Richtfest Deininger Gemeindehaus
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Ein größerer Posten im Haushalt: Die Sanierung des Deininger Gemeindehauses – hier ein Foto vom Richtfest Anfang Oktober – wird wegen der uralten Bausubstanz um etwa 100 000 Euro teurer als geplant. Ansonsten schaut der Haushalt 2020 gut aus.

Der Zwischenbericht stimmt die Räte optimistisch

Trotz Corona: Eglinger Haushalt liegt voll auf Kurs

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Corona hat auf den Eglinger Haushalt offenbar weniger Folgen als befürchtet. Der Zwischenbericht macht Hoffnung.

Egling – Als im März der Haushalt 2020 verabschiedet wurde, stand er unter größtmöglichen Vorbehalten. Schließlich machte die erste Corona-Welle samt erstem Lockdown verlässliche Planungen praktisch unmöglich. „Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, wir haben keine Glaskugel“, sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser damals. Inzwischen hat sich gezeigt: Es ist nicht so schlimm gekommen wie befürchtet. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend erklärte der Rathauschef: „Die Entwicklung ist nicht schlecht.“ Zum Stichtag 1. November war die Gemeinde auf Kurs – auch wenn es sich nur um eine Momentaufnahme handelt.

Keine Einbußen bei der Gewerbesteuer

Das machte Kämmerin Daniela Simon den Gemeinderäten anhand von 20 Folien deutlich. Demnach wird die Gemeinde, was den Verwaltungshaushalt angeht, wohl eine Punktlandung hinlegen. Mit einem Volumen von 8,4 Millionen Euro hatte man gerechnet, zum Stichtag 1. November waren es 8,1 Millionen Euro. Der Ansatz des Vermögenshaushalts lag bei 4,1 Millionen Euro. Hier ändert sich der Stand praktisch täglich, weil er viele langjährige Bauprojekte umfasst. „Und die Rechnungen werden nicht zwingend 2020 gestellt“, erklärte Oberhauser. Für den Neubau des Springer-Anwesens gegenüber dem Rathaus sind drei Millionen Euro eingeplant. „Hier liegen wir voll im Zeitplan und im Kostenrahmen“, so Oberhauser. Das gilt nicht für das alte Gemeindehaus in Deining, dessen Renovierung vor allem wegen der alten Bausubstanz etwa 100 000 Euro teurer wird.

Punktlandung bei der Grundsteuer

Was die Einnahmen der Gemeinde angeht, sind die Nachrichten sehr gut. Die befürchteten Einbußen bei der Gewerbesteuer sind ausgeblieben. Ja, sie übertrafen sogar die Erwartungen. Der vorsichtige Ansatz für das Jahr 2020 lag bei 1,7 Millionen Euro. Zum 1. November hat die Gemeinde bereits 2,2 Millionen Euro eingenommen, ein ähnlicher Wert wie 2019. Auch die Einkommenssteuer ist keineswegs eingebrochen. Geplant hatte der Gemeinderat mit 3,7 Millionen Euro, momentan sind es 3 Millionen Euro. Bei der Grundsteuer A und B prophezeite Kämmerin Daniela Simon mit 580 000 Euro eine „Punktlandung“. Die Zuführung aus dem Vermögenshaushalt wird – Stand jetzt – bei etwa 100 000 Euro liegen. Genaueres weiß man, sobald die Jahresrechnung 2020 vorliegt. Das wird im Frühjahr nächsten Jahres der Fall sein.

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Bürgermeister Oberhauser hatte für die guten Zahlen eine Erklärung. „Wir haben hier keine Industrie, sondern eine Struktur mit vielen kleinen Betrieben, die vor Ort arbeiten“, sagte er. Davon profitiert die Gemeinde in der Krise. „Er mahnte aber auch vor allzu großem Optimismus. „Die Erfahrung lehrt, dass die Schwierigkeiten in den kommunalen Haushalten mit Verzögerung ankommen.“ Das bedeutet: in etwa ein bis zwei Jahren. Einen soliden Haushalt aufzustellen, wird weiter eine Herausforderung bleiben.

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