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Egling trauert um den ehemaligen Pfarrer Matthias Bartl

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Von: Volker Ufertinger

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Der aufgebahrte Sarg von Pfarrer Bartl in Feldkirchen-Westerham.
Abschied von einem beliebten Seelsorger: Der aufgebahrte Sarg von Pfarrer Bartl in Feldkirchen-Westerham. © Privat

Pfarrer Matthias Bartl ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Bei seiner Beisetzung in Feldkirchen-Westerham war auch eine Eglinger Delegation vor Ort.

Egling – Die Pfarrkirche St. Martin war voll an jenem 11. Januar 2004. Mit einem Festgottesdienst wurde die 1200-Jahr-Feier von Egling eingeläutet, und Pfarrer Matthias Bartl predigte über den Goethe-Vers „Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen“. Damit nicht genug, stellte er im Jubiläumsjahr auch seinen wunderbaren Pfarrgarten als Café zur Verfügung. „Er war ein sehr zuvorkommender, leutseliger Mensch“, erinnert sich Bürgermeister Hubert Oberhauser. Jetzt ist der Seelsorger im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Am Freitag wurde er in Feldkirchen-Westerham im Beisein ein Eglinger Delegation zu Grabe getragen.

Liturgie und Gesang waren ihm extrem wichtig

Matthias Bartl wurde am 16. Februar 1935 in Haidberg bei Freising geboren. Schon im Alter von acht Jahren wurde ihm bewusst, dass er Pfarrer werden wollte. Nach dem Abitur trat er ins Priesterseminar in Freising ein und wurde 1962 von Julius Kardinal Döpfner zum Priester geweiht. Als Kaplan wirkte er in Bruck bei Grafing, Freilassing, Übersee und Töging. In Vagen, einem Ortsteil der Gemeinde Feldkirchen-Westerham, war er fast 25 Jahre tätig, bevor er auf seiner letzten Station von 1995 bis 2004 in Egling die Seelsorge von seinem Vorgänger Josef Weber übernahm. „Pfarrer Bartl war ein zutiefst gläubiger Mensch, dem die Liturgie und der Gesang extrem wichtig waren“, erinnert sich Oberhauser. „Er hat tiefe Spuren hinterlassen.“

Sterbebild Matthias Bartl
Er predigte gerne und intensiv die Evangelien: Matthias Bartl war viele Jahre Pfarrer in Egling. © Privat

Dass sich der Geistliche auf allen seinen Stationen große Verdienste erworben hat und außerordentlich beliebt gewesen ist, zeigte sich bei seiner Beisetzung. 14 Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und kirchlicher Organisationen begleiteten den langen Trauerzug zum Grab, die Musikkapelle Vagen sorgte für eine würdevolle musikalische Umrahmung, vier Nachbarn seiner Wahlheimat Feldolling (Feldkirchen-Westerham) trugen den Sarg. „Matthias Bartl war zuverlässig da, ganz gleich, wann und wo er gebraucht wurde“, sagte der Bad Aiblinger Dekan Daniel Reichl.

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Viele der Eglinger Besucher dürften sich an den Abschied von Pfarrer Bartl erinnert haben. Er fiel ins Jahr 2004 – also mitten im Jubiläumsjahr. Seine letzte Predigt in St. Martin hatte den Matthäus-Vers „Die Letzten werden die Ersten sein und die Ersten werden die Letzten sein“ zum Thema. Unsere Zeitung titelte damals: „Pfarrer tauscht Kanzel gegen Wanderstöcke“. Der Geistliche hatte vor, die freie Zeit für Wanderungen in seine geliebten Berge zu nutzen. Genau für diesen Zweck schenkte ihm der damalige Eglinger Bürgermeister Hans Sappl ein paar Wanderstöcke. „Das trifft sich gut, die letzten habe ich auf der Seiseralm liegen lassen“, bedankte sich Bartl.

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