Florian Sperl mit Tochter Annabelle.  Foto: Walter reisinger
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Ein starkes Team: Florian Sperl ist selbst aktiver Gewichtheber und steht jetzt als Präsident an der Spitze des Bundesverbands. Das Foto zeigt ihn mit Tochter Annabelle.

Er will das Doping-Problem unbedingt angehen

Florian Sperl ist neuer Chef der deutschen Gewichtheber

  • Volker Ufertinger
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Florian Sperl ist nicht nur Lokalpolitiker, sondern auch Gewichtheber. Jetzt ist er zum Präsident des Bundesverbands gewählt worden. Er hat ehrgeizige Ziele.

Egling – Sieben Stunden dauerte der Online-Bundestag des Bundesverbands Deutscher Gewichtheber. Am Ende war der Eglinger Florian Sperl (32), auch bekannt aus Ortsvorsitzender der CSU, Präsident des Bundesverbands. Er wurde einstimmig gewählt und steht vier Jahre lang 16 Landesverbänden mit insgesamt 210 Vereinen vor. Darüber sprach mit ihm Volker Ufertinger.

Herr Sperl, herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Was bedeutet sie Ihnen?

Sperl: Der Vertrauensvorschuss hat mich natürlich gefreut und das Ergebnis motiviert mich sehr. Zudem kann ich auf ein ausgezeichnetes junges, engagiertes und kompetentes Team bauen.

Hat es einen Grund, warum sich der Verband englisch „German Weightlifting“ nennt?

Sperl: Man hat im Zuge der letzten Jahre das Öffentlichkeitsbild des Verbandes modernisiert. Vom langen Namen „Bundesverband Deutscher Gewichtheber“ zur englischen Form „German Weightlifting“. Grundsätzlich fahren wir aber zweigleisig.

Bei welchem Verein sind Sie Mitglied? Was sind Ihre größten Erfolge als Aktiver?

Sperl: Seit 2004 bin ich Mitglied des ESV München Neuaubing. Für ein regelmäßiges Training reicht die Zeit leider nicht mehr, aber ich trainiere zu Hause in Neufahrn. 2012 und 2013 war ich Bayerischer Meister und habe mit dem ESV mehrere Jahre in der zweiten Bundesliga gehoben. In den letzten vier Jahren war ich als Vizepräsident des Bayerischen Gewichtheber- und Kraftsportverbands tätig.

Wie sind Sie zum Gewichtheben gekommen?

Sperl: 2004 wollte ich im Fitnessstudio trainieren. Dabei wurde ich von Gewichtheber-Trainern des ESV angesprochen. Sie fragten, ob ich Lust auf ein Probetraining hätte. Seitdem gehe ich diesem Sport mit größter Leidenschaft nach.

Lieber Reißen oder Stoßen? Und was sind Ihre Bestmarken?

Sperl: Meine Bestleistung habe bei einem Körpergewicht von 83 Kilo mit 117 Kilo im Reißen und 156 Kilo im Stoßen. Das Stoßen war schon immer meine bessere und dadurch auch liebere Disziplin.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um erfolgreich zu sein?

Sperl: Konsequentes Training und Einsatz sind natürlich Grundvoraussetzungen. Um die komplexe Technik zu erlernen und zu vertiefen, braucht man auch einen guten Trainer. Vereine wie der ESV München Ost oder TSV Forstenried sind die nächsten Vereine.

Würden Sie jungen Leuten raten, es mit dieser Sportart zu versuchen? Was kann man dabei lernen?

Sperl: Gewichtheben verlangt komplexe Bewegungsabläufe. Viele Sportlerinnen und Sportler aus anderen Sportarten wie etwa der Leichtathletik oder auch Ballsportarten trainieren bestimmte Teilübungen aus dem Gewichtheben. Vor allem die Schnell- und die Maximalkraft werden geschult. Ich kann dazu nur raten. Es macht Spaß, und die Wettkämpfe sind äußerst spannend.

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Worin bestehen Ihre Aufgaben als Präsident? Wie aufwendig ist das neue Amt?

Sperl: Ich vertrete unseren Sport sowohl national als auch international, halte Kontakt zu Spitzenverbänden wie dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dem Gewichtheber-Weltverband IWF. Wir haben mit etlichen Herausforderungen wie der internationalen Dopingproblematik zu kämpfen. Ich verurteile jegliche Art von Doping auf das Schärfste und werde mich vehement für einen sauberen Sport einsetzen. Da es immer wieder Diskussionen gibt, das Gewichtheben aus dem Olympischen Programm zu nehmen, hat es für mich oberste Priorität, dies zu verhindern. Am vergangenen Montag hat das IOC das Olympische Programm für die Spiele in Paris 2024 veröffentlicht. Gewichtheben ist auch dort wieder vertreten.

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Sie sind auch Mitglied im Gemeinderat und Vorsitzender der Eglinger CSU. Gibt es für Sie Parallelen zwischen der Politik und Gewichtheben?

Sperl: Genau wie in der Politik muss man sich auch im Sport immer wieder neuen Herausforderungen stellen und Stärke zeigen. Ohne Engagement kann man in beiden Bereichen seine Ziele nicht verwirklichen. Ich freue mich auf meine Amtszeit.

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