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Weitgehend sachlich verlief die Bürgerversammlung in Egling. 

Bürgermeister spricht von  „immenser zeitlicher Verzögerung“

Staatsstraße durch Deining muss saniert werden: Warum sich das Projekt verzögert

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Der Bürgermeister spricht von einer „immenser zeitlicher Verzögerung“. Die Sanierung der Staatsstraße durch Deining bereitet der Gemeinde Probleme.

Egling Wer hitzige Diskussionen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Anders als im vorigen Frühjahr, blieben heuer bei der Bürgerversammlung im Saal des Gasthauses zur Post in Egling etliche Stühle unbesetzt. Und die Atmosphäre war entspannt. „Schade, dass so wenig Deininger Bürger da sind“, stellte Hugo Spitz fest. „Aber ich kann mir vorstellen, warum die nicht kommen: Weil alles in Ordnung ist in der Gemeinde.“

Dass es zu vorgerückter Stunde doch noch ein bisschen Diskussionsstoff gab, lag auch an dem engagierten Deininger selbst. Eine gute Stunde benötigte Bürgermeister Hubert Oberhauser, um in seinem umfangreichen Rechenschaftsbericht alle Aktivitäten des vergangenen Jahres dazustellen und die zahlreichen neuen Projekte zu beleuchten. „Wir haben unwahrscheinlich viel gemacht“, lautete das Motto, unter dem der Rathauschef das vergangene Jahr Revue passieren ließ.

„Die finanzielle Seite ist robust“, ergänzte Oberhauser. Die Rücklagen der Gemeinde würden sich auf circa 4,8 Millionen Euro belaufen. „Jetzt sind wir an einem Zeitpunkt angelangt, zu investieren.“ Zum Beispiel in das Springer-Anwesen gegenüber dem Rathaus: Auf dem Gelände sollen eine Seniorenbetreuung und sechs Wohnungen entstehen. Konkrete Pläne für diese „Vision der Gemeinde“ (Oberhauser) für die dritter Landrat Klaus Koch sogar „ein Lob“ aus der Kreisbehörde mitbrachte, wurden im Rahmen der Bürgerversammlung präsentiert.

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Es soll nicht das einzige gemeindliche Wohnbauprojekt bleiben, wie der Bürgermeister andeutete. Neben der Wohnraumbeschaffung sind weitere Aufgaben, die auf die Gemeinde zukommen, unter anderem die Sanierungen des Gemeindehauses in Deining sowie der Alten Schule in Thanning, die jedoch beide nicht in naher Zukunft realisiert werden können.

Im Hinblick auf die bei der Bürgerversammlung vor einem Jahr heftig diskutierten Bauprojekte erklärte Oberhauser: „Aus Deining gibt es derzeit nichts aktuelles zu berichten.“ Da war Hugo Spitz anderer Meinung. Er beanstandete, dass „der Weiher an der Hochstraße verlandet und vertrocknet“ und wollte wissen: „Warum passiert da nichts?“ Nach Auskunft der Fachbehörde sei der Wasserstand des Teichs früher zu hoch gewesen, jetzt sei er in Ordnung, teilte der Bürgermeister mit. Er versicherte, niemand wolle „irgend ein bestehendes Biotop in Gefahr bringen.“ Man erwarte nur, dass das Biotop etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt, sagte Norbert Fuchs dazu. „Und wir werden alles unternehmen, um das zu erzeugen.“ Oberhauser versprach: „Wir bleiben am Drücker.“

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Das gilt auch für ein Sanierungsvorhaben, das Hans Pertold beschäftigt. „Vor zwei Jahren hat ein großer Artikel in der Zeitung gestanden, dass 2019 die Staatsstraße durch Deining saniert wird. Jetzt hört man von der Geschichte gar nichts mehr“, wunderte sich der Deininger. „Das gehört gemacht“, gab der Rathauschef dem Fragesteller recht. Die „immense zeitliche Verzögerung“ begründete er unter anderem mit der „ganz katastrophalen Straßenentwässerung“ und umweltrechtlichen Vorgaben. Ein Ingenieurbüro sei bereits beauftragt, die Umsetzung werde gleichwohl „viel Zeit, viel Geld, viel Schwierigkeiten“ bedeuten. Denn: „Wenn man da anfängt, dann wird’s in Deining lustig werden“, so der Bürgermeister. Eine – mit Unterbrechung – womöglich gut zwei Jahre dauernde Vollsperrung wäre die Folge. Oberhauser: „Das soll aber nicht heißen, dass wir das nicht machen wollen.“

rst

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