Ex-1860-Präsident Dieter Schneider gestorben

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Dankbares Publikum: Die Gäste im Aufhofener Jägerwirt hatten ihre Gaudi mit der Fastenpredigt von Bruder Barnabas und den Gstanzln von Renate Maier.

Fastenpredigt im Jägerwirt Aufhofen

Starkbierfest: Asylproblem dank Minister Maizière?

Egling – Bei der Fastenpredigt im Aufhofener Jägerwirt dreht sich viel um die Flüchtlingsproblematik.

Die Wirtsfamilie Meyr vom Aufhofener Jägerwirt und die Brauerei Reutberg hatten am Freitag wieder zum traditionellen Starkbierfest mit Bruder Barnabas eingeladen – diesmal unterstützt von der unvergleichlichen „Gstanzl-Renate“ Maier, die aus dem fernen Pfarrkirchen angereist war. Anders als noch im vergangenen Jahr war der Saal nur zur Hälfte gefüllt, aber Bruder Barnabas brachte es auf den Punkt: „Lieber 150 griabige Zuhörer als 300 Volldeppen.“

Bissiger Prediger: Ernst Ausfelder als Bruder Barnabas.

Ja, das Leviten-Lesen ist eine Kunst, die der Zisterzienser-Bruder Barnabas alias Ernst Ausfelder beherrscht. Eine Barockpredigt a la Abraham a Santa Clara wurde es zwar nicht, aber Bürgermeister Hubert Oberhauser und die Honoratioren der einzelnen Teile der Großgemeinde Egling mussten sich schon ein paar deftige Wahrheiten über die Ereignisse des vergangenen Jahres anhören.

Zu den Klängen des Defiliermarsches zog Barnabas ein, und nach der Begrüßung stieß er mit einem Krug Josefibock an: „Wenn Jesus ein Bayer gewesen wäre, hätte er auf der Hochzeit von Kanaan Wasser in den Krügen nicht in Wein, sondern in Josefibock verwandelt“, so sein Credo.

Freilich standen die Flüchtlingsfrage und Kanzlerin Merkel im Fokus, und zwar in Form eine Gleichnisses. So erfüllte sich Barnabas einen Traum und stieg von seinem Renault auf einen Ferrari um. Die läppische Summe von 400 000 Euro trieb er bei der Sparkasse in Tölz auf. Die Frage nach der Rückzahlung des Kredits beantwortet er in Merkel-Manier mit „Wir schaffen das.“ Das Ende vom Lied: „Heut’ bin ich halt wieder mit dem Renault da.“

In der Flüchtingsfrage bekam vor allem Österreich sein Fett weg: „80 pro Tag behalten sie selber, die restlichen 1,4 Millionen pro Jahr schicken sie halt nach Deutschland weiter.“ Und was wolle man bei uns von einem Ministerium halten, dessen Chef „De Misere“ heißt? In jedem Fall war Barnabas froh, dass er in Bayern ist: „Wir haben in de letztn 25 Jahr so viele Ossis und Preissn integriert, da kimmts auf a paar Tausend Syrer a nimma drauf an.“

Aber es gab noch viel mehr abzuarbeiten: Etwa die neuen IPads, die den Eglinger Gemienderäten zur Verfügung gestellt werden. Oder die Schließung von Möbel Mahler. Das Möbelhaus wäre nach Meinung des Fastenpredigers gut als Asylunterkunft zu gebrauchen, aber: „Leider sind schon alle Möbel draußen.“ Auch das Schicksal von Thanning liegt Barnabas am Herzen. Einst hat es den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ gewonnen. Und jetzt? „Ist es umgeben von Biogasanlagen.“ Doch egal, welches Thema Barnabas auch aufgriff, immer lief es auf Merkels Credo hinaus: „Ja, liebe Brüder und Schwestern: Wir schaffen das!“

Um kurz vor Zehn ergriff die Gstanzlsängerin und Hochzeitsladerin Renate Maier das Mikrofon: Beim Blick in den Saal setzte sie an: „Wir brauchen die Asylanten, wenn der Wirt für jeden 50 Euro Integrationsbeitrag kriegt, ist er ein gemachter Mann.“ Sie stellte sich vor mit dem Satz: „Ich bin 46, ausschaugn tu ich wie 56, eine Goschn hab ich wie 66.“ Vor allem übte sie sich in Selbstironie. So erzählte sie von ihrer Geburt und wie die winzige Renate im Karton auf die warme Ofenbank gestellt wurde. Allerdings: Gleich daneben stand noch ein weiterer Karton mit einem kleinen Ferkel drin, und als die Tante dieses sah, rief sie aus: „Mein Gott, wia a Kind so ausschaugn ko wia da Vata.“ Außerdem sang die unverwüstliche Urbayerin bei einem Rundgang durch den „Jägerwirt“ Gstanzl auf fast jeden einzelnen Gast. Letzte Frage an das Publikum: „Wisst Ihr, warum die Buam keine Bäuerinnen mehr kriegen? Weil’s de bei der Raiffeisen net gibt.“

Dieter Klug

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