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Rhiannon Moutafis kandidiert auf der Liste der Linken für den Bezirkstag.

Auf Platz 3 der Liste der Linken

Nach dem Abi in den Wahlkampf: Diese junge Frau ist die Hoffnung der Linken

Die Linke im Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen setzt große Hoffnungen in sie: Die 18-jährige Rhiannon Moutafis aus Egling wurde auf Platz 3 der Kandidatenliste für die Bezirkstagswahl gewählt.

Egling– Rhiannon Moutafis, redegewandt und mit einem offenen, fröhlichen Lachen, stammt aus einer griechisch-englischen Familie. Sie macht gerade ihr Abitur am Ickinger Gymnasium. Für Politik interessiere sie sich seit ihrem 13. Lebensjahr, sagt Moutafis. Gefühlsmäßig habe sie schon immer zur Partei die Linke tendiert. „Den Anstoß, mich für die Linke für den Bezirkstag aufstellen zu lassen, gab mein Fahrlehrer“, erzählt sie. Joseph Pfeifer war 2017, bei der Wahl zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl, Andreas Wagner unterlegen. „Er hat mich ermuntert, es zu probieren“, sagt sie. Dass sie als politischer Neuling gleich auf Platz 3 gewählt wurde, sei „schon überraschend“ gewesen.

Moutafis möchte sich für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen. Wenn man ihr zuhört, wie sie sich über die geringe Anzahl an angezeigten Vergewaltigungen und die noch geringere Quote an Verurteilungen aufregt, glaubt man ihr, dass sie es ernst meint. „Wir müssen ein Klima schaffen, in dem nicht die Frauen beschuldigt werden, weil sie vielleicht einen zu kurzen Rock getragen haben“, fordert sie.

Einen zweiten Schwerpunkt möchte die Kandidatin auf verbesserte Bedingungen für Alten- und Krankenpfleger legen. Denn: „Wir können alle in die Situation kommen, Pflege zu brauchen. Dann sind wir froh um gut ausgebildetes, motiviertes Personal, das sich Zeit für uns nimmt. Es darf einfach nicht sein, dass Pflegekräfte für einen Hungerlohn arbeiten.“ Der Bezirkstag, unter anderem zuständig für die Bezirkskrankenhäuser, könne auf diesem Gebiet etwas bewegen.

„Kultur lebt vom Wandel“

Auch die Kulturförderung fällt in den Zuständigkeitsbereich des Bezirks. Die multikulturell aufgewachsene Eglingerin sagt, sie wolle nicht die bayerische Tradition gegen die Traditionen zugewanderter Menschen ausspielen. „Kultur lebt vom Wandel“, ist sie überzeugt. In vielerlei Hinsicht könnten die Deutschen von ihren ausländischen Mitbürgern lernen. Moutafis nennt die griechische Gastfreundschaft als Beispiel. Die sozialpolitisch engagierte junge Frau plant nach dem Abitur ein geisteswissenschaftliches Studium in diesem Bereich, wie sie erzählt: „Würde ich in den Bezirkstag gewählt, wäre das für mich eine gute Möglichkeit, aus der Theorie in die Praxis einzusteigen.“

Ob drei Linke in den Bezirkstag einziehen werden – bis jetzt hat die Partei nur einen Sitz – ist fraglich. Rhiannon Moutafis will aber auf jeden Fall bei der Politik bleiben. Im Moment ist sie noch parteifrei. Über einen Beitritt zur Linken will sie in Ruhe nachdenken. „Das ist eine Entscheidung, die man nicht so hopplahopp trifft“, sagt sie.

Wenn Gleichaltrige nach dem Abitur erst einmal reisen oder jobben, beginnt für Rhiannon Moutafis – nach einem kurzen Urlaub – Mitte August der Wahlkampf. Den will sie gemeinsam mit ihrem „tollen Team“, wie sie schwärmt, bestreiten. Ihre Eltern würden sie auf ihrem Weg voll und ganz unterstützen, sagt die 18-Jährige. Die meisten Freunde fänden ihr Engagement ebenfalls gut, auch wenn manche eine andere politische Meinung hätten. Moutafis sieht das positiv: „Mit ihnen kann ich diskutieren. Daran wächst man.“ 

Tanja Lühr 

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