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Ernste Gesichter sah man am Dienstag in der Egling er Bürgerversammlung. Das Thema Bauen und Verdichten, speziell im Ortsteil Deining, treibt die Menschen um.

Streitpunkt Walch-Projekt

Deininger protestieren gegen Verdichtung des Ortsteils – ernten aber Kritik

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Einige Deiniger haben in der Bürgerversammlung vehement gegen die Verdichtung ihres Ortsteils protestiert. Sie mussten aber auch Kritik einstecken – teils sarkastische.

Egling – Beobachter der Eglinger Lokalpolitik können sich an Bürgerversammlungen erinnern, in denen praktisch nichts los war. Kurzer Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters, keine Fragen, fertig. Das war am Dienstag ganz anders. Die Besucher strömten nur so in den Saal des Gasthauses „Zur Post“, viele aus Deining. Dort war am Wochenende ein Wurfzettel aufgetaucht, der speziell gegen die Entscheidung des Gemeinderats zum Walch-Projekt protestierte. Als Bürgermeister Hubert Oberhauser nach seiner gut einstündigen Rede zur Lage der Gemeinde die Versammlung dazu aufforderte, „nach Herzenslust“ zu fragen, war klar: Jetzt gehts los.

Robert Fischer thematisierte umgehend die Verdichtung, allerdings zunächst im Gewerbegebiet, wo Wohnen bekanntlich nicht erlaubt ist. „Warum machen wir kein Mischgebiet mit Wohnen und Gewerbe draus?“, fragte er. „Das würde etwas Druck nehmen.“ Bürgermeister Hubert Oberhauser versicherte, dass dies gründlich geprüft, aber verworfen worden sei. „Das würde zu viele Einschränkungen für die Gewerbetreibenden mit sich bringen“, erklärte er.

„Das Thema ist sehr lasch behandelt worden“

Dann ergriff Norbert Fuchs das Wort, einer der Wortführer des Protests. Er kritisierte den Gemeinderat vehement dafür, dass er kürzlich mit knapper Mehrheit Ja zur Bebauung des Walch-Grundstücks an der Alten Tölzer Straße mit zwei Drei- sowie zwei Dreispännern gesagt hatte. Zur Erinnerung: Die Entscheidung war nicht ganz freiwillig, ein früheres Nein des Gemeinderats hatte das Landratsamt für unrechtmäßig erklärt. „Das Thema ist sehr lasch behandelt worden“, fand Fuchs. Die in seinen Augen hässliche Riegelbildung, die angeblich nur dem Profit eines externen Bauträgers dient, hätte der Gemeinderat unbedingt verhindern müssen, zur Not durch eine Klage.

Andere sprangen Fuchs bei. Peter Solloch äußerte den Verdacht, dass es bei der Abstimmung nicht korrekt zugegangen sei. „Mein Eindruck war, dass dem Gemeinderat der Beschluss untergejubelt wurde.“ Gemeinderat Stefan Kießkalt konterte: „Uns wird überhaupt nichts untergejubelt. Wir werden jederzeit bestens informiert. Der Gemeinderat hat einen Mehrheitsbeschluss gefasst, auch wenn das einigen nicht passt. Das ist Demokratie.“

In den Chor der Beschwerdeführer stimmte auch Prof. Enno Biergans ein. Er wollte wissen, ob man dem Projekt nicht die Ausnahme von der Ortsgestaltungssatzung – es geht um eine Kiesaufschüttung – hätte verweigern und damit ganz hätte verhindern können. Diesen Vorwurf konnte Oberhauser leicht entkräften. „Wir haben den Beschluss zweigeteilt und über die Ausnahme eigens abstimmen lassen. Sie müssen schon besser aufpassen.“

„Das Bauamt prüft emotionslos, ob ein Antrag dem Gesetz entspricht“

Dritter Landrat Klaus Koch, der mit Verspätung aus der Bürgerversammlung in Bichl gekommen war, hatte sich über den konkreten Fall erkundigt. „Das Staatliche Bauamt hätte das Einvernehmen in jedem Fall ersetzt, das hat mir der Leiter heute noch einmal ausdrücklich versichert.“ Mit anderen Worten: Das Votum des Gemeinderats ist ohne Belang. „Das Bauamt prüft emotionslos, ob ein Antrag dem Gesetz entspricht. Dieser entspricht dem Gesetz. Punkt.“

Übrigens standen auch Deininger auf, die ganz anderer Meinung als Fuchs, Solloch und Biergans waren. Heinz Repert wurde gar sarkastisch: „Ich kann mich bei den Deiniger Neubürgern nur bedanken, dass sie für uns Altbürger das Denken und Reden übernehmen. Weil wir sind ja offenbar deppert.“

Johann Pertold warf den Wortführern indirekt Doppelmoral vor. Sie seien selbst vor vielen Jahren hergezogen, und ihre Häuser hätten einen gewaltigen Wertzuwachs erfahren. Genau das wollten sie nun bei anderen verhindern. Pertold traf eine einfache Feststellung: „Bautätigkeit hat es immer gegeben.“

Über andere Themen wurde kaum diskutiert. Darüber wunderte sich Beate Herold: „Haben wir keine anderen Probleme? Die Geburtshilfe etwa?“, fragte sie. Die Frage blieb so im Raum stehen. vu

Lesen Sie auch: Deining soll nicht Grünwald werden

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