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Neues Prunkstück: Die sanierte Dettenhauser Kapelle ist ein Ort, um zur Ruhe zu kommen. 
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Der gegeißelte Heiland.
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Engelsfigur.
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Heiliger Norbert, Bischof von Magdeburg. 
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Heiliger Florian, Schutzpatron der Feuerwehr.
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Heiliger Paulus.
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Madonna mit dem Jesuskind.
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Heiliger Petrus mit dem Himmelsschlüssel.

Die Heiligenfiguren sind wieder an Ort und Stelle

Dettenhauser Marien-Kapelle ist frisch saniert - so sieht sie jetzt innen aus

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Die Dettenhauser haben alles daran gesetzt, dass ihre Kapelle runderneuert wird. Jetzt ist es vollbracht. Die Rückkehr der Heiligen wurde mit einem Gottesdienst gefeiert. 

Egling – Die Dettenhauser haben ihre Kapelle wieder: Mit einer Andacht ist am vergangenen Freitag die Sanierung des kleinen, aber feinen Gotteshauses gefeiert worden. Wer sich dem Eglinger Ortsteil näherte, sah das neue Kupferdach schon von Weitem leuchten. Im Innern erwarteten die Besucher die frisch renovierten Heiligen, schön wie am ersten Tag. Der Gottesdienst war intensiv, es war zu spüren, dass die Einheimischen auf diesen Tag lange Jahre gewartet hatten. „Eine Stimmung fast wie in einer urchristlichen Gemeinde“, fand Restauratorin Eva Wiegerling-Hundbiss.

Pfarrer Manfred Wurzer lobte in seiner Predigt die Dettenhauser dafür, dass sie alles getan haben, die Marien-Kapelle zu retten. Tatsächlich hatten die Einwohner nach einem Einbruch in den 1970er Jahren die Heiligen in Sicherheit gebracht, viele bewahrten sie im eigenen Haus auf, teils unter dem Bett. Außerdem hatte die Dorfgemeinschaft im Lauf der Jahre viele tausend Euro gesammelt, um eine Runderneuerung möglich zu machen.

In seiner Predigt führte Pfarrer Manfred Wurzer aus, dass es in der Menschheitsgeschichte schon immer ein Ausdruck für Kultur war, auf dem geografisch höchsten Punkt seine Religion auszuüben. Es sage viel über den Zustand der Gegenwart aus, dass dort heute vieles andere zu finden ist: Bankhäuser wie in Frankfurt oder Fußballstadien. Anders die Dettenhauser (sprich: „Denhauser“). „Ihr habt Kultur, Ihr habt Glauben, Ihr habt Tradition“, sagt er. Dazu sang die Gemeinde „Lobet den Herren“, von Diakon Christian Horak auf der Diatonischen intoniert. „Wir haben hier eine transportable Orgel“, sagte Wurzer. Nein, der Humor kam bei allem gebotenen Ernst nicht zu kurz.

Der Eglinger Vize-Bürgermeister Josef Bail, der viele Verbindungen in den Ortsteil hat, erhob sich und dankte den Bürgern für ihre Beharrlichkeit. „Es muss nicht immer die große Kathedrale sein“, sagte er. Bail hatte sich stets für den Erhalt der Kapelle stark gemacht. Einst war er ins Rathaus gegangen und hatte in seiner Eigenschaft als Chef der Eglinger Feuerwehr eine zweckgebundene Spende zum Erhalt des Heiligen Florian übergeben.

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Anschließend blieb Zeit, die Heiligen zu bewundern, die Restauratoren Eva Wiegerling-Hundbiss sowie Michaela Schelshorn standen Rede und Antwort. Wer den Blick über die frisch geweißelte Wand schweifen ließ, entdeckte den geschundenen Heiland, St. Norbert in goldenem Ornat, St. Florian sowie einen etwas größeren Engel, der eigentlich auf einem Altar sitzen sollte – daher der Fachausdruck Aufsatz-Engel. Man weiß wenig über die Figuren, doch das Prädikat altehrwürdig verdienen sie in jedem Fall. Die Madonna etwa stammt nach Schätzung des Landesamts für Denkmalpflege aus dem Jahr 1480. Damals war Amerika noch nicht entdeckt.

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Bürgermeister Hubert Oberhauser ergriff das Wort beim anschließenden Empfang in der Dorfmitte. Er wies auf die Besonderheit hin, dass Eigentümer der Kapelle die Gemeinde sei – und eben nicht die Diözese. „Eigentum verpflichtet, dessen waren wir in diesem Fall ganz besonders bewusst.“ Die Gemeinde Egling sei bekannt dafür, dass sparsam gewirtschaftet werde, doch hier sei jeder Cent gut investiert. Hand in Hand mit der Dorfgemeinschaft sei ein „echtes Prunkstück“ entstanden, ein „wunderbarer Rückzugsort für jeden, der die Stille sucht“. Jetzt gelte es zu feiern. Die nächste Aufgabe steht schon an. Die Kapelle in Hornstein muss saniert werden.

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