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Einen stimmungsvollen Abend bescherten Deininger Musiker den Besuchern der Nikolauskirche.

Adventskonzert des Deiniger Pfarrgemeinderats

Bayerische Volksmusik mit klarer Botschaft

Deining – Das Weihnachtskonzert in der Deininger St. Nikolaus-Kirche war ein stimmungsvolles Arrangement bayerischer Volksmusik mit der klaren Botschaft: Wir werden uns nicht abbringen lassen, so zu feiern, wie es unsere Tradition ist.

Und plötzlich ging das Licht aus. Eine andächtige Stimmung entstand, ergreifend, aber zugleich auch tröstend und vertraut. Vom Eingang hinten kamen alle Mitwirkenden des Abends herein. Sie hatten rote Grablichter in der Hand und schritten langsam am Publikum vorbei zum Altar. Sie widmeten einen geistlichen Kanon den Toten und Verletzten des Berliner Attentats.

Das Weihnachtskonzert in der Deininger St. Nikolaus-Kirche war ein stimmungsvolles Arrangement bayerischer Volksmusik mit der klaren Botschaft: Wir werden uns nicht abbringen lassen, so zu feiern, wie es unsere Tradition ist. Es war ein fröhliches Weihnachtskonzert, mit gesungenen Liedern und instrumentaler Stubenmusik, bei dem emotionale Bilder entstanden von tiefverschneiter Bergwelt, funkelnden Tannenbäumen und der gedämpften Stille, die entsteht, wenn dicke Schneeflocken vom Himmel fallen – täten sie es doch endlich.

Urige Namen für ihre Musikensembles haben die Deininger. Die „Zammazupft’n“ eröffneten mit einem Instrumentalstück aus dem Mittelalter an Harfe, Kontrabass, Hackbrett und Querflöte. Mit dieser wunderschönen altertümlichen Musik setzte das Ensemble noch mehrmals am Abend Akzente.

Mit kurzen Weihnachtsgeschichten, teils von Ludwig Thoma, lockerte Erna Kiessing die musikalischen Beiträge auf. Sie erzählte zum Beispiel: „Wie der liebe Gott durch die Welt wanderte“ – religiöse Inhalte lieblich und recht bodenständig verpackt.

Bodenständig und kraftvoll ging es weiter mit der Deininger Jugendkapelle, die einen festlichen Marsch zwischen die zarte Saitenmusik setzte und später noch einmal mit einem englischen Beitrag „Mountain Wind“ an die Reihe kam.

Klassische Stubenmusik spielte das Ensemble „Sunnsaitn“ mit einem Menuett von Wolfgang Amadeus Mozart und die „Deutschen Tänze“ von Joseph Haydn. Katherina Hofberger und Sebastian Unterholzner konnten ihr angekündigtes Menuett von Johann Sebastian Bach leider nicht spielen. Eine Saite vom Cello war gerissen. Dafür brillierte der „5erl Gsang“ vierstimmig mit einem „Halleluja Jodler“ höchst kunstvoll.

Da hätte das Publikum gerne zwischendurch geklascht, aber es durfte nicht. Der Beifall war nämlich erst zum Ende des Konzerts erwünscht. Also ging es nahtlos weiter im Programm. „D’Liadalichn“ sangen im Chor „Leise rieselt der Schnee“ und forderten am Ende des einstündigen Konzerts alle Anwesenden auf, einzustimmen in das von den Bayern so geliebte Schlaflied „Es werd scho glei dumpa“.

Für das Konzert gab langen, warmen Applaus. Und danach ging es nach draußen in der eisigen Winternacht zu heißem Glühwein.

web

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