Die erste Maßnahme des Landschaftfspflegeverbands fand im FFH-Gebiet „Moor- und Drumlinlandschaft zwischen Hohenkasten und Antdorf“ statt.
+
Egling verfügt über eine große Anzahl an Moorflächen. Sie sind teilweise ein Fall für den neuen Landschaftspflegeverband.

Die Kosten liegen bei 3000 Euro im Jahr

Egling tritt dem Landschaftspflegeverband bei

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
    schließen

Auch im Landkreis wird die Gründung eines Landschaftspflegeverbands erwogen. Der Eglinger Gemeinderat hat den Beitritt nach intensiver Diskussion beschlossen.

Egling – Die Gemeinde Egling wird dem neuen Landschaftspflegeverband beitreten. Mit 7:3 Stimmen machte der aus zehn Mitgliedern bestehende Pandemie-Ausschuss am Dienstagabend den Weg frei. „Ich glaube, dass wir als Flächengemeinde langfristig sehr davon profitieren werden“, sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser. Dafür wird die Kommune jährlich etwa 3000 Euro zahlen – 50 Cent pro Einwohner.

Der Landkreis ist einer der letzten in Bayern, in dem es keinen solchen Verband gibt. Dessen Ziel ist es in erster Linie, die Kulturlandschaft zu erhalten. Überall sitzen Landwirte, Kommunen und Naturschutzverbände gleichberechtigt an einem Tisch. „Da wird miteinander geredet, und nicht übereinander“, so Oberhauser.

Einige halten den Verband für überflüssig

Der Bürgermeister, der die Debatte im Kreistag miterlebt hat, wusste zu berichten, dass die ersten Versuche bei den Landwirten auf wenig Gegenliebe gestoßen seien. Inzwischen habe sich jedoch das Meinungsbild geändert. Die positiven Effekte würden immer deutlicher. Speziell die Gemeinde Egling mit ihren 74 Quadratkilometern Fläche werde ihre Vorteile daraus ziehen. Es gebe viele Moorflächen und Streuwiesen, um die sich der neue Verband kümmern könnte.

Manche Gemeinderäte äußerten Vorbehalte. Resi Bauer (CSU) fand einen solchen Verband unnötig, weil es in der Gemeinde sowieso gut funktioniert. „Am Ende haben wir nur irgendeinen Geschäftsführer, der sich verwirklichen möchte“, fürchtete sie. Oberhauser widersprach: Es gebe für Vollerwerbslandwirte keine Pflicht, seine Flächen vom Verband pflegen zu lassen. Es sei lediglich ein Angebot. Und die Landschaftspflege könne vielen Nebenerwerbslandwirten eine Perspektive bieten.

Wer will, kann seine Flächen weiter selbst pflegen

Johann Meyr (Freie Wähler) konnte dem Beschlussvorschlag ebenfalls wenig abgewinnen. Er fand, dass der bis dato zuständige Maschinenring „gut aufgestellt ist“. Was die Lage der Landwirte angeht, zeichnete er ein düsteres Bild: „Ich kann nur erkennen, dass einer nach dem anderen aufhört“, sagte er. Oberhauser erwiderte, dass gerade dies ein Argument sei, dem Verband beizutreten. „Umso wichtiger ist es doch, dass die Pflege organisiert wird.“

Lesen Sie auch: Der neue Gewichtheber-Boss kommt aus Egling

Heiko Arndt (CSU) sprach sich für den Beitritt aus. Es sei Franz Josef Strauß gewesen, der prophezeit hat, dass die Landwirte bald mehr für die Landschaftspflege als für die Nahrungsmittelproduktion zuständig sein werden. Ihm gefalle die Idee, weil sich so unter einem Dach die Kräfte am besten bündeln lassen. „Ja, es stimmt, es ist wieder eine neue Struktur“, sagte er. „Aber in der bestehenden Struktur ist die Situation auch nicht optimal.“ Auch Josef Bail (Vereinigte Bürgerschaft) hielt den Beitritt grundsätzlich für sinnvoll. „Aber ich will nicht, dass aktive Landwirte in irgendeiner Form beeinträchtigt werden.“Am Ende votierte der Rat gegen die Stimmen von Resi Bauer, Jakob Bernlochner und Johann Meyr für den Beitritt.

Auch interessant

Kommentare