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Auslaufmodell: Die Raiffeisenbank Endlhausen wird, genau wie die in Ascholding, Ende Dezember geschlossen. 

Turbulente Versammlung beim Jägerwirt in Aufhofen

Unmut über Schließung von Raiffeisenbanken 

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Die Schließung der Filialen in Ascholding und Endlhausen durch die Raiffeisenbank im Oberland löst massiven Unmut aus. Der Vorwurf vieler Genossen: Es geht nur noch ums Geld. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ende vergangener Woche wurde im Jägerwirt in Aufhofen eine Vertreterversammlung einberufen. „Da wurde Tacheles geredet, wie ich es noch nie erlebt habe“, erzählt einer der Vertreter, Herbert Hödl, der in Endlhausen die Dorfdruckerei betreibt. Dazu muss man wissen: Die Raiffeisenbank Oberland zählt gut 18 000 Mitglieder, je 75 Genossen werden von einem Vertreter repräsentiert. Diese werden vom Vorstand regelmäßig über aktuelle Entwicklungen ins Bild gesetzt. An dem besagten Abend saßen 30 Vertreter drei Vorständen gegenüber.

Laut Hödl fühlten sich die Vertreter von den Vorständen der Bank vor den Kopf gestoßen. „Unsere Bedenken sind einfach weggewischt worden“, erzählt Hödl. „Die Art und Weise war nicht in Ordnung.“ Als man auf die vielen Senioren hinwies, die auf die Bank angewiesen sind, hieß es angeblich nur: „So viele alte Leute gibt es gar nicht.“

Die Filiale in Endlhausen ist ein besonderer Fall, denn: Sie ist über 100 Jahre alt. Die Genossen von einst haben in der damals eigenständigen Gemeinde eine Bank aufgebaut. Neben Kirche und Wirtshaus war die Bank der entscheidende Faktor im Dorfleben, sie gehörte über Generationen einfach dazu. Diese Zeiten gehen offensichtlich zu Ende, die Raiffeisenbank im Oberland zieht sich zurück, der erste Stock wird vermietet, das Erdgeschoss demnächst wohl auch. Als die Genossen erwähnten, dass diese Mieteinnahmen im Ranking der 19 Filialen auch berücksichtigt werden müssen, hieß es nur: „Das steht nicht zur Debatte.“

Hödl beschreibt die Geschichte der Bank als die einer allmählichen Entfremdung vom Dorf, es wurde fusioniert und wieder fusioniert. Auf die Raiffeisenbank Endlhausen folgte die Raiffeisenbank Thanning, dann die Raiffeisenbank Dietramszell-Thanning, schließlich die Raiffeisenbank Tölzer Land, und dann, im September vergangenen Jahres, die Fusion zur Raiffeisenbank im Oberland. „Man hat von der Salami so lange Stück um Stück abgeschnitten, bis keine Wurst mehr da war“, erklärt Hödl resigniert.

In einer Pressekonferenz Anfang November hatten Vorstandsvorsitzender Hubert Stehr und sein Stellvertreter Josef Bernöcker bekannt gemacht, dass sich die Filialen Darching, Schaftlach (Landkreis Miesbach) sowie Ascholding und Endlhausen (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) nicht mehr tragen. So sei der Geldautomat in Endlhausen auf 60 000 Auszahlungen jährlich ausgelegt. Es sind momentan aber nur 8500.

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