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Groß war das Interesse an der Bürgerinfo zur Zukunft der ehemaligen Trocknungsanlage in Feldkirchen.

Nahwärmenetz für Feldkirchen?

Das sind die Pläne des Maschinenrings für die ehemalige Trocknungsanlage

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Ein Agrardienstleistungszentrum in Feldkirchen möchte der Maschinenring Wolfratshausen bauen. Nicht alle sind von diesen Plänen angetan.

Egling – Aus der ehemaligen Trocknungsanlage in Feldkirchen soll ein Agrardienstleistungszentrum werden. Das wünschen sich die Futter- und Trocknungsgenossenschaft, der Maschinenring sowie die Gemeinde Egling, zu der Ortsteil Feldkirchen gehört. Doch nicht alle Anwohner sind von diesen Plänen begeistert.

Bekanntlich hat die Trocknungsanlage, die das Grüngut ihrer Mitglieder in Pellets umgewandelt hat, 2014 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit schließen müssen. Das habe für einen „gewissen Zank“ unter den Anwohnern gesorgt, sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser am Donnerstagabend im Feldkirchner Gasthaus Hansch vor etwa 35 Zuhörern. Vor der Schließung hatten die Betreiber versucht, den Brennstoff Flüssiggas durch billigere Braunkohle zu ersetzen. Dagegen hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die vor allem auf mögliche gesundheitliche Schäden der Bevölkerung hinwies. Seither wird überlegt, wie sich das Areal im Außenbereich sinnvoll nutzen lassen könnte.

Ideen gab es einige: die Schaffung von mehr Wohnraum für Einheimische ebenso wie die Ausweisung eines Gewerbegebiets. Nebenan befindet sich ein Kieswerk. Doch diese Vorschläge waren laut Rathauschef nicht genehmigungsfähig. Schließlich fanden die Trocknungsgenossenschaft und der Maschinenring zusammen. Gemeinsam wollen sie nun ein Agrardienstleistungszentrum errichten. Im August 2018 fasste der Eglinger Gemeinderat einen Aufstellungsbeschluss, Feldkirchen entsprechend zu überplanen.

Wie weit die Pläne gediehen sind, erläuterte Christian Stemmer, Geschäftsführer des bis dato in Wolfratshausen ansässigen Maschinenrings. So sollen auf dem Gelände Biomasse (Hackschnitzel) gelagert und Gemeinschaftsmaschinen stationiert werden. Für Verwaltung, Beratung und Seminare soll ein eigenes Gebäude gebaut werden. Außerdem ist geplant, zur Energieversorgung ein Nahwärmenetz zu errichten. Über eine Fernwärmeleitung könnten auch die Bewohner Feldkirchens versorgt werden – sofern daran Interesse besteht.

Bürgermeister Oberhauser sieht in den Plänen eine „große Chance“. Man wolle eine ländliche Gegend bleiben, also müsse man die Landwirtschaft auch stärken. Aber: Noch sei nichts in trockenen Tüchern, betonte der Rathauschef.

Aus dem Publikum kamen vereinzelt Fragen zum geplanten Agrarzentrum. Sie betrafen das Verwaltungsgebäude, den Maschinenpark und die Betriebszeiten. Bernhard Grasl, der direkt gegenüber wohnt, sieht die Pläne kritisch. „Wir sind gebrannte Kinder von der Trocknung“, sagte der Feldkirchner. Während der Erntezeit habe dort „Tag und Nacht“ Betrieb geherrscht. Außerdem wollte er wissen, ob das Gelände eingezäunt wird. Erst kürzlich habe jemand Öl über die dort gelagerten Hackschnitzel geschüttet. Stemmer versuchte zu beruhigen: „Das Gelände wird eingefriedet.“

Und noch etwas störte den Nachbarn Grasl. Dem Immobiliensachverständigen zufolge wird das Areal derzeit von gewerblichen Betrieben genutzt, ohne dass es dafür eine Betriebserlaubnis gebe. „Das lässt man einfach so laufen“, kritisierte Grasl. Bürgermeister Oberhauser antwortete, dass das Tölzer Landratsamt die Zwischennutzung gerade prüfe. 

nej

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