Josef Wiedenbauer an der Kuppel von St. Peter und Paul in Thanning
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Himmelsleiter: Zur Pfarrkirche St. Peter und Paul hatte Josef Wiedenbauer eine ganz besondere Beziehung.

Er war viele Jahre Chef des Trachtenvereins „Wendlstona“

Thanning trauert um Josef Wiedenbauer

  • Volker Ufertinger
    VonVolker Ufertinger
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Josef Wiedenbauer war eine Institution in Thanning. Nicht umsonst gehörte er zu den ersten Trägern der Ehrenamtsmedaille. Jetzt ist er im Alter von 67 Jahren verstorben.

Egling – Thanning trauert um den langjährigen Vorstand des Trachtenvereins „Wendlstoana“, Josef Wiedenbauer. Er hat nicht nur den Trachtenverein über viele Jahre geprägt, sondern das ganze Dorfgeschehen maßgeblich mitbestimmt. So hat er als Regisseur der Laienspielgruppe der „Wendlstoana“ über Jahre hinweg seine Mitbürger zum Lachen und zum Nachdenken gebracht. Für seine vielfältigen Verdienste wurde der Mooshamer, der auch Gründungsmitglied des dortigen Skiclubs war, 2018 mit der Eglinger Ehrenamtsmedaille ausgezeichnet. Jetzt ist Josef Wiedenbauer im Alter von 67 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.

Bei der Beisetzung am vergangenen Freitag erinnerte Trachtenvorstand Paul Miller in der Grabrede daran, was Josef Wiedenbauer alles für den Verein, dem er 42 Jahre angehört hatte, geleistet hat. Miller betonte, dass der gelernte Maurer die „Wendlstoana“ ab 2006 neun Jahre lang „gekonnt und einfallsreich“ leitete. So führte er nicht nur die bewährten Veranstaltungen fort, sondern band verstärkt Kinder und Jugendliche ein, um sie mit dem Brauchtum vor Ort bekannt zu machen. Am Tag vor Maria Himmelfahrt etwa stellte er jedes Jahr in seinem Garten Kräuter zur Verfügung, um mit den Kindern Kräuterbüschl zu binden. Auch veranstaltete er kreative Bastelnachmittage zu Ostern und Weihnachten und richtete eine abendliche Schlittengaudi im Fasching aus.

Für die älteren Mitglieder des Vereins organisierte der Vater zweier Söhne mit dem Trachtenvereinsausschuss das „Liachtmesskranzl“, einen geselligen Nachmittag. Großes Geschick bewies Wiedenbauer, der ebenfalls Mitglied im Trachtenverein Schlossbergler Harmating war, bei der Ausrichtung großer Feste, etwa dem 90. Gründungsjubiläum im Jahr 2009.

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Seine große Liebe gehörte aber der Bühne. „Der Sepp hat von Anfang an für das Theaterspielen gebrannt“, so Miller. Von 1994 bis 2003 fungierte er als Erster Theaterleiter, von 2006 bis 2018 führte er Regie. „Dank seiner sorgfältigen Stückauswahl, seines feinen Gespürs für die passende Rollenverteilung und detailreiche Bühnengestaltung ließ er alljährlich die vielen Theaterstücke zum Erfolg werden.“ Sein letztes Stück war „Im Pfarrhaus ist der Deifi los“ im Jahr 2018.

Erwähnenswert ist außerdem das von Wiedenbauer eingeführte Benefizkonzert „A Stund im Advent“. Dabei wird die Kirche St. Peter und Paul mit Kerzen beleuchtet und echte Volksmusik geboten. „Diese Veranstaltung ist schon zur Tradition geworden und bietet der Dorfgemeinschaft und weit darüber hinaus in der oft von Hektik geprägten Vorweihnachtszeit eine kleine Auszeit“, so Trachtenvorstand Miller. Alle Besucher erhielten ein kleines Gastgeschenk, verbunden mit dem Wunsch, dass es auch im Alltag helfen möge, etwas von der vorweihnachtlichen Stimmung zu bewahren. „Wir trauern um einen aufrichtigen Trachtler“, schloss Miller seine Rede. „Wir werden unseren Gidi Sepp nie vergessen.“

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