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Ehrenamtsempfang: Egling zeichnet drei besonders verdiente Bürger aus

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Von: Volker Ufertinger

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Bürgermeister Hubert Oberhauser mit den Preisträgern Bruno Dierl, Marlene Fleischmann und Valentin Brunner.
Großer Dank für so viel Engagement (v. li.) Bürgermeister Hubert Oberhauser mit den Preisträgern Bruno Dierl, Marlene Fleischmann und Valentin Brunner. © Sabine Hermsdorf-Hiss

In einem Festakt sind am Montag in Neufahrn Marlene Fleischmann, Bruno Dirl und Valentin Brunner ausgezeichnet worden. Sie üben teilweise seit Jahrzehnten wichtige Ehrenämter aus.

Egling – Bruno Dirl, Vorstand im Wasser- und Bodenverband Neufahrn, hat fast fünf Jahrzehnte lang dafür gesorgt, dass seine Mitbürger sauberes Wasser bekommen. Wie er zu diesem Ehrenamt kam, erzählte er am Dienstagabend gut gelaunt im Vereinsheim der „Veiglbergler“ Neufahrn. Als Schüler hatte er seinen Lehrer mit der Behauptung geärgert, dass die Donau bergauf fließt. „So schnell habe ich gar nicht schauen können, wie ich eine Watschn gekriegt habe. Seitdem habe ich halt eine besondere Beziehung zum Wasser“, erzählte er zur Gaudi der Festgesellschaft.

Die Gemeinde zeigt sich von der besten Seite

Man sieht schon: Der Humor kam beim jüngsten Ehrenamtsempfang der Gemeinde zu seinem Recht. Erhalten haben die „Bürgermedaille“, wie sie im Volksmund inzwischen heißt, Marlene Fleischmann aus Egling (vorgeschlagen von Pfarrer Manfred Wurzer), Valentin Brunner aus Endlhausen (vorgeschlagen von den Schützen und der Feuerwehr) sowie Bruno Dirl aus Neufahrn (vorgeschlagen von Bürgermeister Hubert Oberhauser persönlich). Der Rahmen fiel etwas kleiner als sonst, Corona ist eben noch nicht vorbei. Die Stimmung war gelöst, Tracht war Trumpf: Die Gemeinde Egling zeigte sich von der besten Seite.

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Bürgermeister Oberhauser machte in seiner Ansprache einmal mehr deutlich, wie unverzichtbar das Ehrenamt für die Lebensqualität auf dem Dorf ist. „Die ganze Vielfalt von der Musik bis zum Sport, von der Feuerwehr bis zur Jugendarbeit gäbe es nicht“, sagt er. Gerade jetzt, nach Corona, brauche es einen Aufbruch. Daher sei die Botschaft wichtig, dass die Auszeichnung stellvertretend für alle steht, die bereit sind, sich einzubringen. Dann übergab er das Wort an die drei Laudatoren. „Es muss ja nicht sein, dass der Bürgermeister in einer Tour redet“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

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Nach dem Motto „Ladies first“ würdigte zunächst Josef Kellner, Vorsitzender des Eglinger Pfarrgemeinderats, seine Stellvertreterin Marlene Fleischmann. „Du bist eine echte Powerfrau mit einem großen Talent zur Organisation“, sagte er. Die Preisträgerin, die mit Vornamen eigentlich Maria Magdalena heißt, sei bestens vernetzt und in der Kirche unentbehrlich, als Lektorin, als Kommunionshelferin, in der Seniorenhilfe. Auch für die Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge mache sie sich stark. Rathauschef Oberhauser machte der Eglingerin das Kompliment, sich durchsetzen zu können, „positiv penetrant“ zu sein. Die Preisträgerin selbst erinnerte daran, dass ihr jemand im Jahr 2013 gesagt habe, sie solle für den Pfarrgemeinderat kandidieren, das sei überhaupt keine Arbeit. Dieser Jemand, fügte sie hinzu, war der Bürgermeister selbst.

Eine Laudatio mit feinen Zwischentönen

Helmut Gröbmair von der Endlhauser Feuerwehr hielt eine sehr persönliche Rede auf Valentin Brunner. „Du warst für mich ein großes Vorbild“, sagte er. Überhaupt galt: „Du hast es einfach mit den Jungen gekonnt.“ Brunners Verdienste liegen nicht nur bei den Schützen, wo er 1952 zu den Gründungsmitgliedern zählte, wo er 1976 die Fahnenweihe organisierte und wo er die Schießstanderweiterung in die Hand nahm. Auch bei der Feuerwehr agierte er mit „großem Weitblick“, etwa durch den Bau einer geräumigen Fahrzeughalle, in die auch die neuen, großen Autos ohne weiteres hineinpassen. Mit feiner Ironie erzählte Gröbmaier von den Ausflügen des bekennenden 1860er-Fans Brunner nach Obergiesing. Brunner selbst freute sich über die Rede. „Gut hast Du es gemacht, Du Bazi“, sagte er zu Gröbmair.

Bewunderung für das Lebenswerk

Dritter Bürgermeister Heiko Arndt sprach voller Bewunderung über das „Lebenswerk“ von Bruno Dierl. Die Feuerwehr, der VdK, die Veteranen, die Trachtler: Es gibt keinen Verein, den Dirl, gebürtiger Egerländer, nicht geprägt hätte. Als „unglaubliche Leistung“ aber bezeichnete der Laudator Dierls Einsatz für das Neufahrner Wasser. Unter seiner Regie reduzierten sich die Wasserverluste nicht nur von 57 auf 7 Prozent. Auch der Preis blieb mit 80 Cent „konkurrenzlos billig“. Arndt fasste Dirls Lebensmotto in dem Satz zusammen: „Du hast Dich nicht gefragt, was die Gesellschaft für Dich tun kann, sondern, was Du persönlich zum Wohl aller beitragen kannst.“ Ein Motto, das man getrost auf alle Preisträger übertragen kann.

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