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Den dörflichen Charakter von Deining sehen einige Gemeinderäte in Gefahr. 

Grundsatzdebatte über Entwicklung des Ortsteils

Deining soll nicht Grünwald werden

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Egling - Wie soll es mit Deining weiter gehen? Droht der Ortsteil ein weiterer Vorort von München zu werden? Diese Grundsatzdebatte führte am Dienstagabend der Eglinger Gemeinderat.

Eigentlich klang die Sache harmlos. Nach dem Willen des Antragstellers sollen an der Alten Tölzer Straße, in der Baulücke gegenüber vom Autohaus Walch, statt zweier Doppelhäuser drei Einfamilienhäuser entstehen. Der Vorbescheid war schon genehmigt, und drei Einfamilienhäuser wirken weniger wuchtig. Also nur eine Formalität? Mitnichten.

Den Deininger Gemeinderäten missfällt der Plan

Einige Gemeinderäte nahmen Anstoß daran, wie die drei Einfamilienhäuser ausschauen sollten – nämlich sehr ähnlich, um nicht zu sagen identisch. Der Plan, der an die Wand projiziert wurde, zeigte es. Und genau das löste eine Grundsatzdebatte über die Zukunft von Deining aus. Den Ton gab Michael Neubauer (CSU) vor: „Ich tue mir schwer damit, dem zuzustimmen“, sagte er. Insbesondere störte er sich an den Maßen von 15 auf zehn Metern sowie Garagen von sechs auf sechs Metern. „Das sind schon eher Villen als Einfamilienhäuser.“ Seine Schlussfolgerung: „Das passt da einfach nicht hin.“

Der dörfliche Charakter soll erhalten bleiben

Noch etwas grundsätzlicher wurde Hans Spindler (parteifrei). Deining sei der nördlichste Ortsteil der Gemeinde und grenze deshalb am nächsten an München. Dass der Siedlungsdruck der Landeshauptstadt in den nächsten Jahren zunehme, sei bekannt. Insofern stelle sich die Frage: „Wollen wir, dass Deining in Richtung Vorort geht? Soll es irgendwann ausschauen wie in Pullach?“ Auch Franz Gröbmaier (Liste Altgemeinde Moosham) machte keinen Hehl daraus, dass ihm die Planung nicht behagt: „Die stehen da alle im gleichen Abstand aufgereiht. Mit dörflichem Charakter hat das nichts mehr zu tun.“

Andere finden die Planung nicht so dramatisch

Das blieb nicht ohne Widerspruch. Josef Bail hatte an der Planung nichts auszusetzen. „Lieber Einfamilienhäuser als Doppelhäuser“, sagte er kurz und bündig. Jede Parzelle der drei Häuser stehe auf etwa 1200 Quadratmeter großem Grund: „Auf so großen Flächen kann man das schon hinbauen.“ Und überhaupt sei Verdichtung im Innenraum politisch gewollt. In dieselbe Richtung ging die Wortmeldung von Stefan Kießkalt (Vereinigte Bürgerschaft Egling). „Ich finde das überhaupt nicht dramatisch, ich kann die Bedenken in keinster Weise teilen“, sagte er mit Blick auf die Planung. „Wir reden hier immer noch von Einfamilienhäusern.“ Am Kapellenweg in Neufahrn seien längst ähnliche Häuser realisiert. Dort stehen mehrere Doppelhaushälften, ohne dass irgendjemand Bedenken geäußert hätte.

Überhaupt, wo geht es mit Deining hin?

Das wiederum wollte Sonja Galli-Krottenthalter (Freie Wähler) so nicht stehen lassen. „Was da in Deining geplant ist, hat eindeutig Siedlungscharakter. Da steht ein Haus neben dem anderen, zack, zack, zack. Wie in Reih und Glied. Das kann es nicht sein.“ Ihr stimmte Jakob Bernlochner (Freie Wähler) zu. „Das macht einen Eindruck wie in Grünwald, wo alles gleich ausschaut. Da besteht ja die Gefahr, dass man sein eigenes Haus nicht mehr findet.“

Der Kompromiss überzeugt die Skeptiker nicht

Bürgermeister Hubert Oberhauser schlug einen Kompromiss vor. Er regte an, den Beschlussvorschlag um einen Zusatz zu erweitern. Darin soll vom Bauwerber gefordert werden, „dass die Baukörper unterschiedlich angeordnet werden“. Dieser Zusatz überzeugte die Gegner des Projekts nicht. Sieben Gemeinderäte stimmten dagegen, aber 13 dafür. Es bleibt bei der Planung der drei Einfamilienhäuser.

Diskussionsveranstaltung

Die Eglinger Gemeinderäte Resi Bauer, Dr. Jakob Bernlochner, Sonja Galli-Krottenthaler, Angelika Kassner, Michael Neubauer, Hans Spindler und Brigitte Unterholzner laden die Deininger am Donnerstag, 24. November, zu einer Diskussionsveranstaltung über die Zukunft des Ortsteils ein. Beginn ist um 19.30 Uhr im Trachtenheim.

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