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Der Schöpfer und sein Werk: Der Eglinger Puppenspieler Siegfried Böhmke und sein neuestes Modell – Bürgermeister Hubert Oberhauser mit dem Programm des Gaufests. 

Puppenspieler fertigt Doppelgänger an

Bürgermeister Hubert Oberhauser gibt es jetzt doppelt

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Ein kleiner Doppelgänger aus Modelliermasse, einen knappen halben Meter groß, der an Schnüren hängt: Puppenspieler Siegfried Böhmke hat zum Gaufest den Bürgermeister in Miniaturform angefertigt.

Egling – Bürgermeister Hubert Oberhauser gibt es jetzt doppelt. Das Original sitzt in Lebensgröße im Rathaus und lenkt von dort aus die Geschicke seiner Gemeinde. Das ist bekannt. Was bisher noch niemand weiß: Neuerdings existiert ein kleiner Doppelgänger aus Modelliermasse, einen knappen halben Meter groß. Er hängt an Schnüren in der Werkstatt von Siegfried Böhmke, nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Rathaus entfernt. Die Oberhauser-Marionette ist sein neuestes Werk.

„Anlass war für mich das Gaufest“, sagt Böhmke, Chef des Münchner Marionettentheaters und seit knapp drei Jahrzehnten in Egling daheim. Bei diesem Trachtler-Großereignis, das ab dem kommenden Wochenende stattfindet und weit über Egling hinausstrahlt, fungiert Oberhauser als Schirmherr. Die Verbundenheit mit dem bayerischen Brauchtum ist auch seinem Doppelgänger auf den ersten Blick anzusehen: Die Puppe trägt eine Lederhose, Haferlschuhe sowie einen Trachtenjanker. In der Hand hält sie ein Programm des Gaufests – logisch.

Im Vorfeld wurden Studien betrieben

Um den Rathauschef möglichst lebensecht zu porträtieren, hat Böhmke im Vorfeld Studien betrieben. So hat er sich im Internet Bilder angeschaut, etwa das Bild auf der neu gestalteten Homepage der Gemeinde. Und wenn sich die beiden zufällig über den Weg gelaufen sind – auf dem Weg zu seinem Jagdrevier kommt Oberhauser direkt am Anwesen von Böhmke am Reisererweg vorbei –, hat der Künstler den Lokalpolitiker etwas genauer ins Auge gefasst.

So ist im Laufe einer Woche eine Marionette entstanden, die dem Original verblüffend ähnlich sieht. Die Eigenarten sind etwas übertrieben. Die Haare sind noch etwas weniger, die Wangen noch etwas röter, die Nase noch etwas spitzer als in Wirklichkeit. „Man muss karikieren, wenn die Figuren wiedererkennbar sein sollen“, sagt Böhmke, der im Laufe seines Künstlerlebens schon weit über 2000 Puppen entworfen hat. Entscheidender Unterschied zwischen Original und Doppelgänger: Der Rathauschef zieht die Strippen, das gehört zu seinem Job. An der Marionette hingegen kann gezogen werden.

Dieter Reiter hat auch schon ein Double

Oberhauser ist der zweite Politiker, dem der Chef des Münchner Marionettentheaters seine Reverenz erwiesen hat. Zuvor hat der gebürtige Regensburger vom Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter ein Double an Schnüren geschaffen. Die Reiter-Marionette spielte eine Nebenrolle in dem – von Böhmke selbst geschriebenen und inszenierten – Stück „Die fantastische Reise des Korbinian Fox“. Dieser erfindet ein Gefährt, das sich zu Wasser und in der Luft fortbewegen kann. Damit reist er um die Welt und erlebt die unglaublichsten Dinge. Am Ende landet er auf der Theresienwiese, wo ihm Reiter wegen seiner Verdienste die Medaille „München leuchtet“ überreicht. Der Bürgermeister fand das übrigens sehr lustig, er hat seine Figur selbst gesprochen. „Wir hatten einen Riesenspaß“, erzählt Böhmke.

Ob der Oberhauser-Marionette ein ähnliches Schicksal beschieden ist, weiß man nicht. Es existiert noch kein Drehbuch, in dem der Eglinger Rathauschef vorkommt, weder als Haupt- noch als Nebenfigur. Und ob er sich wie sein Münchner Amtskollege im Fall der Fälle selbst sprechen würde, ist auch unklar – Böhmke hat ihm seinen kleinen Doppelgänger bislang verheimlicht. Vielleicht bleibt die Figur einfach in der Werkstatt hängen und harrt ihrer Bestimmung. Oder Böhmke nimmt sie mit nach München und stellt sie aus. „Wir haben dort ein Schaufenster mit einigen besonders schönen Marionetten“, sagt er. Also Hubert Oberhauser als Deko-Stück? Das hätte er sich wohl kaum träumen lassen.

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