Standort geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage in Egling
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Standort: Eine Freiflächen-Photovoltaikanlage an der Staatsstraße 2070 könnte die Eglinger Energiebilanz deutlich verbessern.

Unmittelbar neben der Staatsstraße 20270

Egling erwägt den Bau einer großen Photoltaikanlage

  • Volker Ufertinger
    VonVolker Ufertinger
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Die Gemeinde Egling will die Anstrengungen in Sachen Energiewende verstärken. So denkt man derzeit über eine 24.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage nach.

Egling – Entsteht demnächst eine großen PHotovoltikanlage zwischen Egling und Ergertshausen, direkt an der Staatsstraße 2070? „Wer die Energiewende schaffen will, muss sich auch mit solchen Möglichkeiten beschäftigen“, sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er machte aber auch deutlich, dass man mit derlei Gedankenspielen ganz am Anfang stehe. Wenn man sich für ein solches Projekt entscheiden sollte, sei noch die ganze Bauleitplanung zu bewältigen. Sprich: Von heute auf morgen wird nichts passieren.

Zur Sitzung eingeladen war Stefan Fußeder vom Münchner Unternehmen Vispiron, das seit etlichen Jahren im Oberland aktiv ist, etwa in Penzberg, Eschenlohe und Uffing. Fußeder machte klar, dass die Voraussetzungen für eine solche Anlage günstig sind. Zum einen liegt an der Stelle keiner der Hinderungsgründe vor, die das Gesetz klar benennt, etwa Naturschutz, das Vorkommen von Bodendenkmälern oder Ähnliches. Zum anderen sei „Egling ein guter Standort, was die Sonne betrifft“.

Die Größe der Photovoltaik-Anlage bezifferte Fußeder mit 24 000 Quadratmetern. Auf der Fläche könnten pro Jahr etwa 2,4 Millionen Kilowattstunden erzeugt werden. Dies würde den Anteil an erneuerbaren Energien in Egling erheblich steigern, nämlich von 17,8 auf 67,4 Prozent des Gesamtbedarfs. Von der Staatsstraße einsehbar sei die Anlage nicht – auch, um eventuelle Blendwirkungen auf den Verkehr zu vermeiden. Der Abstand zur Wohnbebauung betrage weit über 600 Meter, Schallemissionen seien nicht zu befürchten. Als günstig bezeichnete es der Experte zudem, dass sich nur 150 Meter entfernt ein Netzanschluss befindet, sodass eine Einspeisung relativ unkompliziert möglich sei. „Ausbaumaßnahmen werden nicht möglich sein“, sagte er.

Stefan Fußeder von der Firma Vispiron stellte die Idee vor.

Was die Bauweise angeht, sprach der Experte von verzinkten Stahlprofilen, die in die Erde gerammt werden. Sie können später ohne Weiteres wieder herausgezogen werden. Betonfundamente, die bei einem eventuellen Rückbau Schwierigkeiten machen könnten, sind nicht nötig. Der Bereich um die Anlage bleibe im Normalfall begrünt, Schafbeweidung sei möglich. „Das ist von den Landratsämtern so gewollt.“ Auch stellte Fußeder in Aussicht, die Anlage für die Bevölkerung zu öffnen, etwa bei einem Tag der offenen Tür oder bei Führungen für Schulklassen. „Wir wollen alles herzeigen und den Leuten Ängste nehmen.“

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Michael Neubauer (CSU) fragte nach, mit welcher Lebensdauer der Anlage zu rechnen sei und welche Voraussetzungen die Feuerwehr bei einem Einsatz vorfindet. Darauf erwiderte Fußeder, dass die Anlage sicher an die 30 Jahre halten wird. Und was das Feuerrecht angeht, sei die Kreisbranddirektion in die Planung eingebunden. Die Zugänglichkeit sei gewährleistet.

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Peter Lichtenegger (CSU) wollte wissen, ob die Firma Vispirion für eine Bürgerbeteiligung offen ist. „Auf jeden Fall“, erklärte Fußeder. Das Unternehmen biete an, die Anlage zu bauen und zu betreiben. Doch auch andere Modelle seien jederzeit denkbar. Die neu eingeweihte PV-Freiflächenanlage in Uffing betreibe Vispiron gemeinsam mit der Gemeinde und den Stadtwerken Penzberg.

Florian Sperl (CSU) erklärte, dass er weiß Gott kein Grüner sei, „aber das überzeugt mich“. Vor allem die Tatsache, dass die Fläche Neufahrn nicht versiegelt werde und kein Eingriff ins Ortsbild nötig sei, sei zu begrüßen. Kurz: „Das ist eine gute Sache für unsere Energiebilanz.“

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