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2Gplus gilt nicht in Bayern: Gastronomen erleichtert - „Mir fällt ein Stein vom Herzen“

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Von: Dominik Stallein

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Joseph Großmann am Zapfhahn
Joseph Großmann darf weiter Bier für geimpfte und genesene Gäste zapfen - auch ohne Schnelltest. © Großmann

Die Staatsregierung hat entschieden: Keine 2Gplus-Regelung für Gastronomie in Bayern. Die Wirte in der Region sind erleichtert. Einfach ist die Situation dadurch aber noch nicht.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Schnitzel, Spaghetti und Gyros kommen in Bayern weiterhin auch ohne Corona-Test auf den Tisch: Die Bayerische Staatsregierung hat am Dienstagmittag bekannt gegeben, dass es im Freistaat keine weitere Einschränkung durch eine 2Gplus-Regelung geben wird. Die Branche atmet auf. Einfach ist die Situation für die Wirte in der Region trotzdem nicht.

Corona: 2Gplus in der Gastro gilt nicht in Bayern: „Mir fällt ein Stein vom Herzen“

„Mir fällt ein großer Stein vom Herzen“, sagt Johann Oberhauser. Nach vielen Negativmeldungen in den vergangenen Monaten sei das „endlich mal eine gute Nachricht“ für die Gastronomie. Schon jetzt, wo Genesene und Geimpfte ohne zusätzlichen Negativ-Test im Eglinger Gasthof Oberhauser Platz nehmen dürfen, „ist schon weniger los als ohne die Auflagen“, sagt er. Feiern würden reihenweise storniert, an Silvester und Neujahr blieb die Küche kalt, weil man mit kaum Gästen rechnete. Das beliebte Sonntags-Büffet mit Schmankerln aus der eigenen Metzgerei wird wegen der Auflagen momentan nicht aufgetischt. Oberhauser: „Noch eine weitere Verschärfung wäre hart gewesen.“

Wirtin aus Bad Tölz freut sich über 2Gplus-Entscheidung: „Situation ist schon schwer“

Alexandra Sprenger, Wirtin im Alten Zollhaus in Bad Tölz, hält die derzeitigen Auflagen für scharf genug. „Wir sind langsam ziemlich zermürbt, weil wir schon so lange keine Normalität erleben“, sagt sie. Durch Sperrstunde, 2G-Beschränkung und Abstandsgebot habe sie täglich mit Einschnitten im Betrieb zu kämpfen. „Ich glaube, dass viele nicht wissen, wie schwer die Situation für die ganze Branche schon ist.“

Seit Jahresbeginn ist das Restaurant zu, erst Ende Januar wird Sprenger wieder Gäste empfangen. Ärgerlich sei das Ganze vor allem, weil ihr kein Fall bekannt sei, bei dem eine Corona-Infektion auf einen Restaurantbesuch zurückzuführen sei. „Wir haben monatelang Kontaktdaten abgefragt. Gebraucht haben wir sie nie.“ Die Kabinettsentscheidung, die Maßnahmen in der Gastronomie beim Status quo zu belassen, sieht sie positiv: „Es ist für uns wichtig, dass sich die Regeln nicht alle paar Wochen wieder ändern. Sonst hätten wir wirklich null Planungssicherheit.“

Johann Oberhauser kocht
„Mir fällt ein Stein vom Herzen“, sagt Johann Oberhauser aus Egling. Die 2Gplus-Regel gilt in Bayern nicht. © Archiv

Kommt 2Gplus in Hotspots in Bayern? Wirte wollen Planungssicherheit

Die sei nun zumindest für die nächsten Wochen gegeben, betont Ursula Werner vom Altwirt in Lenggries. „Für eine gewisse Zeit ist die Nachricht eine Erleichterung“, sagt sie. „Viel länger als ein, zwei Wochen im Voraus kann man im Moment aber nicht planen.“ Dass die 2G-Regelung bei steigenden Infektionszahlen bestehen bleibt, glaubt sie nicht: „Seit Monaten ist nichts in Stein gemeißelt“, stellt Werner fest. Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann erklärte auf der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass in Hotspot-Landkreisen mit einer Inzidenz von über 1000 die 2Gplus-Regel doch noch eingeführt wird.

Altwirt in Münsing zu Corona-Regeln: „Schon jetzt ein Aufwand“

Joseph Großmann ist froh, dass der Betrieb seines Altwirt in Münsing wie gewohnt weiterlaufen kann. „Es ist schon jetzt ein Aufwand für uns, das alles umzusetzen“, sagt der Gastronom. Derzeit, wo witterungsbedingt nur der Innenraum des Gasthauses geöffnet ist, sei es noch möglich, alle Gäste nach Impfpass oder Genesenen-Schein zu fragen – „müssen wir das mal auf den Biergarten ausweiten und dann auch noch die Testergebnisse überprüfen oder gar selber testen, wird es irgendwann ein Chaos“, sagt der Wirt. Inzwischen habe sich der Großteil der Kunden an das Prozedere vor dem Essen gewöhnt. „Am Anfang war’s noch für manche schwierig, als das alles neu und ungewohnt war“, sagt Großmann.

Impfquote ist niedrig: Gastronomie hat weniger Besucher

Weil die Impfquote im Landkreis immer noch recht niedrig ist, bleibt vielen Menschen der Restaurantbesuch trotz des bayerischen Sonderwegs verwehrt. In den Augen der Gastronomen reicht die 2G-Regel: „Es würden sicherlich noch weniger, wenn man noch einen Test bräuchte“, so Zollhaus-Wirtin Sprenger. Spontan-Besuche wären dann nur noch für geboosterte Gäste möglich – für sie entfällt die Testpflicht. „Und für alle anderen wäre es ein Wahnsinnsaufwand.“

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