Mit einem Glasfaseranschluss geht es schneller ins Internet. (Symbolfoto)
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Mit einem Glasfaseranschluss geht es schneller ins Internet. (Symbolfoto)

Unterschiedliche Handhabe

Breitbandausbau: Wird in Egling mit zweierlei Maß gemessen ? 

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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Für ihren Glasfaseranschluss hat eine Familie im Eglinger Ortsteil Hornstein eine dicke Rechnung bekommen. Wie das sein kann, fragte sich jüngst der Gemeinderat.

Egling – Der Bund fördert den Ausbau des schnellen Internets: Für 799 Euro Festpreis gibt’s einen Glasfaseranschluss ans Haus. Das klingt erst mal erfreulich. Doch die Sache hat einen Haken. Darauf wies Gemeinderat Hans Spindler in der jüngsten Sitzung des Eglinger Gemeinderats hin. Spindler berichtete von einem Fall im Ortsteil Hornstein. Dort habe sich eine Familie darüber beklagt, dass die Nachbarn einen geförderten Hausanschluss für 799 Euro bekommen. Sie selbst sollen für die gleiche Leistung dagegen bis zu 12.000 Euro zahlen. Alleine für den Kosten-Voranschlag habe die Familie 200 Euro hinblättern müssen: „Ich kann schon verstehen, dass die Leute aus allen Wolken fallen“, sagte Spindler.

Bürgermeister Hubert Oberhauser zeigte Verständnis für die Beschwerde, machte den Betroffenen aber keine großen Hoffnungen auf Abhilfe: „Ich halte das Förderprogramm in dieser Form nicht für sinnvoll, aber da müssen sich die Leute bei der Staatsregierung oder beim Wirtschaftsministerium beschweren – sie haben einfach Pech.“

Die Gemeinde habe im September 2018 den Breitbandausbau in verschiedenen Ortsteilen auf den Weg gebracht. Der fünfte Bauabschnitt umfasst Hornstein, Aumühle (Deininger Ortsteil), Schönberg, Öhnböck-Nord, Wörschhausen, Geilertshausen und Sachsenhausen. Allein in Hornstein seien 27 Haushalte in den Förderantrag aufgenommen worden. Neun Haushalte fielen wieder heraus. Der Knackpunkt: Diese neun Haushalte haben schon jetzt eine Internet-Geschwindigkeit von über 30 MBit pro Sekunde und gelten damit nicht als förderfähig. 18 Haushalte liegen dagegen unter dieser Grenze. „Es geht bei diesem Programm einfach nur darum, dass die Grundversorgung gewährleistet ist. Als wir den Antrag gestellt haben, haben wir nicht gewusst, welche Haushalte über und welche Haushalte unter der Grenze liegen“, erläuterte Oberhauser. Der Telekom könne man in diesem Fall keinen Vorwurf machen: „Die machen das nicht mit Fleiß. Die Telekom würde lieber 50 als zehn Anschlüsse verkaufen.“

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Spindler empfand diese Antwort als einleuchtend, regte aber an, dass die Gemeinde trotzdem das Gespräch mit der Telekom sucht – beispielsweise um wenigstens einen kostenfreien Kostenvoranschlag zu erreichen. Oberhauser entgegnete, er könne dies sicher tun, doch die Erfolgsaussichten seien gering. Es sei bundesweit Praxis, dass der Kostenvoranschlag verrechnet wird, wenn es zum Vertragsabschluss kommt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Telekom diese Regelung in Hornstein aufweicht.“  pr

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