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Eglings Bürgermeister Hubert Oberhauser appelliert an den Gemeinsinn

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Von: Volker Ufertinger

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Die Einweihung des interkommunalen Hallenbads in Geretsried war für Eglings Bürgermeister Hubert Oberhauser (rechts im Bild) das beste Beispiel, dass man große Aufgaben nur gemeinsam stemmen kann.
Gemeinsam ist man stark: Die Einweihung des interkommunalen Hallenbads in Geretsried war für Eglings Bürgermeister Hubert Oberhauser (rechts im Bild) das beste Beispiel, dass man große Aufgaben nur im Teamwork stemmen kann. © Sabine Hermsdorf-Hiss/Archiv

2021 stand im Zeichen von Corona. Doch es gab auch gute Nachrichten. Darüber sprachen wir mit dem Eglinger Bürgermeister Hubert Oberhauser.

Egling – Der MVV-Fahrplanwechsel am 12. Dezember brachte für Egling eine erfreuliche Neuerung mit sich: Der Expressbus X320 verkehrt jetzt ganztags im 20-Minuten-Takt von Wolfratshausen nach Deisenhofen, wobei er in der Flächengemeinde vier Mal hält: in Egling Mitte, Öhnböck, Attenham und Endlhausen. Wir nahmen das zum Anlass, mit Bürgermeister Hubert Oberhauser auf die guten Nachrichten im Jahr 2021 zurückzublicken. Schlechte Nachrichten gibt es ohnehin mehr als genug.

Herr Bürgermeister Oberhauser, die neue Linie ist jetzt ein paar Tage in Betrieb. Sind Sie schon damit gefahren?

Hubert Oberhauser: Nein, ich habe bis jetzt noch keine Probefahrt gemacht. Aber ich habe die Abfahrtszeiten in Richtung Wolfratshausen im Kopf: Immer um 3, 23 und 43 von der Ortsmitte aus, ich werde das demnächst sicher einmal ausprobieren. Gesehen habe ich den Bus schon mehrfach. Ein paar Leute waren drin, aber ein paar hätten auch noch Platz gehabt. Insofern müssen wir die neue Linie jetzt massiv bewerben und klar machen, dass man das Auto jetzt ruhig stehen lassen kann. Auch die Ertüchtigung des Verkehrsknotenpunkts in Wolfratshausen ist für uns sehr positiv.

Inwiefern?

Oberhauser: Es ist eine Option für die Schüler der weiterführenden Schulen. Die Direktverbindung verkehrt ja nur drei Mal am Tag, vormittags, mittags und abends. Jetzt können sie mit dem X970 von Tölz nach Wolfratshausen fahren und da in Richtung Egling umsteigen. Das geht auch relativ schnell, die Busse sind ja Expressbusse und halten nur an ausgewählten Stellen. Die nächsten fünf Jahre sind auf jeden Fall gesichert.

Bleiben wir bei den guten Nachrichten. Wie geht es der Wirtschaft in Egling? Die ist doch traditionell stabil.

Oberhauser: Meinen Sie jetzt die Gastwirtschaft oder die Unternehmen? (schmunzelt)

Uns interessiert beides.

Oberhauser: Also, was Gastwirtschaften angeht, sind wir in Egling immer schon gut aufgestellt. Die haben es im Moment extrem schwer, das muss man ehrlich sagen. In der Wirtschaft haben wir viele mittelständische Betriebe vor Ort, die größtenteils stabil und robust sind. Davon profitieren wir als Gemeinde natürlich. Bei uns herrscht glücklicherweise Kontinuität.

Ein schöner Moment im Bereich Sport?

Oberhauser: Ganz klar die Einweihung des interkommunalen Hallenbads in Geretsried. Dem ist ja ein langer Prozess vorausgegangen. Auch bei uns hat nicht jeder von Anfang an Juhu geschrien, als es hieß, wir müssen jetzt investieren. Aber die Beschlüsse waren dann doch alle einstimmig, jeder steht dahinter. Wir haben das vor allem für unsere Schulkinder gemacht, damit die Schwimmen lernen können. Die gehen auch alle hin und sind angetan. Eine Kommune allein hätte ein solches Projekt nicht stemmen können, aber wenn viele zusammen helfen, funktioniert das. Daran muss man sich orientieren.

Waren Sie selbst schon schwimmen?

Oberhauser: Nein, bis jetzt nicht. Ich persönlich bin kein großer Schwimmer. Höchstens im Sommer bei 30 Grad springe ich mal in den See. Schwimmen hat den Nachteil, dass man nass wird (schmunzelt). Im Ernst: Ich gehe bestimmt mal rein, schon interessehalber. Was mich gefreut hat: Ich habe einen kleinen Neffen in der dritten Klasse, der hat mir ganz aufgeregt erzählt: Onkel Hubert, ich war jetzt beim Schwimmen im neuen Hallenbad. So eine Aussage freut mich natürlich.

Auch beim Springeranwesen hat sich was getan.

Oberhauser: Das war ein ganz wichtiges Projekt in finanzieller und sozialer Hinsicht für unsere Gemeinde und wird uns langfristig und zukunftsweisend stärken. Für die Seniorenbetreuung haben wir die Rummelsberger Diakonie gewonnen, gestartet wird wohl im März. Wir haben zwischen 15 und 17 Plätze. Die rund drei Millionen Euro abzüglich einer positiven Förderung sind eine sehr gute Investition in die Zukunft unserer Gemeinde.

Apropos fertig werden: Das gilt auch für das Gemeindehaus Deining.

Oberhauser: Die Vereine haben zentral in der Ortsmitte einen guten Platz gefunden, die Rückmeldungen sind sehr positiv. Wir sind froh, dass wir das alte Gebäude saniert haben, auch wenn das mit großem Aufwand verbunden war. Neu zu bauen wäre in dieser Größenordnung nicht möglich gewesen, wir hätten die Abstandsflächen nicht einhalten können. So haben wir auch noch etwas Wohnraum schaffen können.

Wenn Sie an 2021 zurückdenken: Was war Ihr schönster Moment als Bürgermeister?

Oberhauser: (Denkt länger nach) Jeden Tag gibt es schöne Momente. Trotz der vielen anstrengenden Diskussionen, die ein Bürgermeister momentan zu führen hat.

Sie sprechen von Corona?

Oberhauser: Ja. Als Bürgermeister ist man eben der erste Ansprechpartner. Auch solchen Debatten muss man sich stellen, und das tue ich auch. Ich glaube, dass auf jeder Ebene Fehler gemacht worden sind, Kommunen, Land, Bund. Es wäre vermessen zu behaupten, dass alles fehlerfrei gelaufen ist. Dass die Impfbereitschaft bei uns so gering ist, hat vielleicht damit zu tun, dass man durch die ersten Wellen relativ gut gekommen ist. Hätten bei uns Zustände wie in Italien oder Norditalien geherrscht, wäre der Ernst der Lage jedem sofort klar gewesen. Ich hoffe, dass jetzt jeder erkennt: Ohne Impfen kommen wir aus dem Schlamassel nicht raus.

Wenn Sie einen Wunschzettel für 2022 schreiben würden: Was würde drauf stehen?

Oberhauser: Auf jeden Fall Gesundheit, das steht ganz oben. Wenn wir gesund bleiben, schaffen wir alle Aufgaben, die uns noch bevorstehen. Als Bürgermeister wünsche ich mir, dass wir weiter in unserer Gemeinde in vielen Bereichen ein so gutes Miteinander haben. In Egling sind sieben große Ortsteile zusammengewachsen, und so eine gute Zusammenarbeit darf man nie als Selbstverständlichkeit betrachten. Was die Personalstruktur der Verwaltung angeht, wünsche ich mir, dass sich unsere Personalstruktur nach dem anstehenden Generationswechsel – Pensionierung verdienter Mitarbeiter – weiterhin so positiv entwickelt. Der Fachkräftemangel ist nicht nur ein Problem der Wirtschaft.

An welches Erlebnis im Jahr 2021 denkt der Mensch Hubert Oberhauser besonders gerne zurück?

Oberhauser: Ich gehe mit meiner Frau gerne auf den Berg, sie sucht uns immer super Touren aus. Dieses Jahr waren wir unter anderem auf dem Unnütz. Es war ein langer Hatsch, aber der Blick auf den Guffert und den Achensee war traumhaft.

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