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Hier spielt die Musik: In mehreren Festzügen marschierten die Teilnehmer des laut Veranstalter größten Burschentreffens im Oberland am Sonntag durch Egling.  

„Super Gastgeber, super Stimmung“

Gut 2500 Teilnehmer beim „größten Burschenfest im Oberland“

Gut 2500 fesche Madln und Buam aus (fast) ganz Bayern feierten am Sonntag mit den Eglingern deren Burschenfest. In mehreren Festzügen marschierten sie begleitet von zünftiger Musi durchs Dorf, dass es eine Freude für Augen und Ohren war.

Egling– In der Früh hatten die Veranstalter noch sorgenvoll gen Himmel geblickt. Wegen der Regenschauer entschlossen sie sich kurzfristig, den geplanten Freiluft-Gottesdienst ins Zelt zu verlegen. Dort saßen die Besucher zum Teil schon beim Weißwurstfrühstück. Das Essen wurde schnell beendet, sodass ein würdiger und schöner Gottesdienst gefeiert werden konnte. Das war zum einen Pfarrer Manfred Wurzer mit seinem guten Draht zur Jugend zu verdanken, zum anderen muss man die Madln und Burschen für ihre Disziplin loben. Wurzer nannte die Burschenvereine mit ihrer teils über 100-jährigen Tradition in der heutigen Ich-bezogenen Gesellschaft wichtiger denn je: „Ihr tut was für die Gemeinschaft und denkt nicht nur an euch.“

Seit über zwei Jahren hat man sich in Egling auf die beiden großen Festwochenenden vorbereitet: auf das laut Organisatoren „größte Burschenfest im Oberland“ von Freitag bis Sonntag mit dem Auftritt von „LaBrassBanda“ und das 90. Loisachgaufest am kommenden Wochenende. „Wahnsinn, a Zelt und an Umzug in dera Größ’ hob i no nia gseng“, sagte Michael Kiening, Vorsitzender des Burschenvereins aus Niederroth bei Dachau. Mit 30 Vereinskameraden und dem Markenzeichen, einer rosa Pappmaché-Sau auf Rädern (beladen mit einem Kasten Bier), kamen die Gäste am Morgen mit dem Bus in Egling an. „Super Gastgeber, super Stimmung“, stellte Kiening fest.

Die außergewöhnliche Atmosphäre genoss René Ritter vom Burschenverein Diebach in Unterfranken bereits am Samstagabend: „Wir wurden von den Eglingern angeschrieben, ob wir Lust hätten, zu kommen. Obwohl wir uns vorher nicht gekannt haben, wurden wir herzlich empfangen.“ Auch eine Gruppe der Katholischen Landjugendbewegung Kirchdorf-Hörlbach folgte dem Ruf nach Egling. Um 6 Uhr startete der Bus mit 20 jungen Frauen und ebenso vielen Männern am Sonntag in Niederbayern. Die Madln tragen in Kirchdorf-Hörlbach kurze Lederhosen und türkisfarbene T-Shirts statt Dirndl. Miriam und Sarah Brandl waren beeindruckt von der Organisation des Burschenfests. „Der Gottesdienst war richtig schön“, sagt Miriam. Ihrer Schwester Sarah haben vor allem die die Degerndorfer Blasmusik und die Predigt von Pfarrer Wurzer gefallen.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Eglings Bürgermeister Hubert Oberhauser, zollte den Jugendlichen Respekt für ihr bis Sonntagmittag „tadelloses Verhalten“. Es sei nicht selbstverständlich, dass bei einem Fest mit einer so hohen Anzahl an jungen Leuten alles ohne größere Zwischenfälle ablaufe. Zumal das Bier einer angesagten Münchner Brauerei im Strömen floss.

Anwohner und Zaungast Josef Stieberger berichtete, dass es beim „LaBrassBanda“-Konzert am Freitag zwar „wahnsinnig laut“ war – „aber es war absolut friedlich“. Das Burschenfest am Sonntag wollte Stieberger nicht besuchen. Er freute sich, dass die Gemeinde für kommenden Samstag im Rahmen des Loisachgau-Jubiläums alle Bürger über 65 Jahre ins Zelt eingeladen hat: „Das ist dann eher meine Welt.“

Burschenfest in Egling: Die Bilder des Umzugs

Tanja Lühr

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