Lichterhaus Hochstraße Deining
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Viel Glanz in dunklen Zeiten: Das Lichterhaus der Deininger Familie Kassner erstrahlt auch in diesem Advent.

2020 gilt das Motto: Jetzt erst recht

Das Deininger Lichterhaus leuchtet wieder

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Seit vielen, vielen Jahren lässt Andreas Kassner Deining im Advent leuchten. Heuer wäre das Lichterhaus beinahe ausgefallen. Aber nur beinahe.

Egling – Eigentlich wollte Andreas Kassner (31) das Deiniger Lichterhaus heuer ausfallen lassen. Er hatte genug um die Ohren, etwa mit dem Bau eines Pferdestalls im Eurasburger Ortsteil Baierlach. Und die Pandemie wollte auch keine richtige Stimmung aufkommen lassen. „Erst habe ich gemeint: Die Welt geht nicht unter, wenn es mal nicht stattfindet“, erzählt er. Doch je näher das Fest rückte, desto stärker verspürte er den Wunsch, Deining doch wieder zu illuminieren – allen Widrigkeiten zum Trotz. Andreas Kassners Motto heuer lautet: „Jetzt erst recht!“

Dass es viele Menschen gibt, die nur darauf warten, dass die Figuren an der Hochstraße 9 wieder zu leuchten anfangen und sich in Bewegung setzen, hat der Deininger in den vergangenen Wochen natürlich mitbekommen. „Hier fahren viele Leute mit dem Auto vorbei und schauen nach, ob schon was steht.“ Das war lange nicht der Fall, Kassner war in Verzug. Doch an diesem Samstag, dem Vorabend des 1. Advents, ist es soweit. Dann wird er um 17 Uhr mit dem Handy die Elektronik ansteuern – und der Deininger Wunderwelt wieder Leben einhauchen.

Der Acryl-Eisbär macht ein Selfie

Es versteht sich von selbst, dass das gesellige Glühweintrinken im Garten heuer nicht möglich ist. „Das ist einfach nicht drin, klar“, sagt der 31-Jährige. Er glaubt aber nicht, dass ihm jemand verbieten kann, sein Haus so zu schmücken, wie er das will. Und wenn jemand kommt, um es sich anzuschauen, freut er sich natürlich darüber. Doch am Zaun muss Schluss sein. „Wahrscheinlich hänge ich auch noch ein paar Plakate auf, dass sich die Besucher bitte an die Corona-Regeln halten sollen.“

Eine Straßenlampe, die singen kann

Beleuchtet ist das Haus an der Hochstraße vermutlich täglich bis Mariä Lichtmess Anfang Februar, werktags von 17 bis 21 Uhr, sonn- und feiertags vielleicht ein bisschen länger. Apropos: Die Stromrechnung im Frühjahr ist gar nicht so hoch, wie man vermuten könnte. Es geht um ein paar Hundert Euro – längst nicht der größte Posten. Die Familie Kassner mit Mama Angelika, Papa Burkhardt und Sohn Andreas haben über die Jahre in die Weihnachts-Wunderwelt kräftig investiert. Die Kosten für die große Weihnachtspyramide aus dem Jahr 2017 lagen bei 10 000 Euro.

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Den Umständen entsprechend werden die größeren Attraktionen an den Zaun gerückt. So die Eislandschaft, die sonst im Blumenbeet vor dem Haus steht. All die Acrylfiguren wie Pinguine und Rentiere kommen heuer auf der ersten und zweiten Ebene der Weihnachtspyramide zum Stehen, die sich erst nächstes Jahr wieder drehen wird. Im Zentrum der Eiswelt: ein Bär, der ein Selfie von sich macht. Ihn hat Kassner – findig, wie er ist – beim Gastronomie-Lieferanten Metro gefunden, ein Ausstellungsstück. „Der ist schon ziemlich lustig“, findet er.

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Eine weitere Neuheit ist die rote Straßenlaterne mit der Aufschrift „Merry Christmas“. Anders als gängige Straßenlaternen kann diese Weihnachtslieder singen, und in den Lampen (links der Nikolaus, rechts ein Weihnachtsbaum) schneit es Styroporkugeln. Gefunden hat Andreas Kassner dieses etwas skurrile Teil im Internet, das er immer wieder mal nach geeigneten Zubehör für das Deininger Lichterhaus durchstöbert. „Da hat sogar mein Papa gesagt, dass die schön ist“, erzählt er unserer Zeitung. „Und der ist nicht so weihnachtsverrückt wie meine Mama und ich.“

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