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Ein Hochzeitspaar hat beim Oberhauser in Egling die Zeche nicht bezahlt. Frau und Mann wurden verurteilt, doch gezahlt haben sie bislang nicht.

Nach dem Urteil des Amtsgerichts

Hochzeitspaar prellt Zeche: Wirt hat noch kein Geld - und wird im Netz beschimpft

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Vor zwei Jahren bewirtete der Eglinger Gastronom Johann Oberhauser eine Hochzeitsgesellschaft. Doch die blieb ihm die Zeche schuldig. Das Brautpaar wurde verurteilt, hat bislang aber nicht gezahlt.

Egling – Im Februar musste Johann Oberhauser, Wirt des gleichnamigen Hotel-Restaurants in Egling, vor dem Wolfratshauser Amtsgericht erscheinen. Nicht als Angeklagter, sondern als Geschädigter und damit als Zeuge. Zwei Jahre zuvor nämlich hatte ein Münchner Ehepaar bei ihm seine Hochzeit gefeiert, die Rechnung über 6369,20 Euro aber niemals beglichen. Das Paar wurde schließlich verurteilt – er zu einer Geldstrafe von 6300 Euro, sie zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. Zudem ordnete Richter Helmut Berger die Einziehung des kompletten Rechnungsbetrags an (wir berichteten).

Wirt fiel in 25 Jahren dreimal rein

Johann Oberhauser Wirt des Hotel-Restaurantsin Egling.  

Von seinem Geld hat Johann Oberhauser bislang aber keinen Cent gesehen – und er macht sich auch „keine großen Hoffnungen“, dass dies noch geschehen wird. „Das werde ich in 100 Jahren nicht bekommen“, sagt der Gastronom resigniert. „Gottes Mühlen mahlen langsam, aber die der Behörden halt noch viel langsamer.“ Zumindest hofft der 58-Jährige, dass sich das Finanzamt dann einsichtig zeigen wird. Denn die Mehrwertsteuer auf die Zeche hatte er bereits entrichtet, und dieses Geld hätte er als sogenannte uneinbringliche Forderung, also als Forderung, die endgültig als verloren anzusehen ist, gerne wieder zurück.

Es ist das dritte Mal in 25 Jahren, in denen Oberhauser sein Gasthaus führt, dass er Zechprellern aufgesessen ist. Zum ersten Mal erwischte es ihn „noch zu D-Mark-Zeiten“ – ebenfalls mit einer großen Hochzeitsgesellschaft. 12.000 Mark blieb ihm der Ausrichter damals schuldig. Oberhauser fuhr zur Polizei nach Wolfratshausen und erstattete Anzeige. „Als die dort den Namen gehört haben, haben’s alle zum Lachen angefangen“, erinnert sich der Wirt. „Der Zechpreller war bekannt wie ein bunter Hund“ – nur Oberhauser hatte leider nicht von ihm gehört. Im zweiten Fall ging es um eine weniger hohe Summe. Sitzen blieb der 58-Jährige trotzdem auf seinen Kosten.

Mittlerweile ist Anzahlung üblich

Mittlerweile ist er dazu übergegangen, für die Ausrichtung von Gesellschaften pauschal eine Anzahlung von 500 Euro zu verlangen – was natürlich nur ein Bruchteil der Summe ist, die ein Gast schuldig bleiben würde, falls er Böses im Schilde führt. Bleibt also nur, sich auf seine Menschenkenntnis zu verlassen. „Die muss ich aber noch ein wenig schulen“, sagt der Gastronom selbstkritisch.

Was Johann Oberhauser geärgert hat, waren die „teilweise dummen“ Kommentare“ in den sozialen Netzwerken, die er lesen musste, nachdem Verhandlung und Urteil öffentlich geworden waren. „Der hat doch eh genug Geld“, „Sollen wir eine Sammelbüchse aufstellen?“ und ähnlichen Spott musste er sich anhören. Mittlerweile ist er dazu übergegangen, „so etwas Grattliges einfach nicht mehr zu lesen“. Das schone die Nerven „und erspart dir einen Haufen Ärger“. peb

Lesen Sie auch: Dieses Paar lernte sich erst am Standesamt kennen, heiratete - und blieb zusammen

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