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Jubel in Deining: Die Großglockner-Fahrer (v.li.) Wolfgang Sobotta, Manfred Sobotta, Florian Glasauer, Kaspar Schäffler, Paul Sobotta sowie Reiner und Markus Funk vom Historischen Fahrzeugverein.

Traktor-WM am Großglockner

Paul Sobotta aus Deining holt den Weltmeistertitel

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Bei der Oldtimer-Traktor Weltmeisterschaft am Großglockner hat Paul Sobotta aus Deining einen Sensationserfolg gelandet. Er ließ sämtliche Konkurrenten hinter sich. 

Egling – Die Gemeinde Egling kann sich über einen neuen Weltmeister freuen: Paul Sobotta (64), Vorstand des Historischen Fahrzeugvereins Deining. Er hat es geschafft, mit seinem Eicher Königstiger im Gleichmäßigkeitsfahren am Fuße des Großglockners 499 Konkurrenten aus acht Nationen hinter sich zu lassen. Als bei der Siegerehrung sein Name fiel, war er völlig fassungslos. „Ich bin total aus den Wolken gefallen“, erzählt er. Dann gab es im Festzelt eine Siegerehrung mit Nationalhymnen, Gratulationen, Selfies und allem Drum und Dran. „Es ist schon ein tolles Gefühl“, sagt Sobotta, der zusammen mit sieben weiteren Oldtimerfreunden vor Ort war.

So sehen Sieger aus: Paul Sobotta mit seinem „Königstiger“ und der WM-Trophäe.

Beim Gleichmäßigkeitsfahren geht es darum, über eine lange Strecke eine gewisse Sollgeschwindigkeit einzuhalten und mit möglichst geringer Abweichung über die Ziellinie zu fahren. Am Freitag tuckerte das Feld von Bruck nach Fusch, zwei Orte am Fuße von Österreichs höchstem Berg. Die Sollgeschwindigkeit lag bei 13,7 Stundenkilometern. Viele Teilnehmer waren mit Navi und anderem modernen Gerät ausgerüstet. Nicht so Sobotta. Er vertraute auf den Tacho seines 45er Eicher aus dem Jahr 1971, den er eigenhändig restauriert hat – und auf sein Gefühl. Dieses trog ihn nicht. Im Ziel betrug Sobottas Abweichung lediglich 1,3 Sekunden. Das bedeutete: Platz 3 in der Klasse der Baujahre 1969 bis 1978.

Sein Meisterstück lieferte der Deininger dann am Sonntag bei der zweiten Etappe ab. Jetzt ging es auf die berühmte Großglockner Hochalpenstraße, genauer: von Ferleiten bis zum Fuschertörl. „Wahrscheinlich habe ich davon profitiert, dass ich im Teilnehmerfeld relativ weit vorne war, es gab keine Behinderungen“, so Sobotta. Die 45 Pferdestärken seines Eicher trabten gleichmäßig dahin. Das beeindruckende Ergebnis beider Etappen: eine Abweichung von in Summe lediglich 1,50 Sekunden. Damit errang Sobotta unangefochten den Weltmeistertitel. „Der erste, der mir gratuliert hat, war der Vorjahressieger aus Hannover“, erzählt Sobotta. „Da habe ich mich schon wahnsinnig gefreut.“

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Die Weltmeisterschaften im Salzburger Land finden jährlich statt, heuer waren es die 18. ihrer Art. Die Oldtimerfreunde Deining fahren jedes zweite Jahr nach Österreich, um daran teilzunehmen. Beim ersten Mal 2013 ging es nur um die Gaudi: „Wir wollten einfach einmal einen Berg rauffahren“, sagt Sobotta. Daraus wurde ein schöner Brauch. Seither fahren die Oldtimerfreunde regelmäßig die 180 Kilometer lange Strecke in die Hohen Tauern, mit dem beschaulichen Tempo von 20 Stundenkilometern, immer mit Übernachtung in Erpfendorf. Auch als Mannschaft machten die Deininger eine gute Figur: In der Mannschaftswertung wurden sie 13.

Bei den Feierlichkeiten im Brucker Festzelt entstand ein Video, das sehr schnell die Runde machte – auch daheim in Deining. Bei der Heimkehr wurde der Mannschaft, wie es sich gebührt, ein großer Empfang bereitet, mit einem großen Schild samt blau-weißen Fahnen am Ortseingang. Einen Weltmeister hat man eben nicht so oft in seinen Reihen.

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