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Noch grüne Wiese: Im Bereich der Hochstraße in Deining wird mittelfristig gebaut werden. Nur was? Und wie? Das wollen viele Bürger jetzt schon wissen.

Neue Bebauung an der Hochstraße

Deininger übergeben 230 Unterschriften

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Im Ortsteil Deining herrscht Nervosität: An der Bebauung an der Hochstraße nehmen viele Bürger Anstoß. In der jüngsten Gemeinderatssitzung übergab Norbert Fuchs dem Gemeinderat 230 Unterschriften. Bürgermeister Hubert Oberhauser versuchte, die Gemüter zu beruhigen.

Egling – Siedlungsdruck ist ein Wort, das zurzeit oft in politischen Debatten fällt – und meist hat es einen negativen Klang. Dass die Großstadt München expandiert, hat Folgen für das Umland. Vor allem für Dörfer, die relativ nah an München angrenzen – wie der Eglinger Ortsteil Deining. Die allgemeine Unruhe macht sich derzeit an einem bestimmten Projekt fest, der Bebauung an der Hochstraße.

Dass die Gedankenspiele die Deininger verunsichern, wurde im Gemeinderat deutlich. Da stand der Anwohner der Hochstraße, Norbert Fuchs, auf und überreichte dem Gemeinderat 230 Unterschriften, die er zusammen mit Hugo Spitz gesammelt hatte. Wenn man bedenkt, dass Deining etwa 800 Einwohner hat, ist das ein beachtlicher Anteil.

Der gebürtige Hesse suchte keineswegs die Konfrontation mit dem Gremium. Er wollte einfach wissen, was Sache ist. „Wir würden gerne erfahren, was in den Köpfen der Gemeinderäte vor sich geht“, sagte Fuchs. Er bat dringend darum, ehrlich zu den Bürgern zu sein. Von Rathauschef Hubert Oberhauser wollte er wissen, ob es schon irgendwelche Zusagen an den Investor gebe, der vor einiger Zeit das knapp drei Hektar große, wunderschöne Grundstück gekauft hat. Außerdem appellierte Fuchs, das Dorf in den Entscheidungsprozess einzubeziehen und so bald wie möglich eine Versammlung einzuberufen.

Bürgermeister Oberhauser versuchte, die Gemüter zu beruhigen. „Sie können sicher sein, dass wir dort sehr vorsichtig und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl vorgehen“, sagte er. Er erinnerte an eine Versammlung in Deining, in der klar geworden sei, dass es mehr Wohnraum braucht. Tatsache sei, dass es auf dem Areal an der Hochstraße schon jetzt ein gewisses Baurecht gebe. Daher sei es sinnvoll, mit dem Investor in den Dialog zu treten. Konkret sei noch gar nichts. Insofern habe eine Versammlung zum jetzigen Zeitpunkt wenig Sinn.

Der Ratshauschef verwies darauf, dass die Bürger selbstverständlich gehört werden – und zwar im Rahmen der Bauleitplanung. Hier werden nicht nur die 30 Träger öffentlicher Belange einbezogen, sondern auch jeder einzelne Bürger. „Mehr Demokratie geht nicht“, sagte Oberhauser. Er selbst habe natürlich keine Zusage irgendeiner Art gegeben: „Das dürfte ich gar nicht, da würde ich meine Kompetenzen überschreiten.“

So diplomatisch äußerte sich nicht jeder. Stefan Kießkalt (Vereinigte Bürgerschaft) fand, dass das Misstrauen der Bürger dem Gemeinderat gegenüber „total überzogen“ sei. Er beklagte, dass in Deining Gerüchte gestreut und Horrorszenarien an die Wand gemalt würden. „Erst sollten wir als Gemeinderat eine gewisse Richtung festlegen, und dann können wir in den Dialog mit den Bürgern treten.“ So viel Vertrauen könnten die Bürger dem Rat durchaus entgegenbringen. Peter Gröbmaier (Vereinigte Bürgerschaft) erinnerte daran, dass sich hier eine gute Chance biete, Wohnraum für Einheimische zu schaffen. „Darum geht es uns in erster Linie.“ Die Deininger Gemeinderätin Angelika Kassner (SPD) fand, dass die Diskussion in eine falsche Richtung läuft. „Wir reden hier total aneinander vorbei“, sagte sie. „Die Leute wollen in einer Versammlung einfach mal zu Wort kommen.“ Eine solche Debatte jedoch erklärte Josef Bail für sinnlos. „Es bringt nichts, um des Kaisers Bart zu reden“, sagte er. Zunächst müsse das Projekt konkreter werden.

Oberhauser bot Norbert Fuchs an, sich mit ihm in den nächsten Tagen zu treffen und die Sachlage zu erörtern. „Sie können mich zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen“, sagte Oberhauser im Scherz. „Ich beschränke mich lieber auf die Tageszeit“, sagte Fuchs. Das Treffen soll in den nächsten Tagen stattfinden.

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