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Da bin i dahoam: Auf dem Steg der Veiglbergler sieht man das Dorf – und den gleichnamigen Hausberg.

Eigentlich sind viele Festivitäten geplant

Corona bedroht das Trachtenjahr der Veiglbergler Neufahrn

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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85 Jahre Veiglbergler, 50 Jahre Bergfest, 40 Jahre Vereinsheim: Die Neufahrner Trachtler hatten heuer viel vor. Wegen Corona steht alles unter Vorbehalt. 

Sepp Müller, Vorsitzender der Veiglbergler Neufahrn. 

Egling – Wer immer für das Jahr 2020 ein größeres Fest plant, muss mit der Unsicherheit leben, ob es überhaupt stattfinden kann – Stichwort Corona. Für den Trachtenverein Veiglbergler Neufahrn gilt dies sogar in dreifacher Hinsicht. Eigentlich wollte man das 85-jährige Vereinsjubiläum begehen, zum 50. Mal das berühmte Bergfest auf dem Kraxnbichl feiern und das 40-jährige Bestehen des Vereinsheims in Angriff nehmen. Aber: „Ob das alles möglich sein wird, ist leider ungewiss“, erklärt Vorsitzender Sepp Müller (31).

Neufahrn hatte von Anfang an eine enge Verbindung zur Trachtenbewegung. Josef Vogel war hier, am Fuße des Veiglberg, von 1876 bis 1879 als Lehrer tätig, bevor er in Bayerischzell im Jahr 1883 den ersten Gebirgstrachtenerhaltungsverein gründete. In Neufahrn lernte er außerdem seine Frau, Ursula Kölbl, Bäckermeisterstochter aus Wolfratshausen, kennen und lieben. Gleichwohl dauerte es ein paar Jahrzehnte, bevor sich auch in Neufahrn der erste Trachtenverein gründete. Das war 1935 im Gasthaus Neuwirt.

Eigentlich ist das 85-jährige Bestehen ein Anlass zu feiern. „Wir hatten vor, im Rahmen unseres jährlichen Trachtenjahrtags Ende September das Jubiläum würdig zu begehen“, sagt Sepp Müller. Gedacht war an einen Jahrtag im etwas größeren Stil, mit an die 400 Besuchern und zusammen mit den Patenvereinen St. Sebald Egling, den Jasberglern Baiernrain sowie Seeröserl Ammerland. Doch nun kommt Corona dazwischen, was umso schwerer wiegt, als viele Mitglieder altersbedingt zur Risikogruppe gehören. „Absagen möchten wir die Feier jetzt natürlich noch nicht“, so Müller. „Aber wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt.“

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Ähnlich unsicher ist auch der Ausblick auf das jährliche Bergfest auf dem Kraxnbichl, mit 696 Metern etwas höher als der unmittelbar daneben liegende Veiglberg. Eigentlich sollte das Fest heuer zum 50. Mal stattfinden, und zwar am Wochenende 25./26. Juli. Wieder sollte, wie jedes Jahr, jeder eingeladen sein, den herrlichen Sonnenuntergang zu genießen, zu essen, zu trinken und gesellig zu sein. Doch 2020 ist alles anders, möglicherweise muss das beliebte Fest ausfallen. „Auch hier gilt es einfach abzuwarten, bis wir Näheres wissen“, erklärt Müller. „Das Bergfest ließe sich zur Not auch kurzfristig organisieren.“

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Bliebe zu guter Letzt das 40-jährige Bestehen des Vereinsheims, das 2020 auf dem Programm steht. Es war am 21. September 1980, als der Bau am Kapellenweg, ganz in der Nähe der Kirche St. Johannes Baptist, eingeweiht wurde. An dieses für den Verein wichtige Datum sollte mit einer Feier am Sonntag, 20. September, erinnert werden. Der Plan von Sepp Müller geht noch darüber hinaus: Am Montag, 21., – also punktgenau 40 Jahre nach der Einweihung – möchte Müller mit sämtlichen ehemaligen Wirten, Küchendamen und Putzfrauen die Fertigstellung des neuen Stüberls begehen, und zwar in geschlossener Gesellschaft. Ob das möglich sein wird? Ob ein Fest mit Mindestabstand und Mundschutz überhaupt gewünscht ist? Müller: „Auch da gilt es abzuwarten.“

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