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In Egling geht es rund: Am Wochenende werden Tausende Trachtler auf dem Loisachgaufest erwartet. Vorab haben wir mit dem Vorstand gesprochen.

Er verrät, worauf er sich am meisten freut

Beim Gaufest kommen alle zusammen: Loisachgauchef im Interview

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Am Wochenende findet in Egling ein Großereignis statt: Der Gauheimatabend und der Trachtenumzug sind die Höhepunkte des Fests. Vorab haben wir mit Josef Ponholzer, Vorstand des Loisachgaus, gesprochen.

Egling – Der Loisachgau besteht aus 26 Vereinen, von Lenggries im Süden bis Kirchheim im Norden. Sie alle werden sich am kommenden Wochenende auf den Weg machen, um das 90. Loisachgaufest in Egling zu feiern, mit Gauheimatabend am Freitag und Umzug am Sonntag. Man rechnet mit 2800 Trachtlern und vielen Besuchern. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt der Chef des Loischgaus, Josef Ponholzer (51), Mitglied bei den Waxenstoana Antdorf, warum das Gaufest so wichtig ist – und worauf er sich besonders freut.

Herr Ponholzer, Neufahrn, Harmating, Egling: In einigen Ortsvereinen haben in den vergangenen Jahren Gaufeste stattgefunden. Täuscht der Eindruck, oder ist Egling eine Trachtlerhochburg?

Ja und nein. Es stimmt schon, im Bereich der Gemeinde Egling war der Loisachgau kürzlich Gast. Auf der anderen Seite muss man auch sagen: Die Trachtenvereine sind deutlich älter als die politische Großgemeinde Egling. Das muss man getrennt betrachten. Wobei St. Sebald Egling ein relativ junger Verein ist, er ist 1969 gegründet worden. Jünger sind nur die Lüßbachtaler aus Höhenrain.

Was ist für Sie persönlich der Höhepunkt?

Josef Ponholzer ist Vorstand des Loisachgausseit 2008. 

Natürlich der Gauheimatabend am Freitag mit 1800 Gästen und dann der Festzug am Sonntag. So wünschen es sich unserer Mitglieder, und ich freue mich sehr darauf. Für mich als Gauvorstand ist es sehr, sehr wichtig, dass jedes Jahr ein Gaufest stattfindet, weil ein Großteil der Mitglieder zu dem Ereignis kommt. Die sind während des Jahres vielleicht nicht immer so präsent, aber beim Gaufest sind sie da. Junge, Alte, alle kommen zusammen. Ein schöner Kirchgang, alte Bekannte treffen, gemütlich eine Mass Bier oder Radler trinken: Das macht die Attraktivität von einem Gaufest aus.

Die Eglinger sind bei der Werbung ja neue Wege gegangen, Stichwort Facebook, Stichwort Spiel mit der Zahl 17. Wie sehen Sie das?

Die Präsenz im Internet ist ja nicht unbedingt etwas Neues, der Loisachgau hat ja auch eine eigene Facebook-Seite, genauso wie einige Vereine. Das ist der Lauf der Zeit. Was die Eglinger auszeichnet, ist ihr professionelles Werbekonzept, das muss man ganz klar sagen. Das Spiel mit der Zahl 17 eine wirklich gute Idee. Schon enorm, was da geleistet wird.

Man hört, dass die Auflagen für Gaufeste immer strenger werden und mancher den Aufwand scheut. Stimmt das?

Es wird nichts einfacher, das stimmt. Der Bürokratismus nimmt zu, da geht es schon zum Teil ziemlich deutsch zu. Der Spielraum, den man früher hatte, wird immer kleiner. Auf der anderen Seite muss ich sagen: Wenn die maßgeblichen Personen hinter der Trachtensache stehen, dann findet man immer eine Lösung. Und das ist in Egling wirklich der Fall.

Stichwort Verkehr: Ich nehme an, dass es für Vereine und Gemeinden schon eine Herausforderung ist, wenn Tausende von Leuten anreisen – meist mit dem Auto.

Bei manchen Gemeinden geht es einfacher mit Umleitungen, bei manchen weniger. Als der Gau kürzlich in Seeshaupt gefeiert hat, da musste schon an der Autobahn ein Hinweis gemacht. In Egling ist das Ganze etwas einfacher, die haben ihre Umgehung. Der Verkehr von Ascholding, das kann man regeln.

Wie geht es der Trachtenbewegung insgesamt? Mein Eindruck ist: Das Interesse nimmt zu.

Was auf jeden Fall mehr wird, ist das Interesse am Gewand. Man muss zum Beispiel nur auf das Oktoberfest schauen, um zu sehen, wie verbreitet mittlerweile Lederhosen und Dirndl sind – auch wenn man das natürlich mit der Vereinstracht nicht verwechseln darf. Vor 20 Jahren wären sie alle noch mit Jeans oder Anzug auf die Wiesn gegangen. Das ist natürlich zunächst positiv. Jetzt muss man versuchen, dieses Interesse auszunutzen, und die Leute auch für das Tanzen, Singen und Musi machen zu begeistern. Die Chance ist da.

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