Georg Strobl, Landwirt aus Deining
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Georg Strobl war ein lebensfroher Mensch, der Bayern über die Maßen liebte. Im ganzen Oberland kursierten Anekdoten über ihn.

Landwirt und Bayer mit Leib und Seele

Deining trauert um Georg Strobl

  • Volker Ufertinger
    VonVolker Ufertinger
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Georg Strobl war das Gesicht der Bayernpartei im Landkreis. Jetzt ist das Original im Alter von 74 Jahren verstorben. Die Trauer in Deining und im Landkreis ist groß.

Egling – Georg Strobl war ein im ganzen Oberland bekanntes Original. Wer ihm einmal begegnet ist, hat seine Freundlichkeit und seinen trockenen Humor nicht vergessen. Als Verfechter der bäuerlichen Belange und Kreisrat der Bayernpartei machte er sich landauf, landab einen Namen. Jetzt ist der Weber Schorsch – so der Hofname – im Alter von 74 Jahren verstorben. Am Dienstag wurde er am Deininger Friedhof zu Grabe getragen. Es war eine „große Leich“.

Pater Johannes, Pfarrvikar im Kloster Schäftlarn, rief das Leben seines Freundes in Erinnerung. Georg Strobl kam am 28. Februar 1947 zur Welt. Mit 14 Jahren verlor er seinen Vater, der an den Spätfolgen seines Einsatzes im Zweiten Weltkriegs starb. Er hatte am Afrika-Feldzug Rommels teilgenommen und war an Malaria erkrankt. In Wolfratshausen wurde er zum Landwirt ausgebildet und machte sich fortan mit aller Macht für die Interessen der Bauern stark – unter anderem in der Bayernpartei. Von 1970 bis 1998 versah er das Amt des Turbinenwärters im Mühltalkraftwerk und stellte sich als Mesner für die ganz in der Nähe gelegene Kapelle St. Ulrich zur Verfügung. 2010 erfüllte er sich einen Traum und siedelte aus, von der stark befahrenen Deininger Ortsdurchfahrt zur Verbindungsstraße nach Kleindingharting. „Sein geliebtes Deining behielt er immer im Blick“, so der Geistliche. „Er war ein sehr geselliger, sozialer und frommer Mann.“ 1971 heiratete er seine Frau Rosina, aus der Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor. Seine acht Enkel liebte er sehr – und sie ihn.

Und auch eine sehr persönliche Episode erzählte Pater Johannes. So fragte einmal eine Spaziergängerin den Weber Schorsch, der gerade mit Mäharbeiten in der Nähe des Klosters beschäftigt war, wo denn heute sein Bruder wäre. Auf die verdutzte Nachfrage, wen sie meinte, antwortete die Frau: Na, den Pater Johannes. Wie sie auf die Idee kam, blieb ihr Geheimnis. Doch von da an nannten sie sich im Scherz immer „Brüder“.

Welchen Rang der Georg Strobl – sein Markenzeichen: Vollbart mit Hut – im Dorf und weit darüber hinaus hatte, machte eine ganze Reihe von Trauerrednern klar. Der Generalsekretär der Bayernpartei, Hubert Dorn, erinnerte an die vielen Funktionen, die der Verstorbene für die Partei ausübte, sei es als Kreisvorsitzender, Kreisrat von 1996 bis 2004, Bezirksvorsitzender und Mitglied im Landesverband. Mit Stolz erinnerte er daran, dass Strobl in den 1990er Jahren als Direktkandidat der Bayernpartei für die Bundestagswahl in seinem Heimatdorf 44 Prozent holte. „Davon können die großen Parteien heutzutage nur träumen.“ Dorn versuchte auch, das Wesen Strobls zu ergründen: „Er tat, was er sagte und er sagte, was er tat. Sein und Handeln waren kongruent.“ Bürgermeister Hubert Oberhauser würdigte die Ausstrahlung des Deiningers: „Er hatte klare Positionen. Davon könnten sich viele Politiker von heute eine Scheibe abschneiden.“

Auch der SC Deining, die Freiwillige Feuerwehr, der Historische Fahrzeugverein, der Trachtenverein „Dürnstoana“ und der VdK nahmen bewegt Abschied von ihrem Mitglied Georg Strobl. Und doch: Gleich nach der Beerdigung erzählten sich alle Anekdoten, die sie mit dem Verstorbenen erlebt hatten. Und davon gab es viele.

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