Am Feierabend: Erst Arzteinsatz, dann Stau bei der S-Bahn 

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Sie lieben Oldtimer (v. li.): Peter Meier auf seinem Dieselroß F12 (Baujahr 1936), eine NSU Quickly (Baujahr 1953) sowie Franz Wiedenbauer auf dem Dieselross F18 (Baujahr 1937). Dieses stammt ebenfalls von Peter Meier. 

Oldtimertreffen

Der Reiz der knatternden Gefährte

Egling - Im Eglinger Ortsteil Neufahrn dreht sich beim Oldtimertreffen am Sonntag alles um (ur-)alte Karossen.

Freunden nostalgischer Karossen wird das Herz aufgehen, wenn sie am Sonntag, 11. September, durch die Ortsmitte von Neufahrn schlendern. Das wünscht sich jedenfalls Franz Wiedenbauer vom Verein zum Erhalt historischer Fahrzeuge und Geräte (HFG), der zum dritten Mal zu einem Oldtimertreffen einlädt. Das passende Wetter vorausgesetzt, erwartet der Vereinsvorstand um die 1000 Besucher. „Wer Lust und Liebe hat an alten Fahrzeugen, soll kommen“, appelliert Wiedenbauer an die Oldtimerfans im Landkreis.

Aber der Appell richtet sich auch an die Besitzer der hochbetagten Vehikel. „Wir sprechen alle Typen an. Motorräder, Autos, Traktoren: Jeder Oldtimer ist gern gesehen und erwünscht.“ Rund 130 Fahrzeuge konnten beim Treffen 2013 bestaunt werden. „Heuer werden es 150 bis 200 werden“, vermutet der Vereinsgründer. Im Mittelpunkt des Fuhrparks, der sich um die Apfel- und Birnbäume im Dorfzentrum ausbreitet, stehen in diesem Jahr so genannte Fendt-Verdampfer. „Das waren quasi die ersten Schlepper nach den Pferden“, sagt Wiedenbauer zur Bedeutung der Vorkriegsmodelle, die ab 1930 gebaut wurden. „Ein ganz einfaches System, ohne Kühler, ohne Anlasser.“ Man wolle so viele wie möglich davon aufs Treffen hohlen. „20 bis 30 kommen sicher, wenn wir Glück haben, mehr“, ergänzt Organisator Peter Meier, selbst leidenschaftlicher Fan der alten, kleinen Schlepper.

Besonders stolz ist der Landwirt und gelernte Landmaschinenmechaniker auf ein Dieselross F12, Baujahr 1936, von dem nur 192 Stück gebaut wurden. Der Wert liegt heute bei rund 20 000 Euro. „Das ist meine Leidenschaft, schon ein bisschen eine Sucht“, gibt Meier zu. Ganz ähnlich ergeht es Vorstand Wiedenbauer, der zum Pressetermin mit einer NSU Quickly, Baujahr 1953, angeknattert kam. „Die ist noch im Originalzustand, nix lackiert, aber technisch topp hergerichtet.“ Ansonsten begeistert sich der 60-Jährige für schwere Lanz-Traktoren, die ebenfalls in Neufahrn zahlreich erwartet werden.

Um 9 Uhr beginnt das Fest mit dem Eintreffen der Fahrzeuge. Die längste Anreise hat – Stand jetzt – ein Oldtimer-Liebhaber aus Bamberg. Die meisten kommen aus der näheren Umgebung wie München, Penzberg, Sauerlach, Wolfratshausen. Neben einer „Gassner Pflug“ und „Fendt Agrobil Ausstellung“ erwarten die Besucher verschiedene Vorführungen. „Der Schmied haut auf den Ambos, es werden Motorsägen vorgeführt. Es hämmert ganz ordentlich“, sagt Wiedenbauer und schmunzelt. Dazu gibt es ein unterhaltsames Programm für Kinder, die beispielsweise ein kleines Holzfloß bauen und mit nach Hause nehmen können. Gegrilltes und Kaffee und Kuchen stillen den großen und den kleinen Hunger zwischendurch.

Nachdem die Ausstellung vor drei Jahren auf einer Wiese am Dorfrand stattgefunden hat, habe man sich dieses Mal bewusst für das Ortszentrum entschieden. „Wegen der Atmosphäre und dem dörflichen Charakter“, so Wiedenbauer. Und schließlich ist es ja eine Veranstaltung von allen und für alle. „Das ganze Dorf hilft dabei mit, sonst wäre das gar nicht möglich“, bekräftigt Organisator Meier. Der Höhepunkt des Treffens steht um 14 Uhr auf dem Programm: Dann knattern die Teilnehmer mit ihren betagten Gefährten durchs Dorf, bevor das Fest gegen 16 Uhr allmählich ausklingt.

Rudi Stallein

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