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Aus den Wasserkraftwerken in Kaprun stammt das Energie, mit der nächstens Eglinger Haushalte versorgt werden.

Einstimmiges Votum im Gemeinderat

Egling tritt Oberlandenergie bei

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Egling - Egling hat sich der Energiewende verschrieben. Jetzt geht die Gemeinde einen weiteren Schritt auf diesem Weg: Am Dienstag wurde beschlossen, dem kommunalen Verbund 17er Oberlandenergie beizutreten.

18 Kommunen gehören der 17er Oberlandenergie bereits an. Demnächst werden es 19 sein. Am Dienstag hat der Eglinger Gemeinderat beschlossen, dem Verbund beizutreten. Denn: Die Ziele von Oberland 17 und der Energiewende sind deckungsgleich. „Das ist für uns sehr wichtig“, sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser. „Es ist das richtige Zeichen zur richtigen Zeit.“ Die Einlage der Gemeinde beträgt 5000 Euro, die Verzinsung liegt bei vier Prozent.

Der Strom speist sich aus österreichischer Wasserkraft

 Das kommunale Energieunternehmen mit Sitz in Murnau wurde im August vergangenen Jahres gegründet. Gründungsmitglieder waren die Städte Wolfratshausen, Bad Tölz, Penzberg und Murnau. Der Name ist eine Anleihe aus aus der Regionalplanung, die so genannte Region 17 umfasst das Oberland. Das Ziel ist ebenso einfach wie ehrgeizig: nachhaltig erzeugte Energie zu liefern und die Wertschöpfung in der Region zu verankern. Karl Steingruber, Kaufmännischer Werkleiter der Gemeindewerke Murnau, stellte den Verbund vor. Eines seiner wichtigsten Botschaften vorab: „Wir werden keinen Atomstrom verkaufen.“ Der Strom, den die Kunden jetzt bekommen, stammt aus aus den Wasserkraftwerken in Kaprun im Salzburger Land. Auf lange Sicht sei geplant, den Strom auch vor Ort zu produzieren. Doch so weit sei man noch nicht.

Die Wertschöpfung bleibt vor Ort

Steingruber versicherte, dass die beteiligten Kommunen nur gewinnen können. „Die Gewinne fließen nicht an anonyme Konzernzentralen oder Aktionäre. Was bei der Jahresbilanz in den Kassen der Stadt- und Gemeindewerke übrig bleibt, kommt der Kommune zugute und wird vor Ort wieder investiert“, erklärte er. Aus der Heimat für die Heimat: Das sei das Motto der 17er Oberlandenergie. Im Sinn der Sache sei es deshalb auch, dass das lokale Handwerk seinen Nutzen hat: „Externe Aufträge werden so weit wie möglich an Partnerfirmen vor Ort vergeben“, sagte Steingruber. Die Wertschöpfung bleibe in der Region. „Das ist für uns ein ganz zentraler Punkt.“ Auch den Willen zur Energiewende strich Steingruber heraus: „Die Energiewende spielt sich vor der eigenen Haustür ab und fordert den Verbraucher ganz persönlich.“ Die Stadt- und Gemeindewerke im Verbund investierten in Windparks, Fotovoltaik und Biogasanlagen und entwickeln lokale Klimaschutzprogramme. Steingruber warb auch für die Preispolitik des Verbunds. Die Kilowattstunde Strom liegt derzeit bei 22,97 Cent. „Man wird im Internet nicht so leicht jemanden finden, der billiger ist“, sagte er. Und wenn, dann handle es sich um Billiganbieter, die nach ein, zwei Jahren drastisch erhöhen. Auf der anderen Seite sei mit dieser Summe „schon auch Geld verdient“.

Derzeit liefert Eon den Strom - noch

Der Gemeinderat war angetan von den Vorteilen. Hans Spindler (parteifrei), Energiebeauftragter des Gemeinderats, fand den Ansatz „richtig gut“. Er sagte: „Das deckt sich hervorragend mit unseren Zielen.“ Stefan Kießkalt (Vereinigte Bürgerschaft) fragte nach, ob man im Fall der Fälle auch aussteigen könne. „Kein Problem“, erklärt Steingruber. „Es gibt eine sechsmonatige Kündigungsfrist.“ Und Michael Neubauer (CSU) wollte wissen, woher die Gemeinde jetzt ihren Strom beziehe. Die Antwort von Bürgermeister Hubert Oberhauser: „Von Eon.“ Sobald man wechseln könne, werde man wechseln. „Da werden wir uns demnächst zusammensetzen.“ Volker Ufertinger

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