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Egling sagt Ja zu neuer Isar-Verordnung

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Von: Volker Ufertinger

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Der Mensch nutzt die Natur in immer stärkeren Maß zur Erholung. Vor allem die Isar - wie hier in Icking zu sehen. © Foto: dpa

Die Anrainer-Kommunen der Isar nehmen derzeit Stellung zu der geplanten, neuen Isar-Verordnung. Sie soll sommerliche Chaos auf dem Wildfluss eindämmen. In Egling findet man: Dafür ist es höchste Zeit.

Egling – Lenggries, Wackersberg, Gaißach, Bad Tölz, Dietramszell, Königsdorf, Geretsried, Egling, Icking und Wolfratshausen: Das sind jene zehn Gemeinden im Landkreis, durch die die Isar fließt. Sie alle müssen sich derzeit mit der neuen Isar-Verordnung des Landkreises befassen, genauer: Stellung zum Entwurf nehmen.

Die Verordnung soll – möglichst schon in dieser Saison – verhindern, dass es auf dem Fluss ähnlich chaotisch weitergeht wie in den vergangenen Jahren, mit Massen an unzureichend ausgerüsteten Ausflüglern und vielen Einsätzen für die Rettungskräfte. „Verbesserung der Situation bei der Ausübung des Gemeingebrauchs an oberirdischen Gewässern“ heißt das im Behördendeutsch.

Jetzt hat auch der Eglinger Gemeinderat seine Stellungnahme abgegeben, und zwar einstimmig im Sinne der Verordnung. Die Isar fließt zwischen der Isarbrücke bei Wolfratshausen und der Dürsteiner Brücke durch Eglinger Flur. Dahinter beginnt der Landkreis München.

„Der Freizeitdruck auf die Isar ist groß, ebenso der daraus resultierende Interessenskonflikt zwischen Mensch und Natur“, erklärte Bürgermeister Hubert Oberhauser in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „In den vergangenen Jahren bieten immer mehr kommerzielle Bootsfahrer Touren auf dem gesamten Flusslauf zwischen Sylvensteinspeicher und der Kreisgrenze an der Dürnsteiner Brücke an“, so der Rathauschef. Besonders im Auge hat Oberhauser die Situation der Rettungskräfte, die zu heiklen Aktionen ausrücken müssen, weil sich – teils alkoholisierte – Privatpersonen auf dem Wildfluss in Gefahr gebracht haben. „Das gehört reglementiert“, findet der Rathauschef.

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Laut Verordnung soll das Befahren der Isar im Landkreis mit Schlauchbooten, Kanus, Kajaks und Ähnlichem nur noch bei angepasster Fahrweise zulässig sein. Das Anhängen von unbesetzten Beibooten soll untersagt werden, auch das Zusammenbinden von Booten. Für Fahrer gilt laut Entwurf eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille. Kinder bis zwölf Jahre sowie Nichtschwimmer sind verpflichtet, Rettungswesten zu tragen. Glasflaschen dürfen nicht mitgeführt werden. Auch die Zeit, zu der man die Isar befahren darf, soll begrenzt werden: nur von 1. Juni bis 15. Oktober, und das auch nur noch tagsüber.

Doch das ist noch nicht alles: Gefahren werden muss möglichst in der Flussmitte oder in tiefem Wasser. Von Kiesinseln und Kiesbänken soll laut Entwurf größtmöglicher Abstand gehalten werden. Nur im Notfall ist es noch gestattet, diese zu betreten. Schluss ist auch mit Party auf dem Fluss: Tonverstärker und Lautsprecher dürfen nicht mehr verwendet werden. Auch soll es nicht länger erlaubt sein, vom Boot ins Wasser zu springen. Befristete Ausnahmen sollen grundsätzlich möglich sein. Verstöße gegen die neue Verordnung, wenn sie denn in Kraft tritt, können teuer werden: Der Entwurf sieht eine Geldbuße von 5000 Euro vor.

Gemeinderat Jakob Bernlochner fragte nach, ob die 0,5-Promille-Regelung auch bei den bekanntlich oft bierseligen Floßfahrten gelte. Das verneinte Oberhauser: „Diese fallen ja unter die Kategorie gewerbliche Nutzung, nicht private.“ 

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