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Am Wochenende 14./15. September steigt das große Dorffest zum 1250-jährigen Bestehen von Thanning. Dafür rührten jetzt die Werbetrommel die Mitorganisatoren (v. li.) Georg Bernlochner, Altbürgermeister Hans Sappl, Peter Lichtenegger, Johanna Kirschenhofer und Korbinian Hasch.

Programm vorgestellt 

So feiert Thanning sein 1250-jähriges Bestehen

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Der Eglinger Ortsteil Thanning befindet sich heuer im Ausnahmezustand. Nach dem Loisachgaufest steht jetzt das Dorffest auf dem Programm - wieder mit Tausenden Besuchern.

Thanning – Thanning mit seinen 908 Einwohnern ist eigentlich ein ruhiger, beschaulicher Ort. Nicht allerdings am Wochenende 14./15. September. Dann steigt zum 1250-jährigen Bestehen die größte Feier, die es in dem Eglinger Ortsteil wohl je gegeben hat. Zum Jubiläums-Dorffest erwarten die Organisatoren – je nach Wetter – bis zu 6000 Besucher. Altbürgermeister Hans Sappl eröffnet das Dorffest am Samstag um 12 Uhr, am Sonntag beginnt es um 10 Uhr mit einem Weißwurst-Frühstück.

„Machen wir ein kleines, gemütliches Dorffest oder etwas ganz Großes?“ Mit dieser Frage mussten sich die Thanninger vor zwei Jahren auseinandersetzen. Die Bewohner entschieden sich bei einem Treffen im Vereinsheim für die große Variante – und die wurde es nun auch. 180 Thanninger werden einen Beitrag zum Gelingen leisten.

An den rund 40 Aktions- und Erlebnisständen sowie Schmankerlstationen im Herzen von Thanning lassen sich Hobby-Kunsthandwerker, Künstler, Land- und Forstwirte aus dem Dorf über die Schulter schauen und erklären traditionelle Techniken. „Wir wollen zeigen, wie ein Dorf heute funktioniert und wie es lebt“, sagt Mit-Organisator Peter Lichtenegger in einer Pressekonferenz. „Die Leute sollen sehen, dass Thanning nicht nur eine Schlafstätte für die Stadt ist.“

Zudem soll ein Bogen geschlagen werden von der Vergangenheit in die Moderne. So wird beispielsweise im Moosbach mit Seifenlauge und einem Waschbrett Wäsche wie zu Großmutters Zeiten gereinigt. Sogar eine kleine Brücke wurde dafür gebaut. Gespannt sein darf man auch auf die längst vergessene Schlackenstein-Herstellung. Diese Steine wurden früher beim Hausbau für Mauern verwendet.

Einblick in die Geschichte bekommen die Besucher auch bei den Denkmal- und Kirchenführungen. Kaum bekannt ist beispielsweise, dass es in Thanning früher einmal ein Gefängnis und eine Art Finanzamt gegeben hat. Oldtimerfreunde kommen voll auf ihre Kosten beim Bestaunen alter Traktoren, Maschinen, Gerätschaften und Motorräder. Eine besondere Attraktion ist Thannings erste Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1867, die heuer aufwendig restauriert worden ist. Auf der anderen Seite kommt auch das Moderne nicht zu kurz. Für Technikinteressierte bietet Energiewirt Georg Reigl Führungen durch seine Biogasanlage an.

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Wohlfühlen dürften sich beim Dorffest auch die Kinder. Die Blaskapelle Thanning bastelt in ihrem Übungsraum Instrumente. Mit Hilfe eines Schlauchs und eines Trichters entsteht beispielsweise eine Trompete. „Da kommen sogar echte Töne raus“, sagt Mitorganisatorin Johanna Kirschenhofer schmunzelnd.

Nicht ganz alltäglich ist der Nachbau einer historischen Holz-Kegelbahn, bei der die Kegel per Hand aufgestellt werden müssen. Darüber hinaus gibt es unter anderem ein Karussell, Dosenwerfen, Geschicklichkeitsradfahren, eine Hüpfburg und Torwandschießen. Jede Menge Andrang dürfte es nach Ansicht von Kirschenhofer auch beim Biertragl-Kraxeln und beim Armbrust- und Lasergewehrschießen geben: „Das kann man ja nicht allzu oft ausprobieren.“

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Hungern muss beim Dorffest definitiv niemand. Es gibt unzählige Essensstände mit teils ungewöhnlichen Gerichten, beispielsweise einem „Zwuller“ – einer Speise aus Mehl, Kartoffeln und Fett, die mit Kraut serviert wird. Ebenso gibt es Schäfersemmeln und Lamm am Spieß. „Das kriegt man auch nicht alle Tage“, sagt Kirschenhofer. Wer es gemütlich haben will, kann sich in ein 400-Personen-Zelt setzen.

„Ganz Thanning entwickelt Kreativität“, sagt Mitorganisator Korbinian Hasch, der sich sicher ist: „Es werden viele Dinge passieren, von denen wir jetzt noch gar nichts wissen.“ Altbürgermeister Sappl fügt lachend hinzu: „Bei der 1300-Jahr-Feier wissen wir, wie’s geht.“

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