Hitzefest, wasserdicht und atmungsaktiv: Neue Schutzkleidung für die Eglinger Feuerwehr
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Drei Generationen Schutzausrüstung: (v. li.) Kreisbrandmeister Marc Vopelius in „Bayern 2“, Eglings Zweiter Kommandant Daniel Obetzhauser in „Bayern 2000“ und Kommandant Markus Fleischmann in der aktuellen Einsatzkleidung. Die signalrote Jacke trägt die Modell-Bezeichnung „Texport Fire Survivor“. 

Das neue Modell heißt „Bayern 2000“

Hitzefest, wasserdicht und atmungsaktiv: Neue Schutzkleidung für die Eglinger Feuerwehr

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Nach 20 Jahren erhält die Eglinger Feuerwehr neue Schutzkleidung. Das alte Modell „Bayern 2000“ wird nun von „Texport Fire Survivor“ abgelöst.

Egling – Die Zeiten ändern sich in jeder Beziehung – und mit ihnen die Anforderungen an die Berufs- sowie die Freiwilligen Feuerwehren. Waren es in jüngster Vergangenheit überwiegend Brände, sind es heute vor allem sogenannte technische Hilfeleistungen, die die Einsatzkräfte bewältigen müssen. 

Anforderungen an Feuerwehren ändern sich

„Was in diesem Kontext nie vergessen werden darf, ist für die Sicherheit der Kameraden zu sorgen“, betont Kreisbrandmeister Marc Vopelius im Gespräch mit unserer Zeitung. Dazu gehört nach seinen Worten die Schutzkleidung, die auf das veränderte Anforderungsprofil angepasst werden muss.

Ein Rückblick: Die ersten Schutzausrüstungen für die Feuerwehrkräfte bestanden aus einem zweireihigen, schwarzen Uniformrock, der meist aus mehrlagigem Filz geschneidert war. Eine dazu passende Hose, ein Messinghelm, grobe Lederschuhe und ein einfacher Gurt machten die Einsatzkleidung komplett.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Uniform durch Einsatzkleidung aus grau-grünlicher Baumwolle ersetzt. Das Modell trug den Namen „Bayern 1“. Die Nachfolgeversion („Bayern 2“), die in den 1970er Jahren auf den Fachmarkt kam, hatte bereits Reflexstreifen und einen Schulter-Lederschutz. 1999 wurde die Einsatzkleidung erneut grundlegend überarbeitet. Das Modell „Bayern 2000“, eine schwarz-orangefarbene Ausrüstung mit Reflexstreifen und der EU-Norm entsprechend, ist zum Teil noch heute im Einsatz.

Geschichte der Schutzausrüstung

Markus Fleischmann, Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Egling, kann sich noch gut an die Modelle „Bayern 2“ und „Bayern  2000“ erinnern. Er selbst trägt inzwischen die aktuellste Anschaffung der Wehr: eine signalrote Einsatzjacke, Modell „Texport Fire Survivor“, erhältlich in den Größen S bis XXXL, mit Reflexstreifen, ausgestattet mit Fire-Blocker-Membrane und einem Ärmelabschluss, der verhindert, dass beim Anziehen beziehungsweise während des Einsatzes der Ärmel hochrutscht.

Lampe, Handschuhe, Funkgerät: Für jedes Utensil gibt’s in der Jacke beziehungsweise Hose die passende Tasche.

Funkgeräte, Lampe – alles hat in eigens dafür geschaffenen Jackentaschen Platz und ist im Falle des Falles schnell griffbereit. Die graue Überhose („Explorer“) mit integriertem Rettungsgurt bietet ebenfalls genug Taschen, um darin beispielsweise Keile zum Blockieren einer Tür unterzubringen. „Und man kann durch eine seitliche Öffnung sogar in die Hosentasche der Jeans, die man unter der Überhose trägt, greifen“, erklärt der Kommandant.

Ein gutes Jahr lang hat eine eigens eingerichtete Projektgruppe bestehend aus Kommandanten, Atemschutzausbildern und Kreisbrandmeister daran gearbeitet, die Kleidung so zusammenzustellen, dass sie den Bedürfnissen der Eglinger Wehr gerecht wird. Die bis dato verwendete Einsatzkleidung „ist zum Teil über 20 Jahre alt“, erläutert Kreisbrandmeister Vopelius. Seiner Meinung nach wird mit der neuen Ausrüstung, die wie berichtet nach und nach ausgeliefert werden soll, der Spagat zwischen „höchstem Schutz und geringem Gewicht“ geschafft.

Eglinger Feuerwehr bekommt neue Schutzkleidung

Die Neuanschaffung hat ihren Preis: „Pro Mann etwa 1000 Euro“, verrät Vopelius. Die Wehr sei dem Bürgermeister und den Gemeinderäten „sehr dankbar“, dass sie die Mittel bereitgestellt haben. Der Kreisbrandmeister zieht augenzwinkernd einen Skianzug zum Vergleich heran: „Da kommt man auch in diese Preisklasse. Nur dass niemand seinen Skianzug 20 Jahre lang tragen wird.“  

Die sieben Eglinger Ortsfeuerwehren werden nach und nach mit neuer Schutzausrüstung ausgestattet. Sie ist genau auf deren Bedürfnisse abgestimmt.

sh

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