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Obacht, gleich blitzt’s: Die Kommunale Verkehrsüberwachung Oberland (KVO) kontrolliert seit etwa einem Jahr, ob die Autofahrer in der Großgemeinde Egling zu schnell dran sind. Aber wo, wie und wann geblitzt wird – darüber wurde im Gemeinderat intensiv diskutiert. 

Pro und kontra Verkehrsüberwachung

Ein Jahr Blitzer in Egling: Sinnvoll oder Abzocke?

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Egling – Seit einem Jahr blitzt die Kommunale Verkehrsüberwachung die Raser in Egling. Die Messstellen werden nun ausgeweitet. Nicht alle Gemeinderäte sind damit glücklich.

Verkehrsüberwachung ist ein emotionales Thema. Dienen Blitzer der Verkehrssicherheit oder zocken sie Autofahrer ab? Und müssen Tempoverstöße auch mitten in der Nacht geahndet werden, wenn kaum jemand unterwegs ist? Über diese Fragen hat der Eglinger Gemeinderat am Dienstagabend diskutiert.

Seit einem Jahr kontrolliert der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland (KVO) im Auftrag der Großgemeinde. „Wir sind zufrieden“, bilanzierte Thorsten Preßler vom Zweckverband. Im Jahr 2015 gab es laut Auswertung vier Messstellen. Das waren weniger als zunächst geplant. Der Grund: Die KVO muss die Erlaubnis haben, ihre Blitzer auf Privatgrundstücke zu stellen. Einige Eigentümer verzichteten offenbar darauf.

Bei elf Messungen wurden in 33 Stunden 7920 Fahrzeuge erfasst. 276 waren zu schnell unterwegs. Das ergibt eine Verstoßquote von vier Prozent. Im Gesamtgebiet berichtet die KVO von durchschnittlich acht Prozentpunkten. Die Bußgeldeinnahmen lagen bei 3540 Euro, die Kosten für die Messungen bei 6643 Euro. Damit zahlte die Gemeinde rund 3000 Euro drauf.

Im Jahr 2016 gab es bis Mitte Juni an sechs Stellen elf Messungen. Von 7319 Fahrzeugen waren in etwa zwölf Stunden 476 zu schnell also sechs Prozent. Den Bußgeldeinnahmen von 2670 Euro standen Ausgaben von 2789 Euro gegenüber. Bleibt ein Minus von 119 Euro. Preßler dazu: „Verkehrssicherheit darf Geld kosten.“

Wie berichtet hat die Zweckvereinbarung eine Laufzeit von zwei Jahren – im Prinzip eine Probemitgliedschaft. Dieses Modell hat aber höhere Kosten pro Messungsstunde zur Folge. Wäre Egling wie etwa Schäftlarn oder Bad Tölz im Verband Mitglied geworden, wären die Ausgaben pro Messtunde um 40 Euro niedriger gewesen. „Die Verwaltung wird deswegen demnächst vorschlagen, Mitglied zu werden“, erklärte Bürgermeister Hubert Oberhauser.

Das Für und Wider der Überwachung wurde intensiv diskutiert. Peter Gröbmair blieb bei seiner ablehnenden Haltung. „Man sieht, dass wir keine Unfallschwerpunkte haben“, sagte er. Stefan Kießkalt kritisierte, dass zu jeder Uhrzeit geblitzt wird. „Für einen Blitzer um 5.45 Uhr morgens am Kindergarten fehlt das Verständnis“, sagte er. „Das trägt nicht zur Verkehrssicherheit bei, weil niemand sonst auf der Straße unterwegs ist. Da blitzen wir zur Abzocke.“

Die Gemeinde will die Kontrollzeiten nun mit der KVO künftig besser abstimmen, um nur zu sinnvollen Zeiten, etwa zu Beginn und Ende der Schule, geblitzt wird. Zudem will die KVO weitere Messstellen finden und pro Monat viermal je drei Stunden überwachen – eine deutliche Steigerung.

Manfred Neubauer lobte die Überwachung. Sie trage nicht nur zur Sicherheit, sondern auch zur Verkehrsberuhigung bei – etwa auf der vielbefahrenen Deininger Ortsdurchfahrt.

Josef Bail schlug vor, die Tempo-30-Beschränkung beim Kindergarten in Egling zeitlich einzugrenzen, etwa von 7 bis 16 Uhr.

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