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Pinzgauer sind bei Landwirten beliebt. Jetzt sind zwei Jungrinder ausgebüxt. 

Zum Abschuss freigegeben

Ausgebüxte Rinder rufen Tierschützer auf den Plan

Einfangen oder Abschießen? Für PETA ist das keine Frage. Im Fall der ausgebüxten Rinder in Egling ist das aber nicht so leicht umzusetzen.

Egling– Lebenshof statt Todesschuss: Das fordert die Tierrechtsorganisation PETA für die beiden ausgebüxten Jungrinder, die immer noch in der Gemeinde Egling umherirren. Landwirtin Monika Geiger vom Strobl-Hof gehören die Rinder. Sie sagt: „Ich sehe keine Möglichkeit, die Tiere einzufangen. Das wird auch PETA nicht schaffen.“

Wie berichtet waren 13 Rindviecher Anfang Juni von einer Weide ausgebrochen. „Ich weiß auch nicht, was mit ihnen los war“, sagt die 41-Jährige. „Sie müssen sich vor irgendetwas erschreckt haben.“ Eines der Tiere brach sich das Sprunggelenk und musste notgeschlachtet werden. Zwei Jungrinder sind noch immer auf der Flucht. Weil sie sich nicht einfangen ließen, hat sie die Landwirtin zum Abschuss freigegeben. Diese Nachricht ruft nun PETA auf den Plan. Die Pinzgauer sollen durch einen Veterinär betäubt und an einen Lebenshof übergeben werden, fordert die Organisation. „Tiere die einmal die Freiheit genossen haben, lassen sich schlecht wieder einsperren“, sagt PETA-Fachreferentin Lisa Wittmann. „Zudem kann dem Halter nicht viel am Leben seiner Tiere liegen, wenn er sie erschießen statt betäuben lässt.“

Dem widerspricht die Landwirtin. „Mich beschäftigt das“, sagt Geiger, die den Hof in sechster Generationen bewirtschaftet. Sie lebe von der Rinderzucht. 40 bis 50 Stück Vieh stehen im Stall und auf den Weiden des Bio-Hofs. „Die Zäune sind tipptopp. Es ist das erste Mal, dass uns Tiere ausgerissen sind“, versichert Geiger. „Und das ist kein Spaß für einen Landwirt.“ Wenn PETA die Jungrinder einfangen wolle, könne sie das gerne tun. Aber dazu müssten die Tierschützer sie erst finden. „Wenn sich ein Pinzgauer im Wald niederlegt, sieht man ihn aufgrund seines Felles nicht.“ Und: Ein vom Tierarzt betäubtes Rind könne noch drei Kilometer weit laufen. Da bestehe die Gefahr, dass es nicht gefunden wird. Zudem könne es sich durch den Adrenalinausstoß verletzen. „Die humanste Weise wäre ein Tötungsschuss.“ nej

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