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Noch beschaulicher geht es künftig in Neufahrn zu. Der komplette Eglinger Ortsteil wird Tempo-30-Zone.

Gemeinderat beschließt:

Das gesamte Dorf Neufahrn  wird zur Tempo-30-Zone

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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Eine  Bürgerinitaitve hat es gefordert, der Eglinger Gemeinderat nun beschlossen: Der Ortsteil Neufahrn wird komplett verkehrsberuhigt.

Neufahrn– Erfolg für die Neufahrner Bürgerinitiative: Der komplette Eglinger Ortsteil wird zur Tempo-30-Zone. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einer deutlichen Mehrheit von 18 zu 2 Stimmen. „Unser Engagement hat sich ausgezahlt“, kommentiert Initiator Jakob Degele das Ergebnis. „Die Tempo-30-Zone war ein Anliegen von vielen Neufahrnern.“ Gemeinderat Heiko Arndt, ebenfalls aus Neufahrn, sprach gar von einem „historischen Beschluss“.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder mal Versuche, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Letztlich schreckten die Räte stets davor zurück, da es auch für die bisherige Regelung gute Argumente gibt. So rollt durch Neufahrn so gut wie kein Durchgangsverkehr. Jakob Bernlochner (FW) gab zu bedenken: „Die Analyse hat belegt, dass das Unfallgeschehen dort völlig unauffällig ist, die Tempoüberschreitungen sind zu vernachlässigen.“ Peter Lichtenegger (CSU) sprach von einer „Luxusdebatte“. Die Zone bringt aus seiner Sicht keinen großen Sicherheitsgewinn, „weil man dort eigentlich gar nicht schneller fahren kann“. Dazu sei die Dorfstraße zu unübersichtlich.

An etwa 20 Kreuzungen und Einmündungen würden sich die Verkehrsregelungen ändern, erläuterte Arndt. Allein an der Neufahrner Hauptstraße würden 13 neue Rechts-vor-Links-Situationen entstehen. „Das ist sicherlich gewöhnungsbedürftig“, kommentierte Bürgermeister Hubert Oberhauser. Gerade für die Landwirte seien die neuen Regeln „sicher nicht optimal“. Gleichwohl spreche rechtlich nichts gegen die Änderung, erläuterte der Rathauschef. Dies habe eine Verkehrsschau mit Landratsamt, Polizei und Staatlichem Bauamt ergeben: „Da haben wir alle Vor- und Nachteile durchdiskutiert.“

Dass im ganzen Ort nun Tempo 30 gilt, liegt vor allem an der Bürgerinitiative, die eine Liste mit 208 Unterschriften vorgelegt hat. In einem Dorf mit 563 Einwohnern sei dies „enorm“, sagte Arndt. Dies sieht auch Oberhauser so: „46 Prozent der über 18-Jährigen haben für Tempo 30 im Ort gestimmt. Ohne solch ein klares Statement wäre die Entscheidung womöglich anders ausgefallen.“

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Er sei mit dem Ergebnis zufrieden, kommentierte Degele die Entscheidung. Gemeinsam mit den Gemeinderäten habe er darüber diskutiert, ob es in Neufahrn eine andere Möglichkeit gibt, um das Tempo der Autofahrer zu reduzieren. „Aber wir haben da kein gutes anderes Ergebnis gefunden.“ Degele befürwortet auch, dass die Zone hinter der Einmündung Kirchstraße/Keltenstraße beginnt: „Bei Rechts-vor-links wäre die Kreuzung schwer einsehbar, wenn man aus dem Ort rausfährt.“

pr

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