In luftiger Höhe: Den Weg für zwei Mobilfunkmasten in Egling hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung geebnet. Der Turm in Thanning soll 30 Meter, der in Deining 40 Meter hoch werden. SymbolFoto:: Julian Stratenschulte/dpa
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In luftiger Höhe: Den Weg für zwei Mobilfunkmasten in Egling hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung geebnet. Der Turm in Thanning soll 30 Meter, der in Deining 40 Meter hoch werden. SymbolFoto:: Julian Stratenschulte/dpa

Nach intensiver Beratung

Gemeinderat genehmigt Mobilfunkmasten in Deining und Thanning

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Wegen der Brisanz des Themas wurde die jüngste Gemeinderatssitzung im Netz übertragen. Es ging um einen Antrag der Telekom auf Errichtung zweier Mobilfunkmasten.

Egling – Das war noch nie da: Am Dienstag wurde die Gemeinderatssitzung im Netz übertragen. Das Thema Mobilfunk, um das es ging, ist ein potenzieller Aufreger, da wollte Bürgermeister Hubert Oberhauser größtmögliche Transparenz schaffen. Nach gut einstündiger Beratung beschloss der Gemeinderat zwei Standorte für die zwei beantragten Masten der Telekom: einen in Deining in der Nähe des Hochbehälters (40 Meter hoch), einen in Thanning an der Argeter Straße auf Höhe der Fahrsilos (30 Meter hoch). Das Interesse im Netz war tatsächlich groß. „Wie viele Zuschauer haben wir denn gehabt?“, fragte der Rathauschef die Techniker der Neufahrner Firma ELS. Es waren 90. In der Turnhalle, wo der besonderen Umstände wegen getagt wurde, hatte sich hingegen nur eine Handvoll Bürger eingefunden.

5G kein „Technologiebruch“

In dieser Situation hat sich die Gemeinde an den renommierten Experten Hans Ulrich gewandt, dessen Firma Funktechanalyse schon viele Kommunen beraten hat. In einem Zoom-Vortrag skizzierte er zunächst die Rahmenbedingungen. Anders als oft behauptet, bedeute 5G keinen „Technologiebruch“. Es handele sich vielmehr um eine „fließende Weiterentwicklung“ seit 3G (= UMTS), das im Jahr 2000 eingeführt wurde. Gedacht sei 5G als technologische Grundlage für ein überall zur Verfügung stehendes Internet. „Damit lassen sich mehr Daten übertragen, wie eine kleinere Schrift auf dem Papier.“ Dass die Landschaft demnächst von 5G-Masten übersät sei, stimme nicht. In Egling jedenfalls habe man danach erst einmal auf Jahre Ruhe, auch, weil andere Netzbetreiber die Standorte mitnutzen können.

Die Masten können auch andere Anbieter nutzen

Konkret untersuchte der Experte für die Gemeinde 16 Standorte. Vor allem ging es um Effizienz und Allgemeinverträglichkeit. Das heißt: Die Strahlenbelastung für die Nachbarn sollte möglichst gering sein, der technologische Nutzen jedoch möglichst hoch. Klar im Vorteil sind unter diesem Gesichtspunkt Gebiete außerhalb. Den im Vergleich besten Wert bietet in Deining das Areal um den Wasserbehälter (Gemeindegrund), in Thanning die Argeter Straße (Privatgrund). Vom Bau eines Mastens in Neufahrn hat die Telekom wieder Abstand genommen – auch wenn dort im Moment nur für O2-Kunden das Internet funktioniert.

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Das Gros des Gemeinderats zeigte sich froh über den kompetenten Beistand bei einem so schwierigen Thema. „Das macht alles Sinn“, fand etwa Heiko Arndt (CSU). Grundsätzliche Bedenken gegen den Mobilfunk äußerte nur Peter Lichtenegger (CSU): „Man kennt die Auswirkungen doch überhaupt nicht“, etwa auf Flora und Fauna. „Ich wundere mich, dass solche Masten hier einfach akzeptiert werden, als ob sie gottgegeben wären.“ Lichtenegger votierte als einziger der 20 Räte gegen die zwei beantragten Mobilfunkmasten. Der in Thanning soll 30 Meter, der in Deining 40 Meter hoch werden. Die Türme werden aus Beton bestehen. Das ist „gestalterisch besser“, so Oberhauser.

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