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Maximal Tempo 30 statt 50? Das entscheidet für Siegertshofen nicht der Eglinger Gemeinderat.

Bürger fordern Tempo 30 

Gemeinderat tritt auf die Bremse

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Egling – Die Siegertshofener fordern eine Verschärfung des Tempolimits an der Kreisstraße Töl 18. Autofahrer sollen künftig nur noch maximal mit Tempo 30 auf der Hauptachse durch den Ort fahren.

Die Anwohner in Siegertshofen fordern eine Verschärfung des Tempolimits an der Kreisstraße Töl 18. Statt 50 Stundenkilometern sollen Autofahrer künftig nur noch maximal mit Tempo 30 auf der Hauptachse durch den Ort fahren dürfen. Mit einem entsprechenden Appell samt Unterschriftenliste wandten sich die Bürger an den Eglinger Gemeinderat. Der wird das Vorhaben aber nicht offiziell unterstützen.

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag stellte Bürgermeister Hubert Oberhauser den Sachverhalt dar. Da es sich bei der Töl 18 um keine Straße der Gemeinde, sondern eine Kreisstraße handelt, sei nicht die Kommune, sondern die Straßenverkehrsbehörde im Tölzer Landratsamt zuständig, sagte er. An die werde der Antrag auf jeden Fall weitergeleitet. Rege diskutiert worden ist dann die Frage, ob die Gemeinde die Forderung mit einem förmlichen Antrag unterstützt.

„Tempo 30 ist momentan Thema Nummer eins“, sagte Vize-Bürgermeister Josef Bail. „Wir können das aber nicht überall machen.“ Er schlug stattdessen vor, zunächst die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit der Autofahrer zu ermitteln. Dafür hat Egling wie berichtet mobile Messgeräte. Manche von ihnen zeigen den Autofahrern nicht nur ihre Geschwindigkeit an, sondern zeichnen die Werte auch auf. Solche Geräte, schlug Bail vor, sollten in Siegertshofen aufgehängt werden. „Geht es hier wirklich um Tempo 30, oder fahren einfach alle schneller als die erlaubten 50?“, fragte er. In letzterem Fall könnte man verstärkt die kommunale Verkehrsüberwachung zum Blitzen schicken.

Ähnlich argumentierte Dritter Bürgermeister Heiko Arndt. „Man muss gegen Schnellfahrer vorgehen“, sagte er. Ansonsten sei die Ortsdurchfahrt aber „nicht gefährlicher als andere Straßen.“

Peter Lichtenegger warnte davor, in Siegertshofen mit Tempo 30 einen Präzedenzfall zu schaffen. Auch andere Ortsteile könnten dann Beschränkungen fordern, sagte er. Zum Beispiel in Attenham oder Thanning. „Dann müssen wir das in der ganzen Gemeinde machen.“ Das fand auch Paul Miller. „Besser ist es, wenn konsequent die 50 eingehalten werden.“

Anderer Meinung war Hans Spindler. Die Anwohner würden die Situation am besten beurteilen können. „Die Sicherheit der Bürger geht vor“, sagte er. „Lieber nimmt man ein Stück den Fuß vom Gas – aus Rücksicht vor den Anwohnern.“

Mit 4:13 Stimmen entschied der Gemeinderat, den Bürgerantrag nicht ausdrücklich zu begrüßen. Nur Bürgermeister Oberhauser sowie die Gemeinderäte Hans Spindler, Stefan Kießkalt und Thomas Braun stimmten dafür. In der April-Sitzung hatte der Gemeinderat die Einführung von Tempo 30 auf Gemeindestraßen im Ortsteil Deining mehrheitlich befürwortet (wir berichteten). Im Bereich des Kindergartens an der Hornsteiner Straße und dem Alten Flößerweg soll künftig das strengere Tempolimit gelten, hieß es im Beschluss. dor

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