicht gegeben, denn nach neuester Rechtssprechung zählen Garagen und Nebengebäude nicht dazu. „Das Landratsamt hat uns gebeten, unsere Einstellung nochmals zu überdenken“, so Oberhauser. Er selbst tendierte dazu, sich dem Landratsamt anzuschließen. „Klar lässt man sich als Gemeinde nicht gerne in solche Dinge hineinreden. Aber man muss schon auch an den rechtlichen Grundlagen festhalten“, sagte er.

Dem widersprach der Deininger Gemeinderat Michael Neubauer (CSU). Für das Landratsamt hatte er wenig Verständnis: „Ich finde sehr wohl, dass hier der Ortsteil beeinträchtigt wird.“ Die Gemeinde forderte er auf, die Angelegenheit juristisch klären zu lassen. „Man kann und sollte das gerichtlich überprüfen“, sagte er. Das von Sonja Galli-Krottenthaler (FW) vorgebrachte Argument, dass junge Familien ja irgendwo leben müssen, konterte er: „Da werden niemals Einheimische einziehen.“ Das Ganze sei schlicht zu teuer. Für eine Doppelhaushälfte nannte Neubauer die Summe von 800.000 Euro. „Was dann der Dreispänner kostet, kann man sich ungefähr denken.“

Mit knapper Mehrheit entschied man sich jetzt, zwei Zwei- und zwei Dreispänner zu genehmigen – auf sanften Druck des Landratsamts.

Unterstützung erhielt Neubauer von Hans Spindler (parteifrei), der den Anfängen wehren wollte. „Wir schaffen hier einen Präzedenzfall in Richtung uniformierte Häuser“, warnte er. Auch Franz Gröbmaier (Liste Altgemeinde Moosham) nahm Anstoß an der Dichte der Bebauung. Untrügliches Indiz für ihn: die geplanten Duplex-Garagen. „Da wird es wahnsinnig eng zugehen.“

Andere fanden die Sache weniger dramatisch. Stefan Kießkalt (Vereinigte Bürgerschaft) sagte: „Solche Häuser sieht man auf dem Land überall, etwa in Lenggries. Ich finde das in Ordnung.“ Eine übermäßige Bebauung konnte Kießkalt nicht erkennen. Auch Vizebürgermeister Josef Bail meinte: „Wir reden seit Jahren über Verdichtung. Jetzt haben wir eben einen solchen Fall.“

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