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Zwischen „Kürbis-Biercappuccino“ und „Bayerischem Bierbratl“ erzählte Sabrina Schwenger, wie im Mittelalter Bier gebraut und böse Mächte vertrieben wurden.

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s

Diese Geschichten ranken sich ums bayrische Bier

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Egling – Hopfen und Malz, Gott erhalt's: Um das bayrische Bier ranken sich zahlreiche Mythen und Geschichten. Der Verein Flößerstraße hat die schönsten Anekdoten zusammengetragen.

Als Braumeister noch als „Bierhexer“ gefoltert wurden und die Kunst des Bierbrauens ein alchemistisches Zauberwerk war. Bis weit zurück ins Mittelalter reichten die humoristischen Erzählungen und Anekdoten, mit denen die Mitglieder des Vereins Flößerstraße bei ihrer Auftaktveranstaltung „Prost! Bier!“ Mahlzeit!“ die Gäste in der urigen Alm vom Gasthof Oberhauser in Egling unterhielten. Umrahmt von einem köstlichen Bier-Menü und musikalischer Untermalung mit der Gruppe „Boarische Roas“. Eine Bierverkostung sollte am Ende das prickelnde i-Tüpfelchen auf den humoristischen Abend setzen.

Hermann Paetzmann (Schauspieler), Sabrina Schwenger (Journalistin, Autorin und Schauspielerin) und Hannes Kirchhofer (Vorstand der Musikschule Geretsried) erwiesen im 500. Jahr Reinheitsgebots dem beliebten Gerstensaft alle Ehre. Ums Bier ging es an diesem Abend – theoretisch wie praktisch. Im Mittelalter etwa sorgte ein „Hundemaul für die Würze“, und „der Strick eines Gehängten unterm Sudkessel vertrieb die bösen Mächte“. Mit dem Reinheitsgebot von 1516 war mit den Umtrieben dann Schluss. Fortan durften nur noch vier Bestandteile die Zusammensetzung des reinen Gerstensafts bestimmen: Hopfen, Malz, Wasser und Hefe. Und das gilt bis heute.

Die Flößerei und das Bier sind inzwischen zum immateriellen Kulturerbe geworden. Zwischen beiden bestand früher eine existenzielle Verbindung. Die drei Erzähler beschrieben in Überlieferungen, Originalzitaten und mit bayerischen Texten und Versen die Entstehung der Braukunst sowie die gefährliche Arbeit der Flößerbetriebe, die einst das frische Bier vom Oberland nach München lieferten. „8700 Eimer Bier auf 100 Flößen, das entsprach 560 000 Liter Bier, wurden jährlich auf dem Isarlauf befördert, „so viel wie heutzutage an einem einzigen Wiesn-Tag konsumiert wird“, erklärte Paetzmann, und die Zuhörer staunten nicht schlecht, während sie an einem Gläschen Weißbier-Prosecco nippten. Im 17. Jahrhundert habe es zwölf Bierbrauer in Wolfratshausen gegeben, die Bierkeller befanden sich im Bergwald. Doch das beste Bier brauten seinerzeit die Mönche in den Klöstern „mit göttlicher Inspiration“.

Zwischen den historischen Erzählungen gab es passend zum Thema einen „Kürbis-Biercappuccino“, ein „Bayerisches Bierbratl“ und nach dem „Bieramisu“ ging es zum eigentlichen Höhepunkt des Abends über, auf den alle durstigen Kehlen ungeduldig gewartet hatten. Unter fachkundiger Anleitung erklärte der Brautechnologe Philip Riedl aus Harmating die Merkmale exotischer Biervariationen und ließ die Gäste am „Zwicklbier“ mit seiner Citrus-Note, am amerikanischen „Craft-Beer“ mit seiner würzigen Geschmacksnote, an einem „Indian Pale Ale“ und der gehaltvollen, achtprozentigen „Miasbacher Bockfotzn“ nippen, schnuppern und schlürfen. Resümee des Abends: Ein wahres Fest für die Sinne – lehrreich, köstlich und süffig.

Weitere Termine

Weitere Termine von „Prost! Bier! Mahlzeit“ sind am 9. April, 19 Uhr im Wirtshaus zum Starnbräu, Bad Tölz, 23. April, um 19 Uhr im Gasthof Geiger, Geretsried, 24. April, um 18.30 Uhr in der Flößerei, Wolfratshausen sowie 28. April um 19 Uhr im Binder-Bräu, Bad Tölz.

von Andrea Weber

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